Veranstaltungsverbot Was die Corona-Krise für Jugendweihen und Konfirmationen bedeutet

Für viele Familien ist es ein wichtiges Ereignis: die Jugendweihe. Wegen der Corona-Krise darf es nun aber, vorerst bis Ende April, keine Veranstaltungen geben – das betrifft auch Jugendweihen und Konfirmationen. Müssen die Jugendlichen nun auf ihre Feier verzichten? Wir haben nachgefragt.

Weil sich das Corona-Virus immer weiter ausbreitet, sind auch in Sachsen-Anhalt sämtliche Veranstaltungen untersagt. Auch Jugendweihen und Konfirmationen dürfen derzeit nicht gefeiert werden. Im Landkreis Wittenberg sind daher für dieses Jahr die Jugendweihen abgesagt worden.

Jens Krause, einer der Organisatoren, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe sich die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. 16 Veranstaltungen habe er im Landkreis Wittenberg streichen müssen. Er habe auch den wirtschaftlichen Aspekt berücksichtigt. Krause befürchtet, dass sich manch eine Familie so eine Feier derzeit vielleicht gar nicht leisten könne, wenn Eltern etwa Lohnausfälle kompensieren müssten.

Jugendweihen sollen 2021 nachgeholt werden

Ganz ausfallen sollen die Jugendweihen aber nicht. Sie sollen nachgeholt werden, allerdings erst im Frühjahr 2021. "Etliche Familien und die Organisatoren haben ja schon vieles vorbereitet Geschenke, Urkunden Eintrittskarten besorgt." Sie wolle man nicht enttäuschen und die Jugendweihe deshalb dennoch ausrichten. Für alle, "die dann noch wollen", so Krause. Geplant haben sie in Wittenberg das alles im April, den anschließend stünden schon die Feiern des nächsten Jahrganges an.

Jugendweihen verschoben

Der Landesverband der Interessengenvereinigung Jugendweihe in Magdeburg ist der größte Organisator von Jugendweihen in Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr gab es dort etwa 6.000 Anmeldungen.

Beim Landesverband wird derzeit an Notfallplänen gearbeitet, die für April geplanten Feiern wurden zunächst verschoben, heißt es auf der Internetseite.

Mansfeld-Südharz verschiebt Jugendweihen

Drei freudig blickende Teenager.
Die Jugendweihe gehört auch heute noch zu den traditionellen Familienfeiern. Bildrechte: Colourbox.de

Im Kreis Mansfeld-Südharz und in Teilen des Harzkreises organsiert der Verein Interessenvereinigung für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe e.V. Mansfelder Land die Feierstunden. Geschäftsführerin Anka-Yvonne Schreiber richtet schon seit 30 Jahren Jugendweihen aus. "In dieser Zeit hat es immer Jugendweihen gegeben und so soll es auch bleiben", sagt Schreiber.

Für 1.100 Jugendliche seien bereits Gebühren bezahlt worden – immerhin 120 Euro pro Teilnehmer. Ein Großteil des Geldes sei in die Vorbereitung von insgesamt 24 Feierstunden geflossen. Die Säle sind gebucht, Musiker und Fotografen bestellt, Redner engagiert – aus den Verträgen komme man nicht einfach so raus, meint Schreiber.

"Die Feiern werden stattfinden" ist sich Schreiber sicher. "Im Mai. Und wenn das wegen Corona dann noch nicht geht, dann im Sommer oder notfalls im Herbst."

Einen Ausfall wird es nicht geben.

Anka-Yvonne Schreiber, Geschäftsführerin des Jugendweihevereins im Kreis Mansfeld-Südharz

Konfirmationen sollen wie geplant im Mai stattfinden

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands sieht keinen zwingenden Grund, die für Mai geplanten Konfirmationen abzusagen.

Ähnlich sieht es die evangelische Landeskirche Anhalts. 150 Konfirmanden hätten sich für das Pfingstwochenende angemeldet. Man wolle zunächst noch abwarten, wie es mit Corona weitergehe und dann im April eine Entscheidung treffen.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. März 2020 | 07:10 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt