Elbauen
Die Elbe bei Aken: Hier werden Uferbereiche im Rahmen von Natura 2000 unter Schutz gestellt. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Naturschutzprojekt Natura 2000 Bauern beantragen Ausnahmen von Naturschutz-Regeln

Ab 2019 setzt Sachsen-Anhalt das europaweite Umweltschutzprojekt Natura 2000 um. Im Vorfeld hatte es Kritik unter anderem von Landwirtschaftsverbänden gegeben. Einige Landwirte haben bereits Anträge gestellt, um von den Natura-Vorgaben ausgenommen zu werden.

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Die Elbe bei Aken: Hier werden Uferbereiche im Rahmen von Natura 2000 unter Schutz gestellt. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen-Anhalts Bauern sehen das kommende Umweltschutzprojekt Natura 2000 kritisch. Sie bemängeln die ihrer Meinung nach zu strengen Vorgaben. Laut Landesverwaltungsamt haben inzwischen 60 Landwirte Ausnahme-Anträge gestellt, damit Naturschutz-Regeln in ihren Fällen gelockert werden. Der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Das sind Fälle, in denen Landwirte deutlich machen, dass sie in besonderer Weise von der Verordnung betroffen sind. Die können den Antrag auf Befreiung, auf Erleichterungen stellen." Ein Großteil der Anträge wurde von Betrieben aus dem Harz eingereicht.

Viele Flora-Fauna-Habitate (FFH-Gebiete) oder Vogelschutzgebiete durften bislang landwirtschaftlich genutzt werden. Doch mit der Umsetzung von Natura 2000 wird die Nutzung eingeschränkt, erklärt Pleye an einem Beispiel: "Es gibt auf Grünlandflächen zum Teil Einschränkungen bei der Düngung." Das habe direkte Auswirkungen auf die Landwirte.

Das ist "Natura 2000": In Sachsen-Anhalt gibt es ab 2019 mehr Naturschutzgebiete. Natura 2000 soll in Europa ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten schaffen. Etwa elf Prozent der Landesfläche fallen unter den neuen Schutzstatus. Das größte Schutzgebiet ist mit mehr als 19.000 Hektar die Colbitz-Letzlinger Heide.

Betroffene Landwirte können außerdem Entschädigungen beantragen, wenn unzumutbare Belastungen durch Natura 2000 auf sie zukommen. Der Bauernbund hatte die Entschädigungen in der letzten Woche prinzipiell zwar begrüßt, kritisierte aber die aus seiner Sicht unklaren Anforderungen für die Entschädigungszahlungen.

Lockerungen beim Vogelschutz

Weitere Neuerungen betreffen die Vogelschutzgebiete: Das Landesverwaltungsamt teilte mit, die Schutz-Bereiche seien nun genauer beschrieben worden. In Randzonen seien die Bestimmungen gelockert worden, sagte Thomas Pleye. So wurde zum Beispiel entlang der Elbe im Jerichower Land gemeinsam mit den Verbänden Uferbereiche festgelegt, an denen geangelt werden darf.

Verstöße gegen die neuen Natura 2000-Vorgaben werden übrigens bis 2020 nicht geahndet. Das gilt jedoch nur für Ordnungswidrigkeiten, die sich in der einjährigen Übergangsphase ereignen.

Quelle: MDR/rj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 28. Dezember 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2018, 19:45 Uhr

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