Vorschlag des Landesvorstandes Eva von Angern soll Linken-Spitzenkandidatin für Landtagswahl 2021 werden

Die Magdeburger Landtagsabgeordnete Eva von Angern soll die Linke als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl im kommenden Jahr führen. Dafür hat sich der Landesvorstand bei einem kleinen Parteitag ausgesprochen.

Eva von Angern (Die Linke) steht vor einem Wahlstand ihrer Partei.
Die Linken-Politikerin Eva von Angern Bildrechte: dpa

Die Linken-Politikerin Eva von Angern soll im anstehenden Landtagswahlkampf als Spitzenkandidatin ihrer Partei antreten. Das hat Landesparteichef Stefan Gebhardt bei einem kleinen Parteitag in Magdeburg vorgeschlagen. Gebhardt sagte, von Angern gehöre seit Jahren zu den profiliertesten Politikerinnen Sachsen-Anhalts. Die Rechtsexpertin habe im Kampf für mehr Gerechtigkeit eine hohe Glaubwürdigkeit.

Entscheidung soll beim Landesparteitag fallen

Nach Angaben des Parteichefs wurde der Vorschlag im Landesvorstand einstimmig angenommen. Die endgültige Entscheidung soll bei einem Landesparteitag getroffen werden. Von Angern sagte, das Land habe es in der Hand, ob die Erfahrungen der Corona-Krise zu mehr sozialem Zusammenhalt oder einer verstärkten Spaltung führe. Die Linke werde sich mit aller Leidenschaft für Ersteres einsetzen.

Auf dem Treffen in der Landeshauptstadt hat die Linke erste Vorbereitungen für die Landtagswahl 2021 getroffen. Der Parteichef, die Mitglieder des Landesausschusses und die Vorsitzenden der Stadt- und Kreisverbände waren zusammengekommen, um Wahlkampfstrategie und Personalisierung zu diskutieren.

Kritik an Spitzenkandidatur im Vorfeld

Im Vorfeld hatte es mit Blick auf die Spitzenkandidatur Kritik gegeben. Die Kreisverbände Jerichower Land, Saalekreis und Magdeburg hatten in einem offenen Brief kritisiert, dass der Landesvorstand bei dem Treffen bereits einen Kandidaten vorstellen wolle. Die Kreisvorsitzende des Jerichower Landes, Kerstin Auerbach, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es solle eine Person abgenickt werden, die im Vorfeld noch nicht offiziell benannt wurde. In anderen Parteien gebe es in solchen Fragen einen Mitgliederentscheid.

Gebhard hatte gesagt, er nehme die Kritik sehr ernst und es handele sich lediglich um einen Vorschlag. Der Basis stehe es frei, weitere Kandidaten vorzuschlagen. Offiziell aufgestellt wird die Liste zur Landtagswahl 2021 Ende Januar.

Bei der Landtagswahl 2016 hatte die Linke mit Spitzenkandidat Wulf Gallert 16,3 Prozent der Stimmen erreicht und damit mehr als sieben Prozentpunkte verloren. Nach der CDU und der AfD stellt die Linke mit 16 Mandaten die drittgrößte Fraktion im Magdeburger Landtag.

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Auf blauem Hintergrund sind die Logos mehrerer Parteien in Sachsen-Anhalt zu sehen.
Bildrechte: Parteien | Collage: MDR/Max Schörm

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Juli 2020 | 16:00 Uhr

3 Kommentare

Rotti vor 5 Wochen

Ich kenne ein paar Linke, die sind außer sich vor Ärger, wie das gelaufen ist.
Bin gewaltig ins Fettnäpfchen getreten, als ich meinte, dass sie auf die nächste proletarische Revolution warten sollen.
Da sind sie in ihre Mercedes eingestiegen und beleidigt abgefahren. Warum?

Rotti vor 4 Wochen

Ist aber paradox. Eine friedliche Revolution, wie sie es 1989 gegen die Kommunisten war, bei den Kommunisten selbst.

Erichs Rache vor 4 Wochen

@Rotti

Yo. Bei solch "ergebnisoffenen Wahlen" braucht man keine proletarische Revolution, sondern eine friedliche Revolution wie 1989.

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