DRK-Landeschef Carlhans Uhle beim Selbstverteidigungskurs für Rettungskräfte in Merseburg.
DRK-Landeschef Carlhans Uhle beim Selbstverteidigungskurs für Rettungskräfte in Merseburg. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

DRK-Landesverband Gewalt gegen Rettungskräfte: Problem der gesamten Gesellschaft

Rettungskräfte wollen Patienten helfen, benötigen aber immer wieder selbst Hilfe. Denn sie werden im Dienst angegriffen. In Merseburg trainieren Retter daher Selbstverteidigung. Auch in der Ausbildung ist Deeskalation Thema. Das Problem zeige eine gesellschaftliche Entwicklung, sagt der Landeschef des Deutschen Roten Kreuzes.

DRK-Landeschef Carlhans Uhle beim Selbstverteidigungskurs für Rettungskräfte in Merseburg.
DRK-Landeschef Carlhans Uhle beim Selbstverteidigungskurs für Rettungskräfte in Merseburg. Bildrechte: MDR/Maria Hendrischke

Immer wieder werden Rettungskräfte im Einsatz von Patienten oder deren Angehörigen bedroht oder sogar körperlich attackiert. In Merseburg trainieren die Retter daher Selbstverteidigung. Den Kurs haben sie selbst auf die Beine gestellt. Ein Notfallsanitäter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Merseburg-Querfurt mit Kampfsporterfahrung leitet ihn – ehrenamtlich.

Der Geschäftsführer des DRK-Landesverbands, Carlhans Uhle, sagt MDR SACHSEN-ANHALT: "Das kann auf Dauer nicht die Lösung sein." Die Rettungskräfte in Merseburg würden das bisher auch selbst bezahlen.

Dass Aggressivität gegen Rettungskräfte zunehme, könne man als gesamtgesellschaftliches Problem definieren, sagt Uhle. Es sei eine Frage des Respekts und auch der Selbstüberhöhung gegenüber dem anderen.

Ein Diagramm das einen steigende Anzahol der Angriffe zeigt
Die Anzahl der Straftaten gegen Retter steigt. Bildrechte: MDR/Max Schörm

Retter werden in Deeskalation ausgebildet

Selbstverteidigung ist laut Uhle beim DRK Teil der Ausbildung. Jeder Sanitäter müsse eine dreijährige Ausbildung an der Landesrettungsschule Halle durchlaufen, sagt er. Dabei sei Deeskalation und Konfliktvermeidung Thema. "Im ersten Lehrjahr zum Beispiel lernen sie Gesprächstraining." Im zweiten Lehrjahr lernten die Auszubildenden, Situationen einzuschätzen: Wann es kritisch werde und wie man aus der Lage herauskomme, sagt Uhle.

Ab Juni gebe es vom Landesverband aus anderen Fördermitteln noch weitere Kurse zur Deeskalation.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 20:22 Uhr

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7 Kommentare

12.01.2019 15:27 Carola 7

es ist schon eine verdammte Sauerei wenn Rettungskr. andere helfen wollen und werden selber angegriffen klasse , wunderbares Deutschl. zum kotzen, wie zu DDR- Zeiten ..... nicht wahr ihr Gutmenschen ??

12.01.2019 14:39 Udo K 6

Es ist wie immer, man wagt einfach nicht, die konkreten Fakten zu nennen.
Betrunkene und Drogenabhängige Einheimische sind sicher auch dabei, aber die Mehrheit stellen sie nicht.
Schlimm, wie die Verhältnisse sich in unserem Land zum Negativen entwickelt haben, aber verwunderlich ist das nicht.
Die Ursachen sind bekannt, es wird aber nichts geändert.
Ein Problem der gesamten Gesellschaft ist es keinesfalls, aber die gesamte Gesellschaft leidet unter der verfehlten Politik.
Rettungskräfte haben die Aufgabe zu helfen, schlimm, wenn sie ihre Zeit noch für Selbstverteidigungstraining verwenden müssen

12.01.2019 13:58 Emil 5

Eine Gesellschaft entwickelt sich immer so, wie es die Rahmenbedingungen, die durch die Politik gesetzt werden, zulassen. Wir, meine Familie und das Umfeld sind jedenfalls nicht schuld, daß unsere Gesellschaft immer asozialer wird !