Mähdrescher erntet Wintergesrste auf einem Feld.
Die Trockenheit hat auch in diesem Jahr den Landwirten zugesetzt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Landwirtschaft Bauernverband zur Erntebilanz: "Situation schon sehr dramatisch"

Der Landesbauernverband schlägt angesichts der Folgen der Trockenheit Alarm. Verbandschef Olaf Feuerborn bezeichnet die Situation als dramatisch. Auf neue Hilfen vom Land wollen die Bauern aber nicht bestehen.

Mähdrescher erntet Wintergesrste auf einem Feld.
Die Trockenheit hat auch in diesem Jahr den Landwirten zugesetzt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Landesbauernverband in Sachsen-Anhalt zieht eine alarmierende Bilanz. Grund ist die andauernde Trockenheit. Verbandschef Olaf Feuerborn sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Ernte und die Situation der Betriebe seien durchschnittlich bis sehr schlecht. Die Betriebe wüssten nicht mehr, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen.

Es fehlt jede Menge Wasser im Unterboden. Also für uns ist die Situation schon sehr dramatisch.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt

Im Vergleich zu den Jahren 2012 bis 2017 liegt die Getreideernte in diesem Jahr 15 Prozent unter dem Durchschnitt. Nur im Vergleich zu 2018 ist ein Plus von 16 Prozent zu verzeichnen.

Tierbetriebe ohne Futtervorräte

Olaf Feuerborn, Landwirt und Präsident des Landesbauernverbandes von Sachsen-Anhalt
Olaf Feuerborn, Landwirt und Präsident des Landesbauernverbandes von Sachsen-Anhalt Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für Ernten im Herbst zeichnen sich laut Feuerborn ebenfalls Einbußen ab, zum Beispiel beim Mais. Das treffe auch die Tierbetriebe schwer. Diese hätten keine Futtervorräte mehr. Mehrere Betriebe würden darüber nachdenken, einen Teil ihrer Bestände zu schlachten, damit die verbliebenen Tiere vernünftig versorgt werden können.

Bei den Ertragseinbußen gebe es regional große Unterschiede, so Feuerborn. Punktuell habe es geregnet, in der Fläche sei dies aber nicht genug gewesen. So schlimm wie im Dürrejahr 2018 sei es in diesem Jahr vor allem im Süden und Osten Sachsen-Anhalts sowie im Altmarkkreis.

Keine Forderungen nach erneuten Dürrehilfen

Auf neue Hilfen vom Land wollen die Bauern aber nicht bestehen. "Wir fordern nichts. Wir haben uns im vergangenen Jahr über die Dürrehilfen gefreut." Die Bauern wüssten aber, dass die Regierung eine Wiederholung der Dürrehilfen ablehnt. Angesichts der Situation in den Regionen sei das bedauerlich, so Feuerborn. Generell stünden aber auch einige Zahlung aus dem vergangenen Jahr noch aus. Diese könnten mehreren Betrieben eine finanzielle Absicherung ermöglichen.

Eine Aufforderung der Politik, andere Feldfrüchte anzubauen, die besser mit der Dürre zurechtkommen, reicht für Feuerborn nicht aus: "Welche Pflanzenkultur kommt ohne Wasser aus? Das geht einfach nicht. Wasser ist Grundvoraussetzung." Auch sei für Pflanzen, die besser mit der Dürre klarkommen als Weizen oder Mais, kein Markt vorhanden.

Auch eine Beregnung hält der Landwirt nicht für die Lösung. Das würde nicht bei allen Pflanzen funktionieren, so Feuerborn. Außerdem sei sie kostenintensiv und würde sich nicht immer rechnen:

Aber man muss über Wassermanagement sprechen. Dazu gehören dann alle ins Boot. Die Politik sowie auch das Landeshochwasseramt.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt

MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. August 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 14:43 Uhr

2 Kommentare

aus Sachsen und denkt vor 3 Wochen

" Mehrere Betriebe würden darüber nachdenken, einen Teil ihrer Bestände zu schlachten, damit die verbliebenen Tiere vernünftig versorgt werden können." - Wenn es auf diesem dramatischen Wege zu einer Reduzierung der Massentierhaltung käme, wäre die derzeitige Lage wenigstens zu etwas gut.

Schiller vor 3 Wochen

Ich finde, dass das Land den Bauern zumindest insofern helfen sollte als das wirksame Vorkehrungen (Wasserspeicher etc) für kommende Sommer getroffen werden. Da sehe ich bisher noch keine echte Lernkurve.

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