Der Schriftzug der Nord/LB Landesbank für Sachsen-Anhalt, ist am Stammsitz in Magdeburg zu sehen.
Falles es nicht gelingt, die Landesbank zu retten müssen bis zu 400 Mitarbeiter um ihren Job fürchten. Bildrechte: dpa

Milliarden-Defizit bei Nord-LB Krise der Landesbank setzt Sachsen-Anhalt unter Druck

Die Krise bei der Landesbank setzt Sachsen-Anhalt unter Druck: Die Nord-LB benötigt bis Anfang Februar dringend Finanzmittel, um ihre Verluste auszugleichen. Nun muss die Landesregierung entscheiden, ob sie den dreistelligen Millionenbetrag entgegen früherer Aussagen zur Verfügung stellt. Denn das Land ist Anteilseigner bei der Nord-LB. Diese ist zudem Girozentrale für 13 Sparkassen in Sachsen-Anhalt.

Der Schriftzug der Nord/LB Landesbank für Sachsen-Anhalt, ist am Stammsitz in Magdeburg zu sehen.
Falles es nicht gelingt, die Landesbank zu retten müssen bis zu 400 Mitarbeiter um ihren Job fürchten. Bildrechte: dpa

Das Land Sachsen-Anhalt muss kurzfristig entscheiden, ob es für die Rettung der Norddeutschen Landesbank (Nord-LB) einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung stellt. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT geht es um etwa 200 Millionen Euro. Weil die Bankenaufsicht bereits bis Freitag kommender Woche Klarheit fordert, muss die Landesregierung schnell eine Entscheidung treffen.

Schwierigkeiten bei der Landesbank

Hintergrund der Forderungen sind finanzielle Probleme der Bank, die ursprünglich mit dem Geld privater Investoren hätten gelöst werden sollen. Dieser Plan droht nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT allerdings zu scheitern. Um die Bank zu retten, ist deshalb Geld der Sparkassen sowie der Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachsen nötig. Sachsen-Anhalt hält mit etwa sechs Prozent vergleichsweise geringe Anteile an der Bank.

Schriftzug «NORD/LB» der Norddeutsche Landesbank Girozentrale im Breiten Weg in Magdeburg
Sitz der Nord-LB in Magdeburg Bildrechte: MDR/André Plaul

Was ist die Landesbank Nord-LB? Als Landesbank für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist die Nord-LB vor allem für die Finanzierung von Projekten der öffentlichen Hand zuständig. Das Institut mit Hauptsitz in Hannover hat sich aber auch als Kreditgeber im Schiffs-, Flugzeug-, Agrar- und Infrastrukturgeschäft spezialisiert.

Die Nord-LB ist zugleich eine Art Zentralbank für etwa 70 regionale Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind zusammen mit den Sparkassenverbänden Anteilseigner der öffentlich-rechtlichen Bank.

Kann die Schieflage der Nord-LB nicht abgewendet werden, müssen laut "Handelsblatt" die anderen Landesbanken beispringen – etwa die BayernLB oder die Landesbank Baden-Württemberg. Reicht ihr Geld nicht aus, müssen alle deutschen Sparkassen mit ihrem Haftungsverbund helfen. Quelle: dpa, Handelsblatt

Bei Stresstest mit am schlechtesten abgeschnitten

Die Nord-LB steckt seit geraumer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Grund sind misslungene Finanzierungen von Schiffen. Die Bank hatte auf Schiffe gesetzt, deren Käufer die Kredite teilweise nicht mehr bedienen konnten.

2017 hatte die Bank einen Verlust von fast zwei Milliarden Euro gemacht. Anfang November hatte die Europäische Bankenaufsicht EBA Kreditinstitute mit einem sogenannten Stresstest auf ausreichend Kapital untersucht. Damit sollte eine mögliche wirtschaftliche Krise nach dem Brexit geprüft werden. Die Nord-LB und die deutsche Bank schnitten mit am schlechtesten ab.

Um zu überleben, braucht die Bank in kurzer Zeit insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro neues Kapital. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erwartet, dass sich Sachsen-Anhalt an der Rettung der Nord-LB beteiligt. Die Landesregierung muss daher entscheiden, ob sie ihren Anteil von etwa 200 Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder (CDU) hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass das Land kein weiteres Geld für die Bank bereitstellen wolle. In Magdeburg beschäftigt die Landsbank rund 400 Mitarbeiter.

Mehr zum Thema

Skyline der Frankfurter Innenstadt
Frankfurt am Main, der Sitz der Deutschen Bank und der Commerzbank Bildrechte: Colourbox.de

Quelle: dpa,MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Januar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 18:52 Uhr