Vermisste Jugendliche Keine Spur von IS-Mädchen

Vor zwei Jahren machten sich zwei Mädchen aus Aschersleben und Sangerhausen auf den Weg, um sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Auch wenn immer mehr Gebiete und Syrien und dem Irak vom IS befreit werden, fehlt von beiden bislang jede Spur.

Von zwei Mädchen aus Sachsen-Anhalt, die sich dem IS angeschlossen haben sollen, fehlt nach wie vor jede Spur. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle, Klaus Wiechmann, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gebe zu den beiden Mädchen keinen Kontakt. Man wisse nicht, wo sie seien.

Wiechmann wies darauf hin, dass unter den kürzlich im irakischen Mossul festgenommen IS-Kämpferinnen keine Sachsen-Anhalterinnen seien. Eine der Kämpferinnen war eine 16-Jährige aus dem sächsischen Pulsnitz. In einem Interview erklärt sie, dass sie es inzwischen bereut, sich dem IS angeschlossen zu haben. Auch hoffe sie auf eine Auslieferung nach Deutschland.

Seit zwei Jahren verschwunden

Die beiden Mädchen aus Sachsen-Anhalt sind seit mehr als zwei Jahren verschwunden. Zunächst war im Dezember 2014 eine 15-Jährige aus Aschersleben nicht von der Schule nach Hause zurückgekehrt. Das Mädchen soll sich mit einer gefälschten Vollmacht der Eltern ein Flugticket in Richtung Adana in der Türkei besorgt haben. Adana liegt in der Nähe der Grenze zu Syrien.

Nach MDR- Informationen hatte die Schülerin nach der Ausreise ihrer Familie eine Nachricht übermittelt, in der es sinngemäß hieß, dass es ihr gut gehe und man nicht nach ihr suchen solle. Sie sei in Gesellschaft einer Frau und deren Kindern aus Deutschland.

Eine afghanische Frau trägt eine Burka
Von den Mädchen aus Sachsen-Anhalt gibt es keine Spur. Bildrechte: dpa

Rund drei Monate später war eine 15-jährige Schülerin aus Sangerhausen in Begleitung einer 18-Jährigen aus Thüringen in die Türkei gereist, um sich von dort aus dem IS anzuschließen. Die junge Frau aus Thüringen heiratete kurz nach der Ankunft und hielt sich damals im syrischen Rakka auf, dass damals als Hauptstadt des IS galt. Kennengelernt haben sich die beiden Mädchen wahrscheinlich über soziale Netzwerke.

Mehr als 900 "Terror-Touristen"

Auch aus anderen Bundesländern hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Berichte von überwiegend jungen Menschen gegeben, die sich über das Internet radikalisiert und dann von Deutschland aus auf den Weg nach Syrien gemacht hatten. Dort wollten sie sich der Terrororganisation anschließen. Insgesamt etwas mehr als 900 Menschen waren es nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz, berichtete "Spiegel Online" im Frühjahr. Darunter auch viele Frauen und Mädchen. Viele von ihnen wurden den Berichten nach freiwillig oder unter Zwang mit einem IS-Kämpfer verheiratet. Die Hochzeit der Ausreisewelle waren die Jahre 2014 und 2015, als gut 700 Menschen nach Syrien und in den Irak reisten.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/olei

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2017, 16:53 Uhr

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2 Kommentare

25.07.2017 10:16 Frederic 2

Die Frage ist doch; wieso Fahndung ?? Haben die in der BRD etwas angestellt ?? Es ist dann doch IHR Wille der BRD den Kückenzuzukehren. Ergo was soll der Unsinn. Wenn die als Christen erzogen wurden, aber lieber dm Islam angehören möchten, dann können die das doch, - oder ?? Der IS freut sich dann auf Frischfleisch aus der BRD. Seit zwei Jahren veschwunden - haben sich woanders eingelebt - na und es kann doch jeder selbst entscheiden, oder??

24.07.2017 16:28 bunter Rheinländer 1

Die zwei islamischen Mädchen sind auf dem Fahndungsfoto aber nun wirklich kaum zu erkennen.
Hier im Ort laufen etwa ein Dutzend Salafisten im gleichen Outfit herum. Eine Vermummte radelt auf dem Klapprad.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Es handelt sich hier um ein Symbol- und nicht um ein Fahndungsfoto.

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