Juckreiz und brennende Haut Gesundheitsamt: "Krätze kann jeden treffen"

Ein starker Juckreiz und brennende Haut: Die Symptome bei Krätze-Erkrankungen sind unangenehm – und die Zahl der Erkrankungen steigt. Für den Chef des Magdeburger Gesundheitsamtes ist das aber kein Grund zur großen Sorge.

Eine Frau kratzt sich am Arm.
Juckreiz ist eines der Symptome bei Krätze-Erkrankungen (Symbolbild). Bildrechte: IMAGO

Der Anstieg bei der Zahl der Krätze-Fälle in Sachsen-Anhalt ist nach Meinung des Magdeburger Gesundheitsamtes kein Grund zur Sorge. Der Leiter der Behörde, Eike Hennig, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Zahl der Erkrankungen in der Landeshauptstadt von jährlich rund 30 auf 70 im vergangenen Jahr gestiegen sei. Das entspreche einer Quote von nicht einmal zwei Fällen pro Stadtteil.

"Von einem explosionsartigen Anstieg kann keine Rede sein", erklärte Hennig. Er räumte aber ein, dass es auch bundesweit eine Zunahme der Erkrankungen mit Krätze gebe. Eine Ursache dafür zu finden, sei aber schwierig. Die Zahl habe auch in den vergangenen Jahren geschwankt und werde auch wieder zurückgehen.

Der Leiter des Magdeburger Gesundheitsamtes betonte, Krätze könne jeden treffen. "Das ist unabhängig von der allgemeinen Sauberkeit in einer Familie. Bei engflächigem Hautkontakt über mehrere Minuten hinweg können Krätzmilben von einem Organismus auf den anderen wandern." Springen könnten die Milben aber nicht.

Was hinter der Krätze steckt Hinter der Krätze steckt die Krätzmilbe. Sie gehört laut Apotheken-Umschau zu den Spinnentieren und paart sich an der Oberfläche der Haut. Die weibliche Krätzmilde gräbt demnach Gänge in die obere Hautschicht und legt dort ihre Eier ab. Dabei bleiben auch Ausscheidungen der Milbe zurück. Sie führen den Angaben zufolge schließlich zur Reaktion des Immunsystems: Die Haut entzündet sich und juckt stark.

Mit Salben und Tabletten behandelbar

Interview mit Dr. Eike Hennig, Leiter des Magdeburger Gesundheitsamtes
Dr. Eike Hennig, Leiter des Magdeburger Gesundheitsamtes, sieht angesichts gestiegener Krätze-Fälle keinen Grund zur Sorge. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Deutliche Symptome sind demnach hartnäckiger Juckreiz und eine gleichzeitige Entzündung der Haut. "Betroffene Stellen sind meist zwischen den Fingern, am Nabel, in der Leistenbeuge und an der Außenflanke der Ellenbogen." Bei der ärztlichen Diagnose würden dann kommaförmige Gänge in der Haut festgestellt. Krätze sei mit Salben oder Tabletten behandelbar.

Um weiter steigenden Zahlen vorzubeugen, rief Hennig unter anderem das Personal in Kitas auf, besonders aufmerksam zu sein, wenn Kinder sich häufig kratzten oder über ein Jucken der Haut klagten. Auch Gemeinschaftsunterkünfte trügen zur Ausbreitung der Krankheit bei, sagte er.

MZ: Deutlicher Anstieg im Landkreis Harz

Die Mitteldeutsche Zeitung hatte am Dienstag geschrieben, dass es in Sachsen-Anhalt immer mehr Krätze-Fälle gebe. Demnach haben die Behörden einen deutlichen Anstieg beispielsweise in Halle, Magdeburg und im Landkreis Harz festgestellt. Laut Statistik wurden 2015 in Halle 23 Krätze-Fälle gemeldet, 2017 waren es 77. Noch mehr Krätze-Fälle würden aus dem Landkreis Harz gemeldet: Dem Bericht zufolge trat die Hautkrankheit dort 2015 insgesamt 25 Mal auf. Im vergangenen Jahr habe es 126 Fälle gegeben. Laut Zeitungsbericht gibt es aber eine hohe Dunkelziffer.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13.03.2018 | 15:10 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 14:02 Uhr

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3 Kommentare

13.03.2018 23:18 part 3

Manche leiden jetzt schon 27 Jahre darunter und Abhilfe ist nicht Sicht.

13.03.2018 18:44 Leser 2

Krätze wird auch als Tropenkrankheit bezeichnet. Wiki weiß das.

13.03.2018 14:33 Helmut 1

Krätze kommt vom Dreck, und ist sehr ansteckbar,
natürlich wie immer vom Gesundheitsamt weiß der überhaupt was er erzählt , ich glaube nicht es gibt viele verdeckte Fälle davon auch noch mit die nicht zum Arzt gehen.