Bilanz nach 5 Jahren Gesetz DGB und Arbeitgeber: Mindestlohn hat sich bewährt

Der Mindestlohn hat sich in Sachsen-Anhalt insgesamt bewährt. Fünf Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes sagen DGB und Arbeitgeber, dass der Nutzen deutlich höher sei als der Schaden. Für Betroffene sei der Mindestlohn ein Glücksfall. Zudem seien neue Arbeitsplätze entstanden. Allerdings fordert der DGB eine Erhöhung des aktuellen Satzes.

Ein Stempel mit der Aufschrift 'Mindestlohn'
Seit 2019 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 9,19 Euro. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Gewerkschaften und Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt haben den Mindestlohn gelobt und eine positive Bilanz gezogen. Am Mittwoch auf den Tag genau vor fünf Jahren hatte der Bundestag die Lohnuntergrenze beschlossen. Sie lag seinerzeit bei 8,50 Euro.

Arbeitgeberpräsident Klemens Gutmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, für die Betroffenen sei der Mindestlohn ein Segen. Und auch für die Wirtschaft sei der Nutzen deutlich größer als der Schaden. Es seien deshalb keine Arbeitsplätze verschwunden. Zurzeit befinde man sich aber in einer Phase, in der die Konjunktur laufe. Der Mindestlohn müsse sich dann beweisen, wenn die Konjunktur schlapp mache.

Taxibetriebe leiden unter Mindestlohn

Einige Branchen hätten aber Probleme, sagte Gutmann. Für Taxibetriebe etwa sei der Mindestlohn zum Desaster geworden. In Magdeburg sei deshalb die Zahl der Taxis auf das Niveau einer Kleinstadt gesunken. Wehklagen darüber, dass der Mindestlohn missachtet wird, wies Gutmann zurück. Das könne er nicht nachvollziehen. Schwarze Schafe gebe es aber immer, räumte Gutmann ein.

DGB fordert höheren Mindestlohn

Auch aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat sich der Mindestlohn in Sachsen-Anhalt bewährt. DGB-Landesvorsitzende Susanne Wiedemeyer sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es seien keine Arbeitsplätze verlorengegangen, sondern welche dazugekommen. Zudem gebe es weniger Aufstocker.

Wiedemeyer forderte jedoch einen höheren Mindestlohn als bisher. Es seien mindestens zwölf Euro nötig, um später von der Rente leben zu können. Aktuell liegt die gesetzliche Lohnuntergrenze bei 9,19 Euro.

Was sind Aufstocker?

Aufstocker sind Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind, obwohl sie einen Job haben. Aufstocker werden sie genannt, da sie zusätzlich zum eigenen Einkommen noch staatliche Hilfe bekommen.

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Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 03. Juli 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2019, 15:57 Uhr

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4 Kommentare

04.07.2019 20:11 Andre 4

04.07.2019 06:15 wwdd
Da können Sie aber lange warten. Warten Sie ab, wenn diese grünen erst etwas zu melden haben, dann wird noch ungenierter in Ihre Geldbörse gegriffen.

04.07.2019 18:48 Ekkehard Kohfeld EU - Wahl NRW SPD -14,5 % Ihr werdet immer weniger :-) 3

@ Leser 1
Sicher ist der Mindestlohn ein Fortschritt.
##
Das sehe ich nicht so warum bekommen die nicht
einen Durschschnitt von dem was bei andern Tarief ist?
Mit dem Mintsteslohn bekommen die niemals eine
ein ausreichende Rente und wieder muß der Staat (Steuerzahler zuzahlen) und die Arbeitgeber verdienen sich eine goldene Nase.

04.07.2019 06:15 wwdd 2

Als jemand der die hören Preise durch den Mindestlohn zahlen soll, warte ich endlich auf meine steuerliche Entlastung. Sollte es denn jetzt nicht weniger Aufstocker geben? Glaube ich aber nicht, denn den (Mindest)lohn gibt es netto. Die Preise werden aber mit dem Lohnaufschlag, den Abgaben für die Sozialversicherung und den Steuern bezahlt. Am Ende heißt der Gewinner Staat, es bleibt weniger Kaufkraft und die Verbraucher weichen irgendwie aus.

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