Keine Session wegen Corona Karnevalsausfall trifft Vereine schwer

Eigentlich sollte am Mittwoch die Karnevalssaison beginnen. Doch wegen der Coronabeschränkungen fällt nicht nur der Auftakt aus, sondern wahrscheinlich die ganze Session. Für die Vereine ist das ein herber Schlag, erzählt Dirk Vater, der Präsident des Karneval-Landesverbande.

Die Funkenmariechen-Garde der 1. Köthener Karnevalsgesellschaft begleitet Prinzenpaar, Prinzessin Mara Christin die I. und Prinz Sören der I. während des Rosenmontagsumzuges in Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld).
Wegen der Corona-Pandemie finden in diesem Jahr kaum Karnevalsveranstaltungen statt. (Symbolcollage) Bildrechte: MDR/dpadpa

Normalerweise beginnt am 11.11. eines jeden Jahres die Karnevalssession. Diesmal wird das närrische Treiben jedoch eine Pause einlegen. Die aktuellen Coronabeschränkungen verhindern größere Zusammenkünfte – wie etwa die bunten Feierlichkeiten zum 11.11. und Schlüsselübergaben an den Rathäusern – bis Ende November. Mindestens. Doch viele Vereine haben sich schon jetzt entschieden, ihre Sitzungen, Veranstaltungen und Umzüge bis Februar abzusagen.

Insgesamt gibt es im Land gut 190 Karnevals- und Faschingsvereine mit rund 17.600 Mitgliedern. Und vielen von ihnen droht in den kommenden Monaten eine schwere Zeit, sagt Dirk Vater, der Präsident des Karneval-Landesverbandes.

Die aktuelle Situation ist ein herber Rückschlag für die Vereinsarbeit. Schon seit Monaten wurden Kostüme vorbereitet und Shows geprobt. Die Vorbereitungen, die schon mindestens seit dem Sommer laufen, sind nun für die Katz.

"Immenser kultureller Ausfall"

Dabei hätten die Karnevalsfreunde in Sachsen-Anhalt wegen niedriger Infektionszahlen bis zuletzt gehofft, viele ihrer Ideen umsetzen zu können, weiß Vater. Der teilweise "Lockdown", der seit Anfang des Monats gilt, machte diese Pläne zunichte. "Das ist nicht nur für die Vereine eine schwierige Situation, sondern auch ein immenser kultureller Ausfall für die Orte", ist sich Vater sicher.

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Er glaubt, dass die Absagen Kinder und Jugendliche besonders treffen. Gut die Hälfte der Mitglieder in den Vereinen seien unter 18. "Wenn jetzt Auftritte und Turniere ausfallen – und damit die Außendarstellung – fehlt die Anerkennung für den Trainingsaufwand in den Monaten zuvor." Das wirke sich natürlich auf die Motivation aus, so Vater, der befürchtet, dass der Kinderbereich wegbrechen könnte, sollten Fasching und Karneval über längere Zeit nicht möglich sein. "Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht zerschießen, was die Vereine über 20, 30 Jahre aufgebaut haben", mahnt der Präsident.

Wirtschaftliche Folgen: "Ein Jahr überstehen wir"

Hinzu kommen die wirtschaftlichen Folgen. Schließlich brechen den Vereinen mit dem Ausfall ihrer Veranstaltungen auch wichtige Einnahmen weg. Kosten für Material oder Trainingsräume haben sie aber trotzdem. Manche Karnevalsvereine betreiben gar eigene Häuser und müssen die Miete dafür aufbringen. "Findet die Session 2020/21 nicht statt, ist das auch ein wirtschaftlicher Totalausfall", erklärt Vater.

Dennoch ist er verhalten optimistisch, dass die Vereine im Land einigermaßen gut über die nächsten Monate kommen. "Von allem, was ich höre, haben die Vereine in den letzten Jahren gut gewirtschaftet. Sollte es bei der einen Session ohne größere Karnevalsveranstaltungen bleiben, werden das wohl alle überstehen." Sollte die Pandemie dagegen auch die Session 2021/22 verhindern, drohen der Karnevalslandschaft in Sachsen-Anhalt bleibende Schäden.

Schlüsselübergabe mit zwei Haushalten

Doch so strikt die Bestimmungen derzeit auch sind, ganz wollen Karnevalisten und Faschingsfreundinnen im Land nicht auf das närrische Treiben verzichten. Deswegen wird es eine virtuelle Eröffnung der Session geben, kündigt Vater an. Diese wurde schon vor Wochen aufgezeichnet. Einige Vereine planen auch, ihre Sitzungen online abzuhalten, sowohl am 11.11. als auch über die kommenden Monate. Dabei setze man auch auf die Jugend, erklärt Karnevalspräsident Dirk Vater.

Und schließlich wird es doch noch eine Schlüsselübergabe in traditioneller Form geben. Das Aschersleber Prinzenpaar bekommt vom Bürgermeister der Stadt, Andreas Michelmann, den Schlüssel für das Rathaus. Ohne große Gesellschaft, mit Abstand von einem Haushalt zum anderen. Als kleines Hoffnungszeichen in Zeiten von Corona.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. November 2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Ekkehard Kohfeld vor 2 Wochen

Ja wissen sie die Deutsch haben eh ein Problem mit dem Alkohol,ich finde es prima das man das mal bremst.
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Finden sie das wirklich noch lustig,ich bei Gott nicht?😱😱😱

jackblack vor 2 Wochen

Schaffen sie doch ALLES ab, dann braucht man auch nicht mehr zu leben!!!!!

Ekkehard Kohfeld vor 2 Wochen

Nur ohne Feiern wir das aber nicht so viel konsumiert wetten.😁😁😁

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