Ilse Junkermann im Talar stehend
Die Magdeburger Bischöfin Ilse Junkermann muss im Sommer 2019 ihren Stuhl räumen. Bildrechte: Evangelische Kirche Mitteldeutschland

Evangelische Kirche Mitteldeutschland Landesbischöfin Junkermann wechselt zur Uni Leipzig

Noch-Landesbischöfin Ilse Junkermann wird ab 2019 an der Uni Leipzig forschen. Dort widmet sie sich dem Leben in der Kirche zu DDR-Zeiten. Eigentlich wollte die 61-Jährige bis zu ihrem Ruhestand 2023 im Amt bleiben. Allerdings war ihre Amtszeit bereits 2017 nicht vom Landeskirchenrat verlängert worden.

Ilse Junkermann im Talar stehend
Die Magdeburger Bischöfin Ilse Junkermann muss im Sommer 2019 ihren Stuhl räumen. Bildrechte: Evangelische Kirche Mitteldeutschland

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, wechselt nach ihrer Amtszeit an die Universität Leipzig. Wie die EKM am Montag mitteilte, wird sie dort eine neue Forschungsstelle zur Kirche in der DDR-Zeit leiten. Junkermanns Amtszeit endet im August 2019. Ihre neue Aufgabe soll sie zum 1. September antreten.

Forschung zu kirchlichem Leben in der DDR

Die Forschungsstelle trägt den Titel "kirchliche Praxis in der DDR. Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit" und wird am Lehrstuhl für praktische Theologie der Theologischen Fakultät angesiedelt. Sie soll den Angaben der EKM zufolge bis 2023 die Besonderheiten des kirchlichen Lebens in der DDR wissenschaftlich aufarbeiten und für die praktisch-theologische und die kirchliche Arbeit nutzbar machen.

Junkermann betonte, als Landesbischöfin habe sie die Rolle der evangelischen Kirche zur Zeit der DDR intensiv reflektiert. "Dabei ist mir aufgefallen, wie wenig davon im gesamtdeutschen Leben unserer Kirchen und im wissenschaftlichen Diskurs präsent ist." So sei kaum erforscht, wie die Kirchen in der DDR trotz Anfeindungen durch den Staat ihr christliches Profil schärfen konnten. Bei dieser Forschungsarbeit könne sie von ihrer Erfahrung als Landesbischöfin profitieren, sagte Junkermann.

Amtszeit nicht verlängert

Ilse Junkermann war 2009 nach der Fusion der beiden evangelischen Landeskirchen Thüringens und Sachsen-Anhalts zur neuen Landesbischöfin der evangelischen Landeskirche Mitteldeutschland gewählt worden. Zuvor war sie Oberkirchenrätin in Stuttgart.

Die 61-Jährige wollte eigentlich bis zu ihrem Ruhestand 2023 im Amt bleiben. Die dafür notwendige Zustimmung hatte ihr jedoch der Landeskirchenrat im Jahr 2017 überraschend nach zehnjähriger Amtszeit versagt. Konkrete Gründe für diese Entscheidung wurden nicht genannt. Junkermann habe während ihrer Amtszeit das Zusammenwachsen der unterschiedlichen evangelischen Traditionen in Thüringen und Sachsen-Anhalt befördert, hieß es nach dem Bekanntwerden dieser Entscheidung. Allerdings gab es bereits bei der Wahl von llse Junkermann kritische Stimmen, dass es nicht gelungen sei, Bewerber aus Ostdeutschland für das Bischofsamt zu finden.          

Kirche sucht Junkermann-Nachfolge

Gegenwärtig sucht die EKM einen Nachfolger für das Bischofsamt. Er soll auf der Frühjahrstagung der mitteldeutschen Synode im nächsten Mai gewählt werden. Bis zu ihrem Ruhestand übernimmt die Personalkosten für Ilse Junkermann die evangelische mitteldeutsche Kirche.

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) Der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands gehören eigenen Angaben zufolge mehr als 700.000 Christen an. Davon leben rund 450.000 in Thüringen und etwa 240.000 in Sachsen-Anhalt. Die übrigen Mitglieder stellen Gemeinden in den Randgebieten von Brandenburg und Sachsen.

Quelle: MDR,dpa,epd/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 19. November 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2018, 14:59 Uhr

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29 Kommentare

21.11.2018 13:41 Ur-Dresdner 29

Lieber @Wolpertinger,
Sie verwechseln da etwas: Meine Leipziger Freunde und Verwandten sind trotzdem immer noch Sachsen bzw. Ostdeutsche. Schade, dass Sie es einfach nicht verstehen können - liegt wahrscheinlich an Ihrer Herkunft. Wie schon gesagt: Wir sind ein Volk :-) und das ist auch gut so

21.11.2018 11:59 Wolpertinger 28

@21.11.2018 10:35 Ur-Dresdner
Ihr Fehler ist, dass Sie in Ossis und Wessis unterteilen. Diese gibt es aber nicht mehr. Alles deutsche Staatsbürger.
Wenn jetzt alle Posten mit Leipzigern besetzt wären, würden dann die Dresdner meckern ? Was kommt als nächstes ? Städtevergleich, Kreisvergleich, Bezirksvergleich ?

21.11.2018 10:35 Ur-Dresdner 27

@Wolpertinger: Richtig, Ihr seid ein Volk und wir sind ein Volk. Sie sollten sich die Aussage von @Kedus mal auf der Zunge zergehen lassen und versuchen, objektiv zu reflektieren.

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