Quedlinburg, Falkenstein, Radis Wegen Corona: Drei Jugendherbergen müssen dauerhaft schließen

In Sachsen-Anhalt ist wieder mehr gesellschaftliches Leben möglich, auch Ferienlager und Jugendherbergen dürfen nun öffnen. Allerdings bleiben gleich drei Jugendherbergen dauerhaft geschlossen.

Ein Wegweiser zur Jugendherberge.
Die Jugendherbergen in Radis, Falkenstein und Quedlinburg werden nicht wieder öffnen. Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt müssen drei Jugendherbergen dauerhaft schließen. Das hat das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) mitgeteilt. Der Geschäftsführer der Jugendherbergen Sachsen-Anhalt, Marc Nawrodt, sagte MDR SACHSEN-ANALT, die Jugenderbergen Quedlinburg, Falkenstein und Radis könnten nicht wieder öffnen.

Das Markenzeichen der Deutschen Jugendherbergen am Gebäude der Jugendherberge in Wittenberg.
Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) ist bundesweit Träger von 442 Jugendhergen. Der Landesverband Sachsen-Anhalt ist zuständig für 15 Einrichtungen. Bildrechte: dpa

Die Gründe seien vielfältig. Alle drei Einrichtungen haben laut Geschäftsführer Nawrodt kaum Möglichkeiten sich an die vorgegebenen Hygienemaßnahmen zu halten. Weder die Zimmerstrukturen noch die sanitären Anlagen seien geeignet. Außerdem gebe es fast ausschließlich nur gemeinschaftliche Sanitäreinrichtungen. Laut Nawrodt haben die Jugendherbergen in Falkenstein und Radis ohnehin nicht wirtschaftlich genug gearbeitet. Deshalb würde sich auch eine dringend anstehende Modernisierung nicht lohnen. Auch die Jugendherberge in Quedlinburg sei für einen Umbau nicht geeignet. Allein die Zimmer seien zu klein.

Schon vor der Corona Pandemie war überlegt worden, in Quedlinburg eine neue Jugendherberge zu bauen. Dass es dazu komme, sei wegen der aktuellen Entwicklung aber unwahrscheinlich, so Nawrodt. Geld müsse im Moment vielmehr in bestehende Jugendherbergen investiert werden, damit diese die Krise überstehen.

Großer wirtschaftlicher Verlust

Für die Jugendherbergen ist die Corona-Pandemie wirtschaftlich ein Desaster. Knapp die Hälfte des Jahresumsatzes ist nach Angaben des Vereins weggebrochen. Vor allem Schulklassen kämen nicht mehr. "Das ist die Haupteinnahmequelle", erzählt Nawrodt.

Seit März waren alle Klassenfahrten von der Landesregierung verboten worden. Für die Herbergen allein in Sachsen-Anhalt bedeutet das: 75.000 Übernachtungen weniger als 2019 und eine wesentliche Verbesserung zeichnet sich nicht ab. Denn es gibt auch keine wesentlichen Vorausbuchungen. Geschäftsführer Nawrodt geht davon aus, dass sich die Besucherzahlen erst wieder 2022 erholen werden.

Weitreichendes Hygienekonzept

Hygiene Händewaschen
Alle Gäste und Mitarbeiter müssen sich an ein Hygienekonzept halten. Bildrechte: colourbox

Neun von 15 Jugendherbergen und auch viele Ferienlager in Sachsen-Anhalt sind wieder geöffnet. So zum Beispiel das KIEZ Arendsee. Überall gelten jedoch strenge Hygienevorschriften. In den Jugendherbergen müssen alle Gäste ab sechs Jahren in den öffentlichen Bereichen der Herbergen zum Beispiel einen Mund- und Nasenschutz tragen. Zudem soll es regelmäßigere Reinigungen und ausreichend Desinfektionsmittel geben. In den Jugendherbergen dürfen außerdem nur Gäste untergebracht werden, wenn sie auch sonst in häuslicher Gemeinschaft leben. Ansonsten wird darauf geachtet, dass sich so wenige Personen wie möglich ein Zimmer teilen. Kinderspielecken und Bewegungszimmer bleiben geschlossen.

Quelle: MDR/jw/vö

Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | MDR SACHSEN-ANHALT | 02. Juli 2020 | 11:00 Uhr

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