Straßenbahn in Halle
Wenn alle Vorraussetzungen erfüllt sind, könnte das Azubi-Ticket ab 2020 eingeführt werden. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Haushaltsverhandlungen laufen Azubi-Ticket soll kommen – Finanzierung unklar

Das Azubi-Ticket wird in Sachsen-Anhalt schon lange diskutiert. Nun soll es eingeführt werden. Das gab Verkehrsminister Webel am Montag bekannt. Allerdings ist offen, wann es kommt und wer es bezahlt. Bislang konnten sich CDU und SPD nicht einigen. Mit dem Ticket sollen Auszubildende den Öffentlichen Personennahverkehr im ganzen Land für einen geringen Eigenanteil nutzen können.

Straßenbahn in Halle
Wenn alle Vorraussetzungen erfüllt sind, könnte das Azubi-Ticket ab 2020 eingeführt werden. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Auch in Sachsen-Anhalt soll bald es ein Azubi-Ticket geben – zu welchen Konditionen ist allerdings noch unklar. Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) erklärte am Montag in Magdeburg: "Es geht nicht um die Frage, ob und wie wir ein Azubi-Ticket einführen, sondern darum, ab wann und wer es bezahlt." Das Geld könne nicht aus dem Haushalt des Verkehrsressorts kommen, so Webel.

Genau das aber fordert Koalitionspartner SPD. Ihre Partei veranschlage dafür rund zehn Millionen Euro pro Jahr, sagte Fraktionsvorsitzende Katja Pähle. Der Doppelhaushalt 2020/21 sei die letzte Chance, ein solches Vorhaben in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen.

Azubis müssen Eigenanteil besteuern

Thomas Webel
Verkehrsminster Webel ist für die Einführung des Azubi-Tickets - allerdings sollen die Kosten nicht bei seinem Ressort landen. Bildrechte: imago/Christian Schrödter

Der Vorschlag seines Ministeriums sehe vor, dass das Ticket für alle Fahrten der Azubis gilt und nicht nur für die Berufsschulwege, so Webel. Die Azubis sollen einen Eigenanteil von 65 Euro leisten. Die Gesamtkosten würden bei rund 180 Euro pro Monat liegen, die Differenz sollen das Ministerium für Arbeit und das Ministerium für Bildung ausgleichen.

Laut Verkehrsministerium könnte das Azubi-Ticket zum Jahresbeginn 2020 eingeführt werden, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind. Nötig seien entsprechend einer Kalkulation etwa 10 bis 13 Millionen Euro pro Jahr. Voraussetzung sei, dass das Ticket von fünf bis maximal zehn Prozent der Auszubildenden im Land genutzt wird. Wenn mehr junge Leute vom Angebot Gebrauch machten, werde es teurer.

SPD will Testphase für Ticket

Die SPD schlägt ab dem 1. August 2020 eine zweijährige Pilotphase vor, um den tatsächlichen Bedarf und Aufwand zu ermitteln. Der Monatspreis für das Ticket soll maximal 50 Euro im Jahresabo betragen. Profitieren sollen alle, die in Sachsen-Anhalt eine Ausbildung absolvieren. Andere Bundesländer hätte eine solche Regelung längst. So könne mit dem sächsischen Azubi-Ticket auch der länderübergreifende Nahverkehr nach Sachsen-Anhalt genutzt werden. Umgekehrt gehe das nicht.

Standortfaktor und Beitrag zur Fachkräftegewinnung

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Holger Hövelmann, sieht im Azubi-Ticket einen wichtigen Standortfaktor und einen Beitrag zur Fachkräftegewinnung. Er will die Unternehmen motivieren, die Kosten des Tickets für ihre Auszubildenden zu übernehmen. Eine bessere Werbung für ausbildende Betriebe gebe es nicht, so Hövelmann.

Quelle: dpa, MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. August 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2019, 16:00 Uhr

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4 Kommentare

14.08.2019 10:46 Knut 4

Abzocke ist der Preis für die Busfahrt. Nach gefahrenen Kilometern kann's nicht Gehen, denn dann wären die Tarifzonen nicht verschieden groß. Nein, es geht bei der Bus GmbH um das Fahren durch möglichst viele Tarifzonen auf Strecken mit vielen Buspassagieren. DAS bloß nicht mal zwei größere Städte in derselben Tarifzone liegen. Ein Landkreis mit 30 Tarifzonen, wo gibt's denn so was. Da machen wir nur einen Preis für die einfache Fahrt ohne Umsteigen für alle Entfernungen auf der Landkarte , denn niemand kann es sich aussuchen, wo er wohnt, aber jeder, wo er hinwill. WIE bei der U-Bahn, aber mit Scheene Aussicht.

12.08.2019 19:36 Knut 3

Die Landesminister fahren ja nun weniger mit dem ÖPNV, denn sie haben Dienstwagen. Das ist wie bei der Feuerwehr, dem Schnellen Medizinischen Dienst und dem Schutzmann/Frau. Bei diesen sind Einsatzfahrzeuge lebensnotwendig, bei Landespolitikerinnen nicht, denn ihre Entscheidungen wollen wohlüberlegt und nicht vorschnell sein und passen nicht mal auf den größten Bierdeckel. Aber wenn Hr. Verkehrsminister ausschließlich mit ÖPNV einen fahren müßte, ja das käme ihn teuer, denn der ÖPNV-dschungel mit seiner wabenförmigen Einteilung in Tarifzonen ist die reinste Abzocke. Im Fernverkehr kommt man mit dem Bus genauso günstig nach München wie mit dem Nahverkehr nach Halle. Weil die Leut nach München mitfahren. Nach Halle ist es ungewiß, denn es ist genauso teuer.

12.08.2019 17:51 Pattel 2

Mensch führt es doch ein!
Symbolisch jeder Azubi 1 Euro pro Monat.
Der Verkehr wir doch sowieso bezuschusst.
Wenn ihr nicht aupasst fahren alle noch weg aus der Region.

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