Corona-Pandemie Grundschulen werden ab 1. März geöffnet – Regelbetrieb für alle ab 8. März möglich

Sachsen-Anhalt fährt die Schulen schrittweise wieder hoch. Ab 1. März ist Präsenzunterricht an Grund- und Förderschulen wieder möglich, für alle anderen Schulen soll ein Wechselmodell gelten. Für Lehrkräfte soll es Zehntausende Schnelltests geben.

Ein Mund- und Nasenschutz liegt am ersten Schultag des neuen Schuljahres in einer Grundschule auf der Federmappe.
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Schulen öffnen ab 1. März schrittweise

In Sachsen-Anhalt sollen Grund- und Förderschulen trotz stagnierender und teilweise wieder steigender Corona-Infektionszahlen wie geplant ab kommender Woche öffnen. Das teilte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Dienstag nach Beratungen der Landesregierung mit. Tullner sagte, man werde die Schulen "behutsam und verantwortungsvoll" im Rahmen der Möglichkeiten öffnen. Der Beschluss der Landesregierung sieht vor, den Präsenzunterricht nur dann aufzunehmen, wenn die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt unter 200 liegt. Die Präsenzpflicht soll vorerst ausgesetzt bleiben. Eltern können damit selbst entscheiden, ob sie ihr Kind in den Unterricht schicken.

Wie die Staatskanzlei mitteilte, soll in allen anderen Schulen auf den eingeschränkten Regelbetrieb gewechselt werden. Das bedeutet, dass auf ein Wechselmodell aus Distanz- und Präsenzunterricht gesetzt wird. Ab 8. März besteht zudem für alle Schulen die Möglichkeit, im Regelbetrieb zu unterrichten. Voraussetzung ist dem Beschluss zufolge, dass die 7-Tage-Inzidenz unter 50 liegt.

Der Bildungsminister Sachsen-Anhalts, Marco Tullner, infomiert am 24. November über den Stand der Corona-Maßnahmen.
Bildungsminister Marco Tullner will die Schulen "behutsam und verantwortungsvoll" öffnen. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Screenshot Youtube Sachsen-Anhalt live

Das Bildungsministerium wird laut Staatskanzlei immer donnerstags erklären, was in welchem Landkreis in der Folgewoche gelten soll. Schon jetzt ist laut Bildungsminister Tullner klar, dass die Schulen im Burgenlandkreis vorerst geschlossen bleiben. Dort liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell knapp unter 200.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach von der größten Öffnung der vergangenen Monate. Hunderttausende Schülerinnen und Schüler würden wieder in das System hineingenommen. Die Kontaktdichte werde somit deutlich erhöht. Man werde sehr genau beobachten, welche Konsequenzen das womöglich habe, sagte Haseloff.

Auch Kitas öffnen ab 1. März – wenn die Inzidenz unter 200 liegt

Was für Grund- und Förderschulen gilt, gilt auch für Kitas in Sachsen-Anhalt: Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, ihr Haus habe am Dienstag einen entsprechenden Erlass herausgegeben. Er sehe vor, dass der eingeschränkte Regelbetrieb ab kommender Woche auch in den Kitas wieder aufgenommen wird. Wenn die Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt unter 200 liege, werde die Notbetreuung aufgehoben und alle Kinder hätten wieder Zugang zu Kitas. Im Burgenlandkreis wird die Notbetreuung wegen der hohen Inzidenz vorerst weiter fortbestehen.

Spielzeug liegt in einem Sandkasten in einer Kindertagesstätte.
In Sachsen-Anhalt sollen die Kitas ab 1. März in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Land verteilt Zehntausende Schnelltests für Lehrkräfte

Wie das Land weiter mitteilte, werden zum Schulstart kommende Woche für alle Lehrerinnen und Lehrer an staatlichen Schulen Corona-Schnelltests verteilt. Dazu würden in den kommenden Tagen 110.000 Schnelltests und 483.000 Schutzmasken ausgeliefert. So sei gewährleistet, dass jede Lehrkraft bis zu den Osterferien jeden Tag eine medizinische Maske zur Verfügung habe. Schülerinnen und Schüler können hingegen noch keine Schnelltests vom Land bekommen. Das werde sich ändern, sobald es Angebote gebe, die für Minderjährige zum Selbstgebrauch zugelassen seien.

Schulen bereiten sich vor: Hygienekonzept, Maske und Co.

Blick auf das Ortseingansschild am Stadtrand von Aschersleben
In Aschersleben gehen die Grundschülerinnen und Grundschüler ab Montag wieder zur Schule. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

An vielen Schulen in Sachsen-Anhalt laufen derweil die Vorbereitungen für die geplante Öffnung ab Montag. In der Grundschule "Am Pfeilergraben" in Aschersleben werden ab kommender Woche alle Kinder zurück zum Unterricht erwartet. Schulleiterin Simone Brandt sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Kinder würden dann über verschiedene Eingänge in ihre Klassenzimmer geleitet. Zudem müssten sie auf dem Weg zum Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Geplant sei, dass die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer die Hauptfächer unterrichten – und ausschließlich Englischlehrer in den vierten Klassen von Raum zu Raum gingen.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und lächelt in die Kamera.
Simone Brandt leitet die Grundschule "Am Pfeilergraben" in Aschersleben. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Brandt sagte weiter, durch die Notbetreuung der vergangenen Monate sei man gut auf den Präsenzunterricht ab Montag vorbereitet. Das Hygienekonzept funktioniere. "Trotzdem ist die Angst im Hinterkopf", erklärte die Pädagogin. "Wir hätten uns Wechselunterricht gewünscht, mit kleinen Gruppen am Vormittag und kleinen Gruppen am Nachmittag." Nun würden alle Schülerinnen und Schüler wieder in einem Raum unterrichtet. "Das ist schon schwierig", sagte Brandt.

Mit Blick auf den digitalen Distanzunterricht der vergangenen Monate sagte Brandt, ab Montag sollten mögliche Lücken im Stoff nachgearbeitet werden. "Wir werden nicht im Stoff weitergehen." Ihre Kolleginnen und Kollegen hätten zwar stets Kontakt zu ihren Klassen gehalten. Für Brandt ist aber klar, dass längst nicht alle Kinder im Unterrichtsstoff mitgekommen sind. Das aufzuarbeiten, sei das erste Ziel.

Für den Fall, dass es mit dem Präsenzunterricht schnell wieder vorbei ist, wird in der Grundschule "Am Pfeilergraben" übrigens vorgesorgt: Die Schule wird aktuell mit WLAN ausgestattet.

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MDR/Tom Gräbe, Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. Februar 2021 | 17:00 Uhr

2 Kommentare

Nordharzer vor 1 Wochen

Angeblich sollen ja Millionen Impfdosen AstraZeneca übrig sein, weil sich keiner impfen lassen will. Weil jeder denkt Biontech ist der Mercedes und AstraZeneca der Trabant. Warum macht man das nicht, wie in Bulgarien? Da hat sich die Regierung die gleichen Diskussionen wie hier ein paar Tage angeguckt und dann den Impfstoff für jeden freigegeben, der sich impfen lassen will. Und? Läuft! Auch hier könnte man mit diesen Impfungen junge Menschen schützen und sich nicht nur aufs Prinzip Hoffnung verlassen.

Critica vor 1 Wochen

Wie gnädig... "Grundschulen werden wieder geöffnet..."
Die Politik ist gerade dabei, sich bis aufs Mark zu blamieren. Und es ist ihr nicht mal peinlich!!

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