Vor AfD-Veranstaltungen mit Höcke und Kalbitz Demos in Salzwedel und Magdeburg gegen Rechtsaußen

Mehrere hunderte Menschen haben am Samstagabend in Magdeburg gegen Vertreter des nationalistischen "Flügels" der AfD demonstriert. Schon am Freitag versammelten sich über tausend Menschen in Salzwedel.

Eine Gruppe Demonstranten mit Transparenten gegen die AfD.
In Magdeburg demonstrierten am Samstag etwa 400 Menschen gegen die AfD. Bildrechte: MDR/Max Schörm

In Magdeburg haben am Samstagabend etwa 400 Menschen gegen Populismus, Rassismus und Sexismus protestiert. Zu der Demo hatte der Studierendenrat Magdeburg aufgerufen. Die Demonstranten zogen am späten Nachmittag vom Hasselbachplatz durch die Halberstädter Straße.

Hintergrund der Demo: Die AfD hat am Samstagabend in Magdeburg zu einer Veranstaltung geladen. Auch der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke und Andreas Kalbitz, AfD-Landeschef von Brandenburg, nahmen teil. Beide gehören zum sogenannten "Flügel", einer Gruppe innerhalb der AfD am äußersten rechten Rand. Der "Flügel" gilt als völkisch und nationalistisch. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat den "Flügel" als Verdachtsfall für rechtsextremistische Bestrebungen eingestuft.

1.200 Gegendemonstranten am Freitag in Salzwedel

Mehrere Demonstranten in Salzwedel mit einem Banner, auf dem Alle zusammen gegen Faschismus steht.
Am Freitag haben etwa 1.200 Menschen in Salzwedel gegen Faschismus demonstriert. Bildrechte: MDR/Johanna Honsberg

Bereits am Freitag demonstrierten in Salzwedel laut Reportern von MDR SACHSEN-ANHALT mehr als 1.200 Menschen gegen eine AfD-Veranstaltung, bei der ebenfalls Höcke und Kalbitz auftraten. Laut Polizei verlief der Gegenprotest friedlich. Vom Bahnhof her führte der Protestzug vor das Veranstaltungsgebäude und blockierte dort die Zugänge. Die Demonstranten riefen "Alle zusammen gegen den Faschismus" vor der Halle.

Die AfD-Veranstaltung mit etwa 400 Besuchern begann wegen der Blockade mit 20 Minuten Verspätung, zunächst ohne Höcke und Kalbitz. Diese trafen weitere 20 Minuten später ein. Die Polizei widersprach Berichten der AfD, denen zufolge Höckes Auto von Vermummten über Stunden festgesetzt wurde.

Ein Demonstrant in Salzwedel hat den AfD-Landtagsabgeordneten Ulrich Siegmund bespuckt, der daraufhin Anzeige erstattete. Nach Polizei-Angaben blieb die Demo am Freitag aber insgesamt friedlich.

SPD fordert: Verfassungsschutz soll AfD in Sachsen-Anhalt beobachten

Am Samstag forderte die SPD Sachsen-Anhalt auf ihrem Landesparteitag in Aschersleben, dass die AfD in Sachsen-Anhalt von Verfassungsschutz beobachtet werden solle. Die SPD hat einen entsprechenden Antrag beschlossen. Darin heißt es, die AfD sei eine rechtsextreme Partei. Sie arbeite mit dem rechten Verleger Götz Kubitschek aus Schnellroda und der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Identitären zusammen.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. Januar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2020, 17:58 Uhr

12 Kommentare

Wir sind Steimle. vor 3 Wochen

Die AfD ist wirklich die einzigste Partei die keine Wahlwerbung machen muss. Das erledigen alles die Altparteien für sie, letztendlich haben sie die AfD ja auch erschaffen.

Monazit vor 3 Wochen

Da gibt es viele Beispiele .... als guten Überblick im letzten Bundestagswahlkampf kann ich ihnen einen Zeit Artikel vom 13.9.2017 mit dem Titel "Alternativer Pöbler" empfehlen.

Aber auch ohne Merkel gab es zahlreiche Versuche eines Bürgerdialogs von vielen Lokalpolitikern die von rechten Spinnern bewusst gestört wurden.

Meiner Meinung nach ist das ganz klar: Zu intoleranten Menschen muss man intolerant sein. Wer die Meinungsfreiheit und demokratische Debatte so mit Füßen tritt, dem muss entsprechend Gegenwind ins Gesicht wehen, der muss von verschiedenen Formaten ausgeschlossen werden. Das ist für mich ein wehrhafter Rechtsstaat und eine wehrhafte Gesellschaft und das ganz unabhängig, ob es sich um recht, linke oder religöse Spinner handelt.

Hans Frieder leistner vor 3 Wochen

Ich habe schon öfter geschrieben, daß die AfD gar nichts tun muß. Die anderen Parteien werben doch für sie. Eigene Programme werden nur am Rande genannt. Der AfD werden nur Schandtaten zugestanden. Dann folgt als Beispiel die Demo mit Feuerwerk und Steinen in Leipzig.

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