Editorial Warum wir #keineausreden starten

Viele Menschen haben das Vertrauen in Politik verloren – und werfen uns Medien vor, die falschen Fragen zu stellen, heikle Themen gar auszublenden. Dabei nimmt das Interesse an Politik zu. Das ist nur ein Grund, warum MDR SACHSEN-ANHALT jetzt #keineausreden startet.

von Frank Rugullis, MDR SACHSEN-ANHALT

Blaue Grafik mit dem Schriftzug #keineausreden
#keineausreden – das neue Format bei MDR SACHSEN-ANHALT Bildrechte: MDR/Lars Weise

Viel ist in diesen Tagen und Wochen von einem Vertrauensverlust der Menschen in Politik und Politiker zu lesen. Viel auch über eine Entfremdung. Und besonders in den sozialen Netzwerken bekommen wir als Journalisten von Nutzern immer wieder angekreidet, dass wir nicht die richtigen Fragen stellen an die Politiker. Dabei schwingt besonders der Vorwurf mit, dass wir heikle Themen ausklammern.

Uns beschäftigen diese Vorwürfe sehr, weil sie aus unserer Sicht nicht stimmen. Unsere Wahrnehmung auf unsere Arbeit bei MDR SACHSEN-ANHALT ist, dass wir ernsthaft, kritisch und überparteilich vorgehen. Die Interessen und Wünsche unserer Nutzer der verschiedenen Online-Angebote stehen dabei selbstverständlich an erster Stelle.

Neben der massiven Kritik vieler Nutzer auf unseren Kanälen an der Politik in Sachsen-Anhalt und in ganz Deutschland spüren wir aber auch großes Interesse an politischen Themen. Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Dieses Interesse an Politik nimmt sogar zu, das zeigen unsere Zahlen. Besonders nachgefragt sind Hintergrundinformationen und einordnende Elemente. Zahlreiche Nutzer wollen einfach wissen, warum etwas passiert ist und wie man diese Ereignisse einordnen könnte.

Eine Interviewreihe speziell für Facebook

Vor diesem Hintergrund hat MDR SACHSEN-ANHALT entschieden, eine Interviewreihe mit wichtigen Politikern aus Sachsen-Anhalt speziell für soziale Netzwerke zu produzieren. Mit #keineausreden haben wir dafür ein neues Format entwickelt. In den kommenden Wochen werden die Fraktionsvorsitzenden der im Landtag vertretenen Parteien zu Gast sein. Wir produzieren das Format für den Facebook-Kanal von MDR SACHSEN-ANHALT und senden es als Live-Interview.

Nutzer bekommen über verschiedene Wege die Möglichkeit, das Gespräch aktiv zu gestalten mit Feedback, Wünschen, Kritik und Anliegen. Das ist für uns als Macher das Wichtigste. Wir hoffen darauf, dass sich viele Nutzer an #keineausreden beteiligen. Wir werden in den Tagen vor den Interviews Feedback und Anliegen einsammeln über alle unsere Online-Kanäle. Am Tag des Interviews werden wir in unserem Morgenticker über Themen abstimmen lassen, die abends dann besprochen werden sollen. Und in der Live-Sendung sammeln wir alle Nutzerinteraktionen live bei Facebook und Twitter ein.

Wir sind sehr gespannt, ob unser Konzept aufgeht.

Frank Rugullis
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Frank Rugullis arbeitet seit 1992 für den Mitteldeutschen Rundfunk, zunächst als Nachrichtenredakteur bei MDR SACHSEN-ANHALT in Magdeburg und MDR INFO in Halle. Seit 2012 ist er nur noch in Magdeburg tätig, entwickelte trimediale Projekte und neue Ideen für den Onlinebereich. Seit 2015 ist Rugullis Onlinechef, seit 2018 auch Mitglied im Digital Board des MDR. Seine Freizeit verbringt Rugullis am liebsten mit seiner Familie.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 27. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2018, 16:42 Uhr

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5 Kommentare

27.09.2018 20:36 dieerdeist einescheibe 5

...die Kandidaten der Nationalen Front dürfen sich zu Wort melden...unfassbar...einfach mal googeln was das bedeutet, lieber MDR

26.09.2018 18:40 Anwaltspraxis Dr. Kohlhaas 4

"Raider" ist jetzt "Twix",
aus der SED wird die "Partei des demokratischen Sozialismus" und auch der BRD-Staatsrundfunk will nun "alles erlauben" - ausser "leugnen, verharmlosen & verherrlichen" freilich...

Die Amis haben ein passendes Sprichwort dafuer:
"A day late and a Dollar short".

26.09.2018 11:51 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 3

Zitat "Unsere Wahrnehmung auf unsere Arbeit bei MDR SACHSEN-ANHALT ist, dass wir ernsthaft, kritisch und überparteilich vorgehen. Die Interessen und Wünsche unserer Nutzer der verschiedenen Online-Angebote stehen dabei selbstverständlich an erster Stelle."

Dies ist auch meine Wahrnehmung.
Unter "verschiedene Online-Angebote" sollten dabei aber diejenigen "Online-Angebote" umfasst werden, die man auch selbst kontrollieren kann, was nun mal für 'Fratzenbuch' oder 'Gezwitscher' nur bedingt gilt - mal ganz abgesehen von den schwer durchsetzbaren Auflagen für solche 'internationale soziale Medien', die seit dem 25.5.2018 Gegenstand unseres 'täglichen Rechts' sind.

Vllt. ist es derzeit 'Mode', auf 'Fratzenbuch' mit 'Gezwitscher-Hashtags' zu arbeiten... ich nutze beides nicht, da ich den Wert meiner persönlichen Daten sehr viel höher bewerte als ein algorithmisch erzeugtes "Das könnte Ihnen auch gefallen!".

Zu viel Gezwitscher erzeugt Raum für 'fake news'!