Corona-Pandemie Haseloff kündigt eigene Kontaktregeln für Sachsen-Anhalt an

Wieder einmal geht Sachsen-Anhalt einen Sonderweg: Die Kontaktbeschränkungen sollen anders geregelt werden als in anderen Bundesländern – das erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff nach den neuerlichen Corona-Beratungen zwischen Bund und Ländern.

FOTOMONTAGE, Wegweiser mit der Aufschrift Kontaktbeschränkungen und Corona-Symbolen
Die Fixierung auf zwei Haushalte wird es in Sachsen-Anhalt laut Reiner Haseloff nicht geben. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Nach den Corona-Beratungen zwischen Bund und Ländern hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) angekündigt, erneut einen Sonderweg gehen zu wollen. Insbesondere die Kontaktregeln sollen diesmal anders umgesetzt werden als in anderen Bundesländern.

Konkret sagte Haseloff, auf die Einschränkung auf maximal zwei Haushalte verzichten zu wollen. Der Grund: Die Fixierung auf Hausstände sei schwer zu fassen und entspreche nicht der Lebensrealität vieler Menschen.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
Bildrechte: ddp

Wir haben nur noch mal versucht klarzustellen, dass wir mit den zehn Personen über die Feiertage nicht meinen, dass dort möglichst zehn unterschiedliche Hausstände unterwegs sind, sondern dass es sich möglichst um die Personen handelt, die zusammengehören, auch was die Kinder anbelangt. Dass es sich also da nicht um einen Umgehungstatbestand für einen Kindergeburtstag handelt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU)

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Feuerwerk zu Silvester möglich

Offen ist laut Haseloff noch, ob die beschlossenen Kontaktlockerungen ab dem 23. Dezember nur an den eigentlichen Weihnachts- und Silvestertagen gelten sollen oder im gesamten Zeitraum. Als sicher gilt hingegen, dass das Kabinett die Maskenpflicht für Schüler ab Klasse sieben auch im Unterricht beschließen wird. Bisher hatte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) das als unzumutbar abgelehnt.

Haseloff appellierte im Blick auf den Jahreswechsel zugleich an die Vernunft der Menschen. Denn Feuerwerk wird zu Silvester laut dem Ministerpräsidenten möglich sein. Böllerverbote würden nur auf belebten Plätzen in Halle oder Magdeburg ausgesprochen werden. Welche Regelungen konkret gelten, will die Landesregierung am Freitag in einer Video-Schalte beschließen – und dann die Landesverordnung anpassen.

Das ist der Corona-Fahrplan von Bund und Ländern

Nach einer siebenstündigen Videoschalte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs am Mittwoch gibt es nun einen gemeinsamen Beschluss (zum Downloaden). Die Kernpunkte:

  • Verlängerung des Teil-Lockdowns ab 1. Dezember bis zum 20. Dezember, bislang geschlossene Betriebe und Einrichtungen bleiben zu
  • Handel bleibt geöffnet, allerdings mit neuen Platzbeschränkungen
  • Ausweitung der Maskenpflicht – sie gilt auch vor Geschäften und auf Parkplätzen sowie örtlich festgelegt unter freiem Himmel, wo sich Menschen aufhalten
  • Länder dürfen Lockerungen beschließen, wenn die Inzidenz unter 50 fällt und die Tendenz sinkend bleibt
  • Verschärfung der Maßnahmen in Hotspots mit einer Inzidenz ab 200
  • Kontaktbeschränkungen auf fünf Personen aus maximal zwei Haushalten werden verschärft
  • lockerere Kontaktregeln zwischen dem 23. Dezember und 1. Januar, da dürfen sich maximal zehn Personen aus dem engsten Familien- oder Freundeskreis treffen
  • zu Silvester wird ein Feuerwerksverzicht empfohlen, Behörden sollen regional Verbotszonen einrichten für belebte Orte
  • Schulen und Kitas bleiben geöffnet, neu ist die Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse 7; grundsätzlich soll es Frontalunterricht geben, Wechsel- oder Hybridunterricht werden ab einer Inzidenz von 200 angeregt
  • Antigen-Schnelltests sollen verstärkt in Schulen zur Anwendung kommen
  • Finanzielle Unterstützung der von Schließung betroffenen Unternehmen im Dezember analog der Novemberhilfe
  • Finanzielle Unterstützung nicht geschlossener aber stark eingeschränkter Bereiche – etwa Kultur, Soloselbständige, Reisebranche – über die Überbrückungshilfe bis Mitte 2021
  • Schutz gefährdeter Gruppen: im Dezember Abgabe von 15 FFP2-Masken gegen Eigenbeteiligung für den gesamten Winter; je Pflegebedürftigem 30 Schnelltests pro Monat
  • verstärkte Maskenkontrollen in Zügen; die Deutsche Bahn soll die Sitzplatzkapazität deutlich erhöhen, um mehr Abstand zu gewährleisten, und parallel die Reservierbarkeit beschränken; keine Reservierungspflicht

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26. November 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Haller vor 7 Wochen

Nur Plasteflaschen oder Tüten würden einen sicheren Schutz bieten können.

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