Jens Diederichs
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fraktionswechsel CDU-Fraktion nimmt Jens Diederichs auf

Die CDU-Fraktion im Landtag hat den ehemaligen AfD-Politiker Jens Diederichs aufgenommen. Erst vor einer Woche war er aus Fraktion und Partei der AfD ausgetreten. Diederichs Aufnahme wurde von den CDU-Abgeordneten mehrheitlich beschlossen.

Jens Diederichs
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Die CDU-Fraktion im Landtag hat den ehemaligen AfD-Politiker Jens Diederichs am Dienstag in ihre Reihen aufgenommen. Wie der Fraktionsvorsitzende Siegfried Borwardt mitteilte, werde Diederichs zukünftig die CDU in der Arbeitsgruppe Recht, Verfassung und Gleichstellung sowie im Ausschus für Petitionen unterstützen. Laut Pressemitteilung ist die Aufnahme des früheren AfD-Mannes mehrheitlich beschlossen worden. Das genaue Ergebnis wurde jedoch nicht bekannt gegeben.

Mit dem Beschluss bleibe die CDU-Fraktion ihrem Credo treu, abzugrenzen, aber nicht auszugrenzen, so Borgwardt. Das gehöre auch zur Demokratie. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Fraktion habe ihn ausgiebig befragt. Einige Mitglieder hätten danach eine geheime Wahl gewünscht. Es gebe Fraktionsmitglieder die Befindlichkeiten hätten – im Wesentlichen Politiker, die ihren Wahlkreis nicht gewonnen hätten. Dafür zeigte Borgwardt Verständnis.

Fraktionswechsel, ja. Parteiwechsel, nein.

Erst vor einer Woche hatte Jens Diederichs nicht nur die AfD-Fraktion, sondern auch die Partei verlassen. Als Grund hierfür nannte er einen "Rechtsrechtsruck" im Landesverband. Nach der Abstimmung am Dienstag erklärte er nun, dass er sich freue, wieder inhaltlich und engagiert arbeiten zu können. Allerdings räumte Diederichs ein: CDU-Mitglied wolle er nicht werden. Das stehe überhaupt nicht zur Debatte, wie er MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte.

Das Ziel sei gewesen, mindestens in dieser Legislaturperiode mitzuarbeiten. Das gehe auch ohne Parteibuch. Kritik habe es, seitens der CDU, nicht gegeben, aber kritische Fragen zu seiner DDR-Vergangenheit in der Nationalen Volksarmee (NVA).

CDU: "Wir sind nie für jemanden immer offen"

Diederichs ist nicht der erste AfD-Politker in Sachsen-Anhalt, der die AfD verlässt. Bereits in den vergangen Wochen traten mit Sarah Sauermann und Gottfried Backhaus zwei weitere Abgeordnete aus der Fraktion aus. Sie haben bisher keine Andeutungen gemacht, in die CDU-Fraktion wechseln zu wollen. Doch auf die Frage, ob diese für weitere ehemalige AfD-Mitglieder offen sei, antwortete der Vorsitzende Siegfried Borgwardt wörtlich: "Wir sind nie für jemanden immer offen."

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 13.06.2017 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13.06.2017 | 17:00 Uhr

Quelle: MDR/mkl

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2017, 06:40 Uhr

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28 Kommentare

15.06.2017 19:42 Kritischer Bürger 28

@27: Vielleicht ist es auch an dem denn für alles kann man einen Grund finden wenn man will.

15.06.2017 12:55 pudd'nhead 27

geh'n sie nicht wählen, sonst werden sie betrogen. ich finde es unmöglich das abgeordnete wie sie wollen, ohne rauszufliegen einfach ihre fraktion wechseln können, von der afd, der spd, der linken zur cdu. nicht das ich was gegen die konservativen hätte, aber diese leute haben in meinen augen kein gewissen, die sollten sich vorher überlegen was sie wollen, sonst muß der wähler denken, hier geht es nur um gutdotierte posten.

14.06.2017 22:11 Kritischer Bürger 26

@Mediator 15: Wer einmal zu DDR Zeit in der SED war und dazu noch Berufsoffizier wozu man damals einen Parteiausweis unbedingt bedurfte! Hr. Diederichs hat eine solchen Posten damals nicht ohne entsprechender Überzeugung bekommen. War das vielleicht damals auch schon ein Fehler oder eine Einschätzung, die nicht den Erwartungen des Hr. Diederichs nach entsprechender Zeit entsprach? Wenn ich gegen diese damalige Führung unter SED kritisch war, weiß ich warum! Wie kann man so gegensätzliche Vorstellungen haben. Erst sozialistisch, dann sozial, dann noch AfD und jetzt am Ende CDU auch ohne Parteibuch! Ich mag nicht schreiben was ich von solchen Überzeugungen=persönliche Werdegänge halte, auf jeden Fall nichts Gutes!