Vorbereitung auf Abschlussprüfungen Welche Klassen in Sachsen-Anhalt trotz Corona wieder in die Schule dürfen

Am kommenden Donnerstag öffnen Schulen in Sachsen-Anhalt wieder, zunächst aber nur für Abschlussklassen. Ein Überblick, welche Regeln die Schüler dann in den Schulen einhalten müssen – und welche Schüler weiterhin zu Hause lernen sollen.

Abiturienten warten auf den Beginn einer schriftlichen Prüfung.
Vorbereitung auf Abschlussprüfungen: Ab 23. April dürfen Schüler in Abschlussjahrgängen wieder in die Schulen kommen. Dabei gelten Abstands- und Hygieneregeln. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Seit Mitte März lernen Sachsen-Anhalts knapp 200.000 Schüler wegen des Coronavirus zu Hause. Ab der kommenden Woche gilt in Sachsen-Anhalt eine neue Verordnung zur Corona-Eindämmung. Diese sieht vor, dass ein Teil der Schüler ab Donnerstag (23. April) für prüfungsvorbereitenden Unterricht wieder in die Schulen gehen darf.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) teilte am Freitag mit, dass im ersten Schritt der Schulöffnung die Abschlussprüfungen abgesichert würden. Es würden reguläre Abschlüsse vergeben. Ein Überblick, wie das Bildungsministerium den Unterricht in den kommenden Wochen plant:

Diese Schüler dürfen ab 23. April wieder in die Schule

Sekundarstufe I: Jahrgangsstufen 9 und 10

Das betrifft folgende Schulformen:

  • Sekundarschulen
  • Gemeinschaftsschulen
  • Gesamtschulen
  • Förderschulen für Blinde und Sehgeschädigte
  • Förderschulen für Gehörlose und Hörgeschädigte
  • Förderschulen für Körperbehinderte
  • Förderschulen mit Ausgleichsklassen

Sekundarstufe II: Abschlussjahrgänge

Das betrifft folgende Schulformen:

  • Gymnasien
  • Gesamtschulen
  • berufliche Gymnasien

Berufsschulen: Abschlussklassen

Das betrifft folgende Schulformen:

  • Berufsvorbereitungsjahr
  • einjährige und mehrjährige Berufsfachschulen
  • Gesundheitsfachberufe
  • Fachoberschulen
  • Fachschulen
  • Auszubildende in dualen Berufen mit Blockunterricht, wenn es schulorganisatorisch möglich ist

So soll der Unterricht für die Abschlussklassen ablaufen

Der Unterricht zur Prüfungsvorbereitung solle schulintern organisiert werden, teilte das Bildungsministerium am Freitag mit. Demnach soll sich der Unterricht an den Prüfungsfächern der Schüler ausrichten. Bei den Abiturvorbereitungen sollen sich die Lehrer auf die schriftlichen Prüfungsfächer konzentrieren.

Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, sollen nach Möglichkeit nicht eingesetzt werden oder nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in den Schulen unterrichten.

Diese Regeln zur Coronavirus-Eindämmung müssen Schulen einhalten

Beim prüfungsvorbereitenden Unterricht in den Schulen müssen alle Sicherheitsmaßnahmen der vierten Corona-Eindämmungsverordnung eingehalten werden. Alle in der Schule müssen zum Beispiel einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander halten – Klassengrößen würden entsprechend angepasst, teilte das Bildungsministerium mit. Hinzu kämen Hygiene- und Reinigungspläne. Den Schulen würden zudem vom Landessozialministerium Schutzmasken und Desinfektionsmittel gestellt.

Wann beginnen die Abschlussprüfungen?

Die schriftlichen Abiturprüfungen starten laut Bildungsministerium wie geplant am 4. Mai.  Prüfungen für den Realschulabschluss beginnen am 11. Mai.

Diese Schüler haben weiterhin zu Hause Unterricht

Abgesehen von den oben genannten Schülern der Abschlussklassen bleiben alle anderen Schüler in den kommenden Wochen noch zu Hause. Für sie sollen die Lehrer nach wie vor Unterrichtsangebote bereitstellen. Auch eine Notbetreuung soll an den Schulen weiterhin vorgehalten werden. Das hat das Ministerium nach eigenen Angaben den Schulen am Donnerstag in einem Erlass mitgeteilt.

Nach und nach sollen auch andere Klassen wieder in den Schulen unterrichtet werden. Dazu will das Bildungsministerium ab dem 4. Mai als nächstes die Schülerinnen und Schüler wieder in den Schulen unterrichten, die 2021 ihren Abschluss machen sollen.

Wann die anderen Klassen wieder in den Schulen unterrichtet werden, ist noch offen. Bildungsminister Tullner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Land habe Szenarien entwickelt und sei auf viele Fälle vorbereitet. Am 30. April beraten Bund und Länder erneut über mögliche Lockerungen der Maßnahmen gegen das Coronavirus. Danach werde sich zeigen, was für die Schulen möglich sei, so Tullner.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. April 2020 | 19:00 Uhr

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