Lüften, Abstand, Maske tragen Diese neuen Corona-Regeln müssen Kinder und Eltern in Kitas und Horten jetzt beachten

Sachsen-Anhalt verschärft die Corona-Schutzregeln in Kindertageseinrichtungen und Horten. Dies soll dazu beitragen, dass die Einrichtungen möglichst lange geöffnet bleiben können. Derweil werden Stimmen lauter, dass Schulen wieder zum geteilten Unterricht übergehen sollen.

Grundschülerinnen sind in einem Kinderhort beschäftigt.
In Kitas und Horten werden die Corona-Regeln verschärft. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Eltern müssen in Sachsen-Anhalt künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie ihre Kinder in die Kita bringen oder abholen. Das sehen neue Corona-Schutzregeln vor, die das Gesundheitsministerium am Dienstag in Magdeburg veröffentlicht hat. Demnach müssen Eltern und andere Besucher in den Einrichtungen Masken tragen, um Kinder und Personal zu schützen. In allen Räumen, in denen Kinder betreut werden, muss drei Mal pro Stunde für mindestens fünf Minuten gelüftet werden. Einige dieser Regeln werden bereits in den Betreuungseinrichtungen umgesetzt. Kinder, die normale Erkältungssymptome haben, dürfen weiter betreut werden.

Mit den Empfehlungen reagiert das Ministerium nach eigenen Angaben auf die aktuell hohen Corona-Infektionszahlen. Die Vorgaben sollen dabei helfen, Kitas und Horte möglichst lange offen zu halten und eine Schließung wie im Frühjahr zu vermeiden. Die neuen Corona-Regeln sollen von den Einrichtungen im Laufe der Woche umgesetzt werden.

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Getrennte Gruppen im Hort

Für die Schulhorte sieht der Plan vor, dass die Kinder und Jugendlichen in den gleichen Gruppen betreut werden wie in der Schule. Diese sogenannte Kohortenbildung soll Kontakte reduzieren.

Kinder einer Kohorte müssen den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht einhalten. Zu allen anderen betreuten Gruppen sollen sie hingegen Abstand halten. Sollte das wegen der Räumlichkeiten nicht möglich sein, ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Schulen und Horte sollen sich wegen des Hygienekonzepts abstimmen – so dass für die Kinder möglichst immer die gleichen Regeln gelten.

In einzelnen Kreisen gelten schon jetzt strengere Regeln. Etwa im Saalekreis, wo seit Dienstag die Maskenpflicht in Schulhorten auch im Freien gilt. In den Musikschulen des Landkreises entfällt der Gruppenunterricht. Die Verwaltung des Saalekreises reagiert auf die steigenden Zahlen von Neuinfektionen. Die Regeln gelten vorerst bis Monatsende.

Lehrergewerkschaft fordert geteilte Klassen

Derweil fordert die Lehrergewerkschaft GEW in Sachsen-Anhalt wieder Unterricht in kleinen Gruppen. Die Vorsitzende Eva Gerth sagte MDR SACHSEN-ANHALT, wegen der Corona-Pandemie sollten die Klassen wieder geteilt werden und sich tageweise abwechseln. Ziel müsse es sein, die Risikogruppen zu schützen.

Dazu zählten etwa 2.000 Lehrerinnen und Lehrer im Land. Sie seien entweder selbst chronisch krank oder hätten etwa durch Unfälle Beeinträchtigungen, die bei einer Coronavirus-Infektion schwere Folgen haben könnten. Seit Tagen gibt es an den Schulen zunehmend mehr Verdachtsfälle. Rund 2.800 Schüler sind laut Bildungsministerium in Quarantäne. Seit Montag gilt an allen Schulen im Land eine Maskenpflicht. Lediglich im Unterricht kann der Mund-Nasenschutz abgesetzt werden.

Quelle: dpa, MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. November 2020 | 13:00 Uhr

1 Kommentar

lios vor 2 Wochen

Halbe Klassen, weil die Lehrer der Risikogruppe angehören? Was ist das bitte für ein Quatsch. Andere Berufe haben auch ältere Mitarbeiter, da jammert niemand rum, deswegen können diese ihre Arbeit auch nicht halbieren. Bzw. an jüngere weiter geben. Traurig, die Lehrer sind Angestellte des Landes und Beamte, verdienen so viel Geld. Es wird auf den Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen. Und es ist doch ein fester Klassenverband, sollen einfach alle nach der Schule, mit dem Hintern zu Hause bleiben und Kontakte beschränken. Selbst bei einer Teilung, macht es kein Unterschied. Musste das jetzt einfach mal los werden. Jedesmal liest man, etwas von "Schulen und Lehrer beschweren sich...."

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