Rückblick auf das Jahr 2019 Worauf die Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT stolz ist

Ende Dezember ist die Zeit der Jahresrückblicke. Was ist 2019 passiert, woran werden die Menschen sich noch lange erinnern? Redakteurinnen und Redakteure aus der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT blicken zum Jahresende auf das zurück, was sie 2019 stolz gemacht hat – und auf das, was weniger gut lief.

Eine Collage aus Bildern mit Köpfen von Menschen.
Bildrechte: MDR

Der Jahresrückblick unserer Redakteure – mit besonderen Momenten und persönlichen Eindrücken.

Daniel George: "Plan A" – unsere Doku über Basketball-Nationalspieler Andreas Obst

Welches Projekt mir 2019 besonders am Herzen lag? Ganz klar: "Plan A" – unsere Dokumentation über Basketball-Nationalspieler Andreas Obst aus Halle. Ein Jahr lang haben mein Kollege Max Schörm und ich den besten Basketballer, den Sachsen-Anhalt jemals hervorgebracht hat, exklusiv begleitet. Entstanden ist eine dreiteilige Doku, die seinen Weg vom Freiplatz seiner Heimatstadt bis zur Weltmeisterschaft in China nachzeichnet.

Daniel George
Daniel George Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Was daran so besonders war? Zum ersten Mal haben wir eine Online-Dokumentation für YouTube produziert, ein sogenanntes "Online Original". Außerdem haben wir größtenteils mit dem Smartphone gedreht – in Halle, im spanischen Santiago de Compostela, wo Obst in der vergangenen Saison gespielt hat, und in Berlin.

Das Feedback zu "Plan A" war toll. Die Doku teilte sich in der Basketball-Szene deutschlandweit. In Erinnerung blieb uns vor allem die Premiere beim USV Halle, dem Heimatverein des Nationalspielers. Das Zazie Kino in Halle war ausverkauft – und die Nachwuchsspieler des Vereins, die später einmal so werden wollen wie Andreas Obst, zeigten sich begeistert. Das war das schönste Lob. Und darauf sind wir stolz. 

Susanne Ahrens: Familienfreundliche Arbeitszeiten

Reden wir doch mal über die Gleichstellung von Frauen und Männern im Berufsleben. Da Frauen biologisch betrachtet nach wie vor fürs Kinderkriegen verantwortlich sind, heißt das für viele Mütter nach wie vor, auch beruflich zurückzustecken – während die Väter oft Gas geben. In den vergangenen hundert Jahren hat sich in der Gleichstellungsfrage sehr viel getan. Ob das immer alles so gut ist, das ist hier nicht das Thema. Ich jedenfalls denke, dass familiengerechtere Arbeitszeiten ein Schlüssel dafür sein können, Frauen und Männer im Berufs- und Familienleben gleichberechtigt zu behandeln. Am Ende profitieren im Idealfall alle davon: Frauen und Männer, Mütter und Väter, die verkürzt arbeiten gehen können und gleichzeitig für die Familie und für sich selbst mehr Zeit haben. Die Kinder, für die die Eltern ein bisschen mehr da sein können. Und auch der Arbeitgeber, weil er glücklichere Mitarbeiter hat.

Susanne Ahrens
Susanne Ahrens Bildrechte: MDR/Johanna Daher

Ich bin stolz darauf, dass wir es in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT ziemlich unkompliziert geschafft haben, eine solche verkürzte Schicht einzuführen. Seit Anfang November gibt es diese Möglichkeit. Von der familienfreundlichen Arbeitszeit können wir Mitarbeiter Gebrauch machen, müssen es aber nicht – jeder so, wie er es kann und will. Ich jedenfalls genieße es, gerade in der dunklen Jahreszeit im Hellen das Büro zu verlassen. Schön wäre es, wenn wir das Angebot erweitern können – vielleicht schaffe ich es dann auch im nächsten Jahr zur Weihnachtsfeier meiner Kinder in den Kindergarten. Dann stimmt hoffentlich auch die Work-Life-Balance, wie es so schön neudeutsch heißt.

Luca Deutschländer: Die Sommerreise quer durch Sachsen-Anhalt

Jeden Tag berichten Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT aus dem Land. 365 Tage im Jahr. Aus der Altmark, aus Anhalt und Wittenberg, dem Süden des Landes rund um Halle oder Magdeburg und seinem Speckgürtel. Reisen unternehmen unsere Reporter also regelmäßig. Selten ist, dass sie fünf Tage am Stück in verschiedenen Winkeln des Landes unterwegs sind – und dort übernachten, von wo sie berichten. Genau das haben mein Kollege Florian Leue und ich diesen Sommer gemacht. Wir waren auf Sommerreise. Von Montagmorgen bis Freitagabend. Ständig auf Achse, ständig im Gespräch mit den Menschen.

Die Reporter Florian Leue und Luca Deutschländer stehen vor einem Ortsschild in Heimburg im Harz.
Luca Deutschländer (links) und Florian Leue waren auf Sommerreise. Bildrechte: MDR/Florian Leue

Unsere Sommerreise sollte an fünf Tagen das Leben in ländlichen Gegenden thematisieren – speziell dort, wie Dinge gut laufen. Wo Dörfer nicht aufgegeben worden sind, sondern wo für Dörfer gekämpft wird. Wo Menschen sich engagieren gegen aussterbende Landstriche. Wo Menschen sich nicht von fehlender Unterstützung der Politik abhalten lassen – sondern einfach machen. Es waren Orte wie Heimburg, Schleberoda, Osterburg, Diebzig oder Thale. Für meinen Kollegen Florian Leue und mich waren diese fünf Tage besonders: Wir haben beeindruckende Menschen getroffen, die sich – jeder auf seine Weise – beeindruckend engagieren. Wir sind eingetaucht in das, was Sachsen-Anhalt ausmacht.

Man kann am Ende so einer Reise immer Dinge verbessern. Wir hätten mit noch mehr Menschen sprechen können, hätten noch weitere Facetten beleuchten können oder zum Beispiel via Twitter noch stärker quasi live über die Reise berichten können. Trotzdem bin ich stolz sagen zu können, dass von unserer Reise MDR SACHSEN-ANHALT als Ganzes profitiert hat. Das soll nicht hochnäsig klingen. Es ist das, was uns sehr viele Kolleginnen und Kollegen von Hörfunk und Fernsehen nach Ende unserer Reise gespiegelt haben. Schließlich haben wir nicht nur in Textform und über Instagram und Facebook berichtet, sondern auch den Hörfunk und das Fernsehen beliefert.

Kommendes Jahr wollen wir übrigens wieder auf Reise durch Sachsen-Anhalt gehen. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge – und haben schon jetzt ziemlich große Lust auf die Sommerreise 2020!

Fabian Frenzel: Unsere Berichterstattung zum Anschlag in Halle

Redaktionell gesehen sind Tage wie der 9. Oktober extrem anstrengend und nervenaufreibend. Aber es sind auch die Tage, für die man Journalist geworden ist. An dem Tag kam es zum Anschlag in Halle. Ich war Chef vom Dienst und freute mich eigentlich auf einen letzten Dienst, bevor es in einen Kurzurlaub gehen sollte. Doch nachdem ich von der Mittagpause zurück an meinen Schreibtisch kam, war alles anders. Die Kollegen in Leipzig hatten uns angerufen und gesagt, dass in Halle Schüsse gefallen sind.

Fabian Frenzel
Fabian Frenzel Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Nachdem wir schnell die Bestätigung von der Polizei hatten, lief das "Standardprozedere" für solch eine Situation ab: Kurzer Text, Push-Benachrichtigung auf die Smartphones unserer User, Tweet, Facebook-Post und dann den Artikel ausbauen. So weit, so gut. Doch solch einen Ernstfall kann man nicht wirklich proben und ein "Standardprozedere" ist zwar gut, aber ob das dann greift, zeigt sich eben genau erst dann – im Ernstfall.

Eine Kollegin schrieb einen Live-Ticker zu den Ereignissen, andere Kollegen durchkämmten das Netz nach Informationen, schnitten Videos und schauten sich das Material der Reporter vor Ort an. Viel Zeit für Emotionen oder eigene Gedanken blieben da kaum. Alle waren fokussiert und arbeiteten auf Hochtouren. Bezeichnend: Erst nach zwei, drei Stunden kam ich selbst auf den Gedanken: "Man, das ist ja quasi um die Ecke. Geht es eigentlich meinen Kollegen und Freunden in Halle gut?" Vorher hatte ich gar keine Zeit, mir diese Frage überhaupt zu stellen.

Perfekt lief aber nicht alles. So haben wir z.B. zunächst ein sehr explizites Video des Täters online gestellt. Das haben wir dann relativ schnell wieder von der Seite genommen, weil wir sowohl dem Täter als auch möglichen Trittbrettfahrern keine Bühne bieten wollten. Auch nicht jedes Foto war ideal gewählt.

Mitgenommen haben wir, dass wir in solch einem Fall eine bessere Zentrale für die einlaufenden Informationen brauchen. Bei der Verpuffung in der Grube Teutschenthal einige Wochen später haben wir das direkt umgesetzt.

Anne Gehn-Zeller: Die thematischen Dauerbrenner auf einen Blick

Ob es um den Lehrermangel in Sachsen-Anhalt geht, Kita-Beiträge, den Bau der Autobahn 14 Richtung Norden oder eigens recherchierte Datenprojekte – viele Themen begleiten uns im Redaktionsalltag immer wieder.

Anne Gehn-Zeller
Anne Gehn-Zeller Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Und da die Bandbreite dieser Themen ständig wächst, sind wir bei MDR SACHSEN-ANHALT besonders stolz darauf, dass wir unseren Nutzern für nahezu jedes Thema ein umfangreiches Dossier anbieten können. Darin kommen Experten genauso zu Wort, wie unsere Autoren. Bildstrecken, Fragen und Antworten und Erklärtexte runden das Ganze ab.

Diese "Dauerbrenner" werden ständig von den Mitarbeitern der Redaktion aktualisiert. Unsere Nutzer können sich reinklicken, wann immer sie mögen, und sich auf den neusten Stand bringen.

Maria Hendrischke: Stolz auf die Reportagereihe "Jüdisches Leben"

Als Politik- und Gesellschaftsreporterin setze ich mich einmal pro Monat eine Woche lang intensiv mit einem Thema auseinander. Jeder dieser Reportage-Einsätze ist für mich ein besonderer und beschäftigt mich meist noch lange über diese Woche hinaus. Trotzdem war es für mich noch einmal herausgehoben, nach dem antisemitistischen Anschlag in meinem Wohnort Halle über das jüdische Leben in Sachsen-Anhalt zu berichten.  

Maria Hendrischke
Maria Hendrischke Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Während meiner Recherche fiel mir auf, wie wenig ich selbst über das Judentum weiß. Ich habe keine Juden im Freundeskreis. Für die Reportagereihe habe ich zum ersten Mal mit Juden aus Sachsen-Anhalt gesprochen, Veranstaltungen der Jüdischen Kulturtage besucht und mit dem Antisemitismus-Beauftragten über das Bedrohungsgefühl gesprochen, das in den jüdischen Gemeinden zunimmt. Ich war in der Synagoge von Halle – die übrigens sehr schön ist – und habe erfahren, warum es bisher nirgendwo sonst in Sachsen-Anhalt eine Synagoge gibt.

Kurz gesagt: Ich habe viel dazugelernt und denke, dass es noch viel mehr zu erfahren gibt. Aber ich finde es schlimm, dass dieser Reportage eine so schreckliche Tat vorausgegangen ist. Regelmäßig über jüdisches Leben zu berichten hätte gerade mit Blick auf die deutsche Geschichte, auf die NS-Zeit, selbstverständlich sein müssen. Denn Vorurteile gegen Juden, Verschwörungstheorien und Hass ließen sich durch Wissen, Begegnungen und Kennenlernen wohl am besten bekämpfen.

Julien Bremer: Stolz auf unseren neuen Podcast "Was bleibt"

MDR-Redakteur Julien Bremer
Julien Bremer Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Wir haben in diesem Jahr unseren Wochenrückblick-Podcast "Was bleibt" gestartet. Jeden Freitag bieten wir Hintergründe und Einordnung für Themen aus Sachsen-Anhalt. Und das alles total einfach zu konsumieren, über die Ohren. Neben der entspannten Gesprächssituation gefällt mir daran am meisten, dass ich ganz viel von den KollegInnen und ihrer Arbeit lernen kann und es immer auch um die Geschichte hinter der Geschichte geht. Das sorgt für Transparenz und Verständnis.

Und im Übrigen ist "Was bleibt?" nicht unser einziger Podcast, der in diesem Jahr neu gestartet ist: Auch "Kluges Proberaum" und "Leas Land" sind im Mai online gegangen: Prädikat hörenswert! Diese Entwicklung erfüllt mich mit Stolz.

Jan Schmieg: Nie ohne (m)ein Team

Ich mach’s kurz: Ich bin stolz auf unser Team. Normalerweise wird so ein Satz dem Redaktionsleiter überlassen, aber der schreibt an dieser Stelle etwas darüber, was nicht so gut gelaufen ist. Das ist auch richtig so. Aber einer muss es sagen: Wir sind ein großartiges Team!

Jan Schmieg, ehemaliger MDR-Volontär
Jan Schmieg Bildrechte: privat

In unserer Online-Redaktion finden sich ganz unterschiedliche Kompetenzen: Manuel Mohr zum Beispiel ist unheimlich fit in der Analyse von Zahlenmaterial und konnte Ihnen dadurch diese Übersicht erstellen, wo die Kita-Beiträge in Sachsen-Anhalt besonders hoch sind. Oder Daniel George, der extrem gut darin ist, kleine Sport-Geschichten abseits des Spielfeldrandes zu entdecken.

Was die Kolleg*innen aber alle eint, ist ihr Arbeitseinsatz. Ohne den Fleiß von Olga Patlan hätten Sie wohl nie den Mauerfall auf Instagram nacherleben können. Und die Geschichte von Andreas Obst, Basketball-Star aus Halle, ist nur so schön geworden, weil Max Schörm ganz viel (Frei-)Zeit in die Postproduktion des Films gesteckt hat.

Dieses Engagement und KnowHow lässt sich tatsächlich auf jede*n *Kolleg*in bei uns übertragen und deshalb bin ich extrem stolz auf das, was jede*r Einzelne hier leistet.

Oliver Leiste: Sport ist für alle da – und wir zeigen es

Sport verbindet. Oder besser, Sport sollte verbinden. Doch oft genug ist das, was eigentlich Spaß machen sollte, mit Ausgrenzung oder Abwertung verbunden. Darüber müssen wir reden. Und damit haben wir in diesem Jahr bei MDR SACHSEN-ANHALT begonnen. Der Fußball gehört den Frauen genauso wie den Männern. Leider nimmt man das zu selten wahr. Immerhin, in diesem Jahr hatten wir in unseren Podcasts "Neues vom Krügel-Platz" und "Badkurvenversteher" erstmals Frauen zu Gast. Weitere sollen in Zukunft folgen. Zudem haben wir geschaut, welche Bedeutung die Frauen beim 1. FC Magdeburg haben und warum der Hallesche FC seine Frauen- und Mädchenabteilung stärkt

Oliver Leiste
Oliver Leiste Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Im Fußball haben es nicht nur Frauen schwer, sondern auch Ausländer. Rassismus ist auf den Sportplätzen im Land mehr oder weniger alltäglich. Besonders deutlich wurde das im Burgenlandkreis, wo sich ein dunkelhäutiger Spieler nach einer Aktion, bei der sein Gegner unglücklich verletzt wurde, wüsten Beschimpfungen ausgesetzt sah. Diesen Vorfall nahmen wir zum Anlass, um uns in einer fünfteiligen Serie mit Rassismus im Amateurfußball beschäftigen.

Diese Themen können natürlich nur der Anfang sein. Auch in Zukunft wollen wir hinsehen und Probleme klar benennen. Und zugleich zeigen, welche verbindende Kraft der Sport in Sachsen-Anhalt hat. 

Olga Patlan: Den Mauerfall in Echtzeit erleben – 30 Jahre danach

Zugegeben: Als die Mauer fiel, war ich gerade mal zwei Jahre alt. Und noch nicht einmal in Deutschland. Umso spannender fand ich es, mich mit dem Mauerfall zu beschäftigen, dazu zu recherchieren, um es dann für ein Publikum aufzubereiten, das wie ich ebenfalls den Mauerfall nicht bewusst erlebte.

Olga Patlan im MDR-Landesfunkhaus Magdeburg
Olga Patlan Bildrechte: Olga Patlan/Gaby Conrad

Das Spannendste an diesem Projekt ist allerdings die Verbindung eben aus diesen geschichtlichen Fakten und etwas Neuem – dem sozialen Medium Instagram. Wie erzählt man also eine Geschichte, die schon so häufig erzählt wurde, neu auf einem relativ neuen Medium?

Entstanden ist eine Instagram-Story, die den Tag des Mauerfalls aus der Sicht eines 15-jährigen Mädchens erzählt – so, als hätte es damals Instagram gegeben. Dabei handelt es sich nicht um irgendeine 15-Jährige, sondern um Juliane Reffert, die damals gemeinsam mit ihrer Mutter Annemarie als erstes in ihrem beigen Wartburg über die innerdeutsche Grenze fuhr

Dargestellt von einer Schauspielerin von der Jugendschauspielschule Magdeburg und ihrer Mutter haben wir die Geschichte an diesem 9. November in Echtzeit auf Instagram erzählt – ganz so, als hätte Juliane damals schon Instagram gehabt und die Geschichte mit ihren Freunden geteilt. Nah, authentisch, persönlich und verspielt. Für mich das spannendste Projekt dieses Jahres, weil wir etwas Neues gewagt haben und das Konzept aufging. Darauf bin ich stolz.

Johanna Daher: Spieleentwicklung von MDR SACHSEN-ANHALT

Johanna Daher
Johanna Daher Bildrechte: MDR/Marieke Polnik

In diesem Jahr wollte ich einen wichtigen Grundstein für die Spieleentwicklung bei MDR SACHSEN-ANHALT legen. Als kurzer Hintergrund: Ich habe im Master "Medien- und Spielekonzeption" an der Hochschule Harz studiert, es gibt beispielsweise auch Spiele für den Journalismus, sogenannte Newsgames. Ich bin stolz darauf, dass mich die Kollegen bei meinem Vorhaben so sehr unterstützt haben. Seit November haben wir jetzt eine Lizenz für das Programm "Unity", mit dem Spiele programmiert, gestaltet und veröffentlicht werden können. Ich freue mich dementsprechend total auf das kommende Jahr und all die Möglichkeiten, die dieses Spiele-Medium mit sich bringt.

Max Schörm: Wie wir #MDRklärt weiterentwickelt haben

Für #MDRklärt ging es im März 2019 ins zweite Jahr. Und wir wussten, dass wir uns weiterentwickeln müssen: inhaltlich wie optisch. Deshalb haben wir viele große und kleine Hebel in Bewegung gesetzt. Gemeinsam mit Julia Kremer vom Userlab haben wir unsere Nutzer direkt befragt: Was ist gut – was können wir besser machen?

Lars Weise aus der Grafikredaktion hat uns, neben regelmäßigem Feedback, auch eine Schulung in AfterEffects gegeben, um unsere Erklärvideos weiter zu verbessern. Außerdem hat Jochen Spieß, der Leiter der ZDF-Grafikredakteure uns geholfen, unsere Erklärziele besser zu schärfen und zu vermitteln.

Wir haben nach zwei Jahren einen höheren Anspruch an uns. Wir präsentieren weniger Fakten – dafür erklären wir ausführlicher, was sie bedeuten. Auch in der Ansprache an unsere Nutzer sind wir direkter, näher geworden. Zu guter Letzt haben wir uns optisch aufgehübscht: Mit neuem Logo und einheitlichem Layout sind wir auf Instagram, Facebook, Twitter und unserem Portal besser zu erkennen.

Frank Rugullis: Was 2019 nicht gut lief

Man soll sich ja nicht nur loben im Leben, sondern auch Dinge sagen, die so richtig in die Hose gegangen sind. Deshalb zum Schluss unseres Jahresrückblicks was Negatives und das muss der Chef persönlich machen. Es gehört ja auch zum guten Stil vor allem im Online-Journalismus, transparent zu sagen, wie man arbeitet, welche Fragen sich stellten und was wir gelernt haben aus Fehlern oder Problemen.

Frank Rugullis
Frank Rugullis, Online-Chef von MDR SACHSEN-ANHALT Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die Sache, die mich als Onlinechef 2019 am meisten gewurmt hat, war, dass wir unseren WhatsApp-News-Kanal einstellen mussten. Wir haben in den Aufbau des neuen Angebots so viel Kraft, Elan und Ideen investiert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben den Kanal geliebt. Bei keinem anderen Angebot in den vergangenen Jahren hatten wir so viel positives Feedback. Und dann kommt die Ansage vom Mutterkonzern Facebook, dass nun rigoros gegen solche Newsletter vorgegangen wird. Und wir mussten den Kanal fast schon hektisch einstellen, wie schade! Das Thema zeigt aber auch, dass wir als Journalisten aufpassen müssen, uns nicht zu sehr von fremden Plattformen abhängig zu machen. Als Redaktion haben wir in dem Moment aber auch gelernt, dass wir Erfahrungen aus einem Projekt in folgende Projekte übertragen können. Besonders gut lief bei WhatsApp unser Format "Das Thema des Tages", was wir nun auch auf dem Regionalportal verstärkt einsetzen.

Was lief 2019 noch alles nicht optimal? Ich finde ja, wir haben noch immer zu viele Rechtschreibfehler in unseren Angeboten, das müssen wir 2020 besser machen. Ich finde auch, wir müssen die wichtigen tagesaktuellen Themen aus Sachsen-Anhalt für die Nutzerinnen und Nutzer noch besser einordnen, Zusammenhänge ausloten, kritischer nachfragen. Das bleibt eine Daueraufgabe für das neue Jahr, versprochen!

Was mich auch stört: Wir erreichen mit unseren tollen Angeboten noch nicht alle Menschen, die sich für Themen aus Sachsen-Anhalt interessieren. Es gibt in Sachsen-Anhalt noch immer wahnsinnig viele Leute, die den MDR nur mit Fernsehen und Radio verbinden und gar nicht wissen, dass es ein hervorragendes, innovatives Online-Angebot gibt. Da müssen wir 2020 ran und das werden wir auch!

Quelle: MDR/ld

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