Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung So viele Kinder werden jedes Jahr Opfer von Straftaten gegen das Leben

Die meisten Opfer von Tötungsdelikten in Sachsen-Anhalt sind zum Zeitpunkt der Tat volljährig. Doch auch Kinder und Jugendliche sind Jahr für Jahr Opfer, eine Altersgruppe dabei besonders häufig.

Eine Gruppe Kinder sitzt auf einer Holzbank und blickt in die Ferne.
Jahr für Jahr werden Kinder in Sachsen-Anhalt Opfer von Mord, Totschlag oder fahrlässiger Tötung. Bildrechte: MDR/Unsplash/Piron Guillaume

Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung: in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) von Sachsen-Anhalt werden diese Delikte in der Kategorie "Straftaten gegen das Leben" zusammengefasst. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 93 solcher Delikte registriert – das sind 0,05 Prozent aller rund 173.000 Straftaten. Zu diesen 93 Straftaten gegen das Leben weist die PKS insgesamt 96 Opfer aus, das ist der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Die meisten Opfer waren zum Zeitpunkt der Tat bereits volljährig, nur etwa 10-20 Prozent waren im Kindes- oder Jugendalter:

Vor allem jüngere Kinder betroffen

Für die Jahre 2017 bis 2019 sind aus der PKS detaillierte Altersangaben der Opfer von Straftaten gegen das Leben ablesbar. Demnach sind – sofern Kinder betroffen sind – vor allem unter 6-Jährige die Opfer. Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 13 hingegen so gut wie nie.

Die Aufklärungsquote von Mord, Totschlag und fahrlässiger Tötung ist mit durchschnittlich knapp 90 Prozent im Vergleich zu allen Straftaten überdurchschnittlich hoch. Allerdings gehen in die Statistik auch immer nur die Fälle ein, die von der Polizei auch registriert wurden.

Insgesamt ist Zahl der Straftaten gegen das Leben in Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren leicht gesunken:

#MDRklärt Das sind die häufigsten Tatmotive bei Kindstötungen

Auch Kinder und Babys werden Opfer von Tötungsdelikten – selbst von den eigenen Eltern. Die Kriminologin Ania Wilczynski hat die Tatmotive wissenschaftlich untersucht. Sie variieren zwischen den Geschlechtern.

Themenbild: Kindesmisshandlung - Eine Puppe liegt im Schmutz auf dem Boden.
Bildrechte: colourbox
Themenbild: Kindesmisshandlung - Eine Puppe liegt im Schmutz auf dem Boden.
Bildrechte: colourbox
Vor allem von Frauen 1. Das Kind war nicht gewollt 2. Altruismus: Der Gedanke, das Kind sei tot besser dran 3. Psychische Probleme der Eltern 4. Münchhausen Stellvertretersyndrom: Eltern erfinden Krankheitssymptome für ihre Kinder
Bildrechte: MDRklärt
Vor allem von Männern 1. Übertriebene Bestrafung oder Disziplinierung 2. Rache am Partner 3. Eifersucht auf die Aufmerksamkeit oder Frustration durch Ablehnung des Kindes 4. Sexueller Missbrauch
Bildrechte: MDRklärt
Insgesamt nach Häufigkeit  1. Übertriebene Bestrafung oder Disziplinierung 2. Das Kind war nicht gewollt 3. Rache am Partner 4. Psychische Probleme der Eltern
Bildrechte: MDRklärt
5. Eifersucht auf die Aufmerksamkeit oder Frustration durch Ablehnung des Kindes 6. Altruismus: Der Gedanke, das Kind sei tot besser dran 7. Sexuellen Missbrauch 8. Münchhausen Stellvertretersyndrom: Eltern erfinden Krankheitssymptome für ihre Kinder 9. Unklar oder ungewollt durch Vernachlässigung
Bildrechte: MDRklärt
Hier gibt es Hilfe: Kinderschutzbund Tel.: 0800/111 0 550 (anonym und kostenlos)
Bildrechte: MDRklärt
Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Juli 2020 | 05:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Alle (7) Bilder anzeigen

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Juli 2020 | 05:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt