Wolmirstedt teuer, Falkenstein günstig Übersicht über Krippen-Gebühren in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt müssen Eltern für einen Krippenplatz zwischen 150 und 270 Euro im Monat zahlen. Das ergab eine Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT. Konkret gefragt wurde bei den Landkreisen und kreisfreien Städten nach den Kosten für einen Krippenplatz, bei dem ein Kind täglich zehn Stunden betreut wird. Nach dieser Übersicht müssen Eltern in Wolmirstedt am meisten für den Platz bezahlen, die Eltern in Falkenstein und Klötze am wenigsten.

von Manuel Mohr und Maximilian Schörm, MDR SACHSEN-ANHALT

Kind in der Kita
Bildrechte: IMAGO

Die Preise für einen Platz in einer Kinderkrippe in Sachsen-Anhalt variieren von Kommune zu Kommune teilweise erheblich. Am teuersten für die Eltern sind Plätze in Wolmirstedt, sie müssen dort bis zu 270 Euro pro Monat bezahlen. In Falkenstein im Harz kosten Krippenplätze dagegen nur 150 Euro.

Recht günstig aus Elternsicht sind Krippenplätze in Sachsen-Anhalt auch in Klötze, Osterburg, Hohenmölsen und Wittenberg. Vergleichsweise teuer sind Huy, Droyßig und Tangermünde.

Im Harz ist der größte Unterschied zwischen den Kommunen zu finden. Denn wer sein Kind nicht in Falkenstein, sondern im etwa 50 Kilometer entfernten Huy in die Krippe schicken will, muss durchschnittlich 110 Euro mehr bezahlen. Einen ähnlichen Fall gibt es im Landkreis Börde: Laut der Umfrage von MDR SACHSEN-ANHALT sind Krippenplätze in Haldensleben deutlich günstiger als im 20 Kilometer entfernten Wolmirstedt.

Die Anfrage bei den Landkreisen und kreisfreien Städten bezog sich auf die Betreuungskosten eines Kindes in einer Kinderkrippe mit einem Vertrag von täglich zehn Stunden zum Stichtag 01.12.2016.

Übersicht der Krippen-Gebühren, aufgeschlüsselt nach Landkreisen

Insgesamt betrachtet sind die Preise für einen Krippenplatz in Sachsen-Anhalts Landkreisen recht einheitlich. Über dem Durchschnitt liegen die beiden kreisfreien Städte Magdeburg und Halle, Spitzenreiter ist aber der Landkreis Stendal. Besonders günstig sind dagegen die Plätze im Jerichower Land.

Die Gesamtkosten für einen Krippenplatz liegen zwischen 800 und 1000 Euro, schätzt das Land. Die Eltern zahlen also direkt rund ein Viertel der Kosten. Der Rest wird vom Land, dem Landkreis und den Kommunen getragen. Land und Landkreise zahlen eine feste Pauschale pro Platz. Mindestens die Hälfte des übrigen Betrags müssen die Kommunen aufbringen, den Rest bezahlen die Eltern.

Das Land ist gerade dabei, die Kita-Förderung neu zu regeln. Sozialministerin Petra Grimm-Benne kündigte an, dass die Finanzierung auf den Prüfstand gestellt wird. Dazu werden alle 1.800 Kitas in Sachsen-Anhalt befragt. Dabei werden auch die konkreten Elternbeiträge abgefragt. Das Land will auch genau hinschauen, wie die Einrichtungen arbeiten und wie Betreuungs-Angebote angenommen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 08.02.2017 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08.02.2017 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2017, 08:34 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

08.02.2017 10:04 Frauke Garstig 2

Wenn man mal einen Kitaplatz bekommen würde! Wie kann es sein, dass Kinder aus umliegenden Gemeinden von Magdeburg bevorzugt behandelt werden, ihre Kinder wegen ihrer Arbeit im Ort in eine Magdeburger Kita abgegeben können und Magdeburger Familien das Nachsehen haben? Es ist völlig bekloppt, dass ländliche Kitas nicht ausgelastet sind, weil die Eltern so bequem sind und die Städter, trotz Kitas um die Ecke, ihre Kinder aufs Land aufwendig chauffieren müssen! Die eigentlichen 200 EUR für eine Ganztagsbetreuung ist völlig angemessen, die wirklichen Kosten enstehen durch den tagtäglichem Transfer!

08.02.2017 08:16 rolle 1

An dieser Karte sieht man wie wie stark die soziale Ungerechtigkeit besteht. Eltern mit einem gleichen Einkommen von 2500 € Netto im Monat müssen in der Gemeinde Huy 260 € bezahlen und Eltern in Biederitz 160€. Das sind Hundert Euro weniger für das wohl des Kindes. Da reicht nicht mal das Kindergeld. Dazu kommen noch monatlich die Kosten für die Verpflegung des Kindes. Armes Deutschland und sein föderales System.

Mehr aus Sachsen-Anhalt