Hilferuf aus der Sauna und "Entführung" vor der Hochzeit Kuriose Polizeifälle aus Sachsen-Anhalt

Polizisten sind auf Demos im Einsatz, jagen Verbrecher oder fahren Streife. Bei ihren Einsätzen geraten sie aber hin und wieder auch in ganz ungewöhnliche Situationen. Hier sind sechs davon.

Kuriose Polizei-Meldungen
Bildrechte: MDR/Collage/dpa/pixabay

Ein Nackter auf der Einkaufsstraße und ein freiheitsliebender Pfau: Polizisten jagen nicht nur Diebe und Schwerverbrecher, sondern haben es auch mit dem einen oder anderen seltsamen Fall zu tun. Sechs Polizeieinsätze in Sachsen-Anhalt 2019 abseits der Alltagsroutine:

Zu laut: Nicht nur die Polizei, auch Feuerwehr und Rettungsdienst rückten im Februar in Kalbe (Altmarkkreis Salzwedel) aus, weil ein Mann nicht auf Klingeln und Klopfen an seiner Wohnungstür reagierte. Die Nachbarn sorgten sich. Am Ende stieg die Feuerwehr per Drehleiter durch das Küchenfenster in die Wohnung ein und fand den Mittfünfziger vor seinem viel zu lauten TV-Gerät. Die Beamten empfahlen ihm, seine Fernsehgewohnheiten "im Sinne einer friedlichen und sorgenfreien Nachbarschaft zu überdenken" und verließen die Wohnung wieder.

Zu dumm: Beamte wollten Ende April einer Frau ihr gefundenes Portemonnaie zurückbringen. Als sie an der Wohnungstür in Halle klingelten, rochen sie Cannabis und stellten die 19-Jährige zur Rede. Der ebenfalls anwesende Freund der jungen Frau mischte sich daraufhin in das Gespräch ein. Die Situation eskalierte und die Beamten setzten Pfefferspray ein. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden sie später Cannabissamen und -blüten, die sie beschlagnahmten.

Zu heiß: Ein nackter Spaziergänger bastelte sich im Hochsommer in Halle vor den Augen der Polizei eine provisorische Hose. Warum? Der Mann war ohne Kleidung auf einer Einkaufsstraße unterwegs. Als ihn die Beamten ansprachen, sagte er, dass es ihm einfach nur zu heiß sei. Die Polizisten überzeugten den freizügigen Fußgänger dennoch, etwas anzuziehen. Der Mann formte daraufhin aus Zeitungspapier eine Hose und setzte seinen Weg mit dem provisorischen Kleidungsstück fort. Die Beamten konnten damit leben.

Zu fantasievoll: Im August löste die witzig gemeinte "Entführung" eines Mannes in Gommern (Landkreis Jerichower Land) einen Polizeieinsatz aus. Mehrere mit Sturmhauben maskierte Männer jagten ihren Kumpel aus dem Bett, um ihn zu einem unvergesslichen Junggesellenabschied zu "entführen". Die Überraschung ging schief: Nachbarn alarmierten aus Sorge die Polizei. Sie gaben an, Kidnapper mit Sturmhauben und Schreckschusspistolen gesichtet zu haben. Vor Ort trafen die Beamten schließlich nur eine feierwütige Männergruppe an – Schreckschusswaffen entdeckten sie nicht.

Zu spät: Ende September wurde eine Frau in Halle versehentlich in einem Fitnessstudio eingeschlossen, weil sie sich dort zu lange in der Sauna aufgehalten hatte. Als sie das Studio verlassen wollte, war es bereits geschlossen. In ihrer Not rief die Freizeitsportlerin die Polizei. Die Beamten alarmierten daraufhin die Feuerwehr, die sie per Drehleiter aus ihrer misslichen Lage befreite.

Zu freiheitsliebend: Ein Pfau riss im Oktober aus dem Zoo in Halle aus, konnte aber von Polizisten eingefangen werden. Das Tier wurde rund drei Kilometer von seinem Domizil entfernt im Stadtviertel Giebichenstein entdeckt. Beamte des Polizeireviers Halle fingen den Ausreißer ein und brachten ihn zurück. Es war nicht das erste Mal, dass der Vogel einen Ausflug unternahm: Schon im September hatte er das Weite gesucht und auf diese Weise Bekanntschaft mit der Polizei gemacht.

Quelle: dpa, MDR/agz

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