Land informiert So sieht die Corona-Impfstrategie Sachsen-Anhalts aus

In Sachsen-Anhalt sollen bereits Mitte Dezember erste Corona-Impfzentren entstehen. Das hat die Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne am Freitag bekanntgegeben. Dem Land stünden vom Bund zunächst 130.000 Impfdosen zur Verfügung.

Eine kleiner Behälter zwischen zwei Fingern mit dem möglichen Impfsoff gegen das Corona-Virus
Die Landesregierung hofft, mit dem Impfen bereits in diesem Jahr beginnen zu können. Bildrechte: IDT Biologika

Bereits Mitte Dezember sollen in Sachsen-Anhalt die ersten Impfzentren entstehen. Das hat Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag bekanntgegeben. Ziel sei es, sobald der erste Impfstoff geliefert wird, impfen zu können. Das könnte bereits vor Jahreswechsel der Fall sein, so die Gesundheitsministerin.

Sukzessiv soll in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Impfzentrum entstehen, so Grimm-Benne weiter. Von den derzeit 5 Millionen bestellten Impfdosen für Deutschland würden 130.000 auf Sachsen-Anhalt entfallen, so die Ministerin. Das Land sei jetzt in der Pflicht die Logistik und Lagerung zu organisieren. Die Impfstrategie sei auch mit den kommunalen Verbänden bereits abgesprochen. Die Kommunen hätten große Bereitschaft erklärt, beim Aufbau mitzuhelfen. Zusätzlich sollen mobile Impfteams eingesetzt werden.

Impfung als freiwilliges Angebot

Petra Grimm-Benne (SPD), Sachsen-Anhalts Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration
Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) Bildrechte: dpa

Die Gesundheitsministerin betonte in diesem Zusammenhang, dass das Impfen ein freiwilliges Angebot bleiben werde. Es würde keine Impfpflicht geben. Zunächst sollen, wie bereits zuvor angekündigt besonders vulnerable Gruppen geimpft werden. Heißt konkret: Vorrang bekämen zunächst Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Diese Entscheidung sei auf Anraten der Imfkommission, des Ethikrats und der Leopoldina getroffen worden. Die Gesundheitsministerin appellierte in diesem Zusammenhang erneut an die Menschen, ihre Kontakte weiter Einzuschränken. Dies sei der zentrale Schlüssel im Kampf gegen die Pandemie.

Impfstoff mit besonderen Anforderungen

Wie die Leiterin des Pandemiestabes Dr. Heidemarie Willer erklärte, ist der Impfstoff nicht für Kinder zugelassen. Es könne erst ab einem Alter von 16 Jahren geimpft werden, da das Vakzin bisher nur bei Erwachsenen getestet worden sei. Der Impfstoff würde die Organisatoren aber auch noch vor weitere Herausforderungen stellen. Mit -75 Grad bedürfe er Tiefkühlschränke und besonderer Lieferungsbedingungen. Zudem sei er nach dem Auftauen innerhalb von sechs Stunden zu verbrauchen. Dies sei mit keinem anderen Impfstoff zu vergleichen, so Willer.

Rund 600 Ärztinnen und Ärzte in Bereitschaft

Eine weitere Herausforderung stelle die personelle Situation dar. Wie Burkhard John, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung, erklärte, haben sich bereits 500 Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt bereiterklärt, in Impfzentren auszuhelfen. Zudem stünden 100 Ärzte, die bereits in Rente sind, zur Verfügung. Es würden aber auch viele Helferinnen und Helfer benötigt. Auch hier hätte sich eine hohe Bereitschaft zur Hilfe gezeigt, so John. Weitere Unterstützung soll von Rettungsdiensten wie den Maltesern oder dem Deutschem Roten Kreuz erfolgen. Auch die Bundeswehr wird das Land bei der Impfstrategie unterstützen, wie Oberst Halvor Adrian vom Landeskommando Sachsen-Anhalt der Bundeswehr bestätigte.

Impfstoff-Nachlieferungen ebenfalls angekündigt

Wie schnell das Land mit dem Impfen vorankommt, ist noch nicht klar. Laut Burkhard John kann ein Impfteam ca. zwölf Patienten pro Stunde behandeln. Das würde 480 Impfungen pro Team und Woche ausmachen. Der Impfstoff sei allerdings noch nicht offiziell zugelassen. Wie Grimm-Benne ankündigte werden die Lieferungen Mitte Dezember erwartet. Der Bund habe eine rasche Nachlieferung des Serums signalisiert. Somit sei die zweite Impfung 21 Tage später gewährleistet und müsse nicht aus der ersten Lieferung genommen werden, so die Ministerin.

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Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. November 2020 | 11:00 Uhr

1 Kommentar

jackblack vor 8 Wochen

Hoffentlich keine 500 m lange Warteschlange LOL

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