Ein Kreuz und Blumen zur Erinnerung an einen Verkehrstoten stehen in der Abenddämmerung an der  Landstraße L443 bei Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen).
Die Sachsen-Anhalter fahren nicht schlechter Auto – aber es gibt Besonderheiten. Bildrechte: dpa

#MDRklärt Deshalb gibt es in Sachsen-Anhalt so viele tödliche Verkehrsunfälle

64 Verkehrstote – das ist die traurige Bilanz für Sachsen-Anhalt im ersten Halbjahr 2019. In keinem anderen Bundesland ist das Risiko so groß, bei einem Autounfall zu sterben. Dabei sind die Sachsen-Anhalter keine schlechteren Autofahrer, doch es gibt einige Besonderheiten.

Ein Kreuz und Blumen zur Erinnerung an einen Verkehrstoten stehen in der Abenddämmerung an der  Landstraße L443 bei Sehnde in der Region Hannover (Niedersachsen).
Die Sachsen-Anhalter fahren nicht schlechter Auto – aber es gibt Besonderheiten. Bildrechte: dpa

In keinem Bundesland ist das Risiko so groß, bei einem Verkehrsunfall zu sterben, wie in Sachsen-Anhalt. 64 Menschen sind im vergangenen Halbjahr auf den Straßen des Landes tödlich verunglückt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das entspricht einer Quote von 29 Verkehrstoten auf eine Million Einwohner.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, weist aber darauf hin, dass Sachsen-Anhalter keine schlechteren Autofahrer seien. Er hat vor allem drei Gründe ausgemacht, weswegen es gerade in Sachsen-Anhalt so viele Todesopfer im Straßenverkehr gibt.

Blumen und Kerzen stehen an der Stelle, an der eine unbeteiligte Frau bei einem mutmaßlichen Autorennen gestorben ist.
Bildrechte: dpa, Bildmontage
Blumen und Kerzen stehen an der Stelle, an der eine unbeteiligte Frau bei einem mutmaßlichen Autorennen gestorben ist.
Bildrechte: dpa, Bildmontage
Stau im Strassenverkehr
Einschätzung von Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer Bildrechte: imago/Dirk Sattler
Ein Auto fährt über eine Landstraße (Langzeitbelichtung).
Einschätzung von Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer Bildrechte: dpa
Landstraße im Sonnenaufgang
Einschätzung von Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer Bildrechte: Bruno Glätsch
Alle (4) Bilder anzeigen
Blumen und Kerzen stehen an der Stelle, an der eine unbeteiligte Frau bei einem mutmaßlichen Autorennen gestorben ist.
Bildrechte: dpa, Bildmontage

Weniger Tote in Stadtstaaten

Besonders die Kombination aus Alleen und der Raserei auf Landstraßen sieht Brockmann als problematisch.

Ein Baum verzeiht keinen Fehler, wenn man von der Fahrbahn abkommt.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer

Mit 29 Verkehrstoten pro eine Million Einwohner liegt Sachsen-Anhalt weit über dem Bundesdurchschnitt von 18. Die wenigsten getöteten Verkehrsteilnehmer gab es demnach in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.

Weniger Unfälle auf Autobahnen

Laut Unfallatlas des Statistischen Bundesamts kommt es deutschlandweit zu deutlich weniger tödlichen Unfällen auf Autobahnen als auf Landstraßen. Nur jeder zehnte Tote im Straßenverkehr starb 2018 bei einem Unfall auf der Autobahn.

Im vergangenen Jahr starben in Sachsen-Anhalt 140 Menschen bei Verkehrsunfällen, davon 13 auf Autobahnen. Besonders häufig kam es auf der A2 und der A9 zu tödlichen Unfällen. Auf beiden Strecken starben je 5 Personen im vergangenen Jahr.

Mehr zum Thema

Polizisten nehmen das Unfallgeschehen auf.
Von der Polizei wurden auf Sachsen-Anhalts Straßen im vergangenen Jahr insgesamt 73.503 Verkehrsunfälle registriert; das sind 1.608 Fälle weniger als im Vorjahr. Bildrechte: Matthias Strauß

Quelle: MDR/ms

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – das Radio wie wir | 22. August 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 13:25 Uhr

0 Kommentare

Liebe Nutzer*Innen, wir haben unseren Kommentarbereich weiter entwickelt! Grundlage dafür waren auch die vielen konstruktiven Hinweise von Ihnen, wie z.B. zu doppelten Nutzernamen und das direkte Antworten auf einzelne Kommentare. Um nun mitzudiskutieren, registrieren Sie sich mit einer funktionierenden E-Mail-Adresse und klicken den Bestätigungslink an. Dann sollte es schon losgehen.
Einmal eingeloggt, können Sie in allen kommentierbaren Artikeln bei MDR.DE mitdiskutieren, können Ihre Kommentare verwalten und jederzeit einsehen. Wir können besser in die Diskussion kommen, Kommentare können von Ihnen bewertet und auch beantwortet werden, es ist ein übersichtlicherer Austausch möglich. Kommentare funktionieren in allen modernen Browsern. Gegebenenfalls müssen Sie ihren Browser aktualisieren.

Mehr aus Sachsen-Anhalt