Ein Klempner repariert das Waschbecken im Bad.
Ein Klempner repariert ein Waschbecken. (Symbolfoto) Bildrechte: Colourbox.de

Arbeitsmarkt ist leergefegt Fehlende Fachkräfte: Keine schnellere Besserung in Sicht

In Sachsen-Anhalt fehlen in vielen Branchen Fachkräfte. Kommende Woche – voraussichtlich am Mittwoch – will das Bundeskabinett entgegensteuern: Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll beschlossen werden. Eine schnellere Besserung ist dennoch nicht in Sicht.

Ein Klempner repariert das Waschbecken im Bad.
Ein Klempner repariert ein Waschbecken. (Symbolfoto) Bildrechte: Colourbox.de

In Sachsen-Anhalt fehlen in vielen Bereichen Fackräfte. Dazu zählen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel Altenpflegerinnen, aber auch Klempner oder IT-Fachleute.

Voraussichtlich kommende Woche will das Bundeskabinett entgegensteuern – mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das beschlossen werden soll. Das Gesetz soll es für Bewerber aus Drittstaaten außerhalb der EU leichter machen, in Deutschland eine Arbeit zu finden. Zum Beispiel, in dem eine vorhandene Qualifikation aus dem Herkunftsland leichter anerkannt wird als bisher. Zugleich sollen Unternehmen so ihre Personalnöte einfacher lösen können.

Physiotherapeuten, Klempner, Altenpflegerinnen In diesen Berufen fehlen in Sachsen-Anhalt Fachkräfte

Eine Physiotherapeutin behandelt in ihrer Praxis einen jungen Mann
Spezialisten für Physiotherapie sind Mangelware. Auch hier sind die Verdienstmöglichkeiten in Sachsen-Anhalt bescheiden. Die Bundesagentur für Arbeit sprach im Sommer 2018 von 1.700 Euro brutto. Bildrechte: dpa
Eine Physiotherapeutin behandelt in ihrer Praxis einen jungen Mann
Spezialisten für Physiotherapie sind Mangelware. Auch hier sind die Verdienstmöglichkeiten in Sachsen-Anhalt bescheiden. Die Bundesagentur für Arbeit sprach im Sommer 2018 von 1.700 Euro brutto. Bildrechte: dpa
Frau sitzt in Buero mit Headset an Laptop.
Bundesweit fehlen Experten für IT-Anwenderberatung, auch in Sachsen-Anhalt. Im Sommer hieß es, dass im Cluster IT Mitteldeutschland rein rechnerisch jedes Unternehmen fünf Mitarbeiter im Gebiet Informationstechnologie sucht. Bildrechte: imago/allOver-MEV
Eine Pflegerin hilft einem Mann beim Hinsetzen und Aufstehen aus dem Bett.
Der Markt für Fachkräfte und Spezialisten in der Altenpflege ist leergefegt. Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge werden sie nirgendwo in Deutschland so schlecht bezahlt wie in Sachsen-Anhalt. 2017 gab es bei Vollzeit 2.136 Euro brutto. Bildrechte: IMAGO
In einem Auto weist ein Mann auf ein Display
Experten für Softwareentwicklung und Programmierung werden dringend gesucht. Allerdings: In diesem Jahr gab es bis September auf die gemeldeten 54 Ausbildungsstellen in Sachsen-Anhalt rund vier Mal so viele Bewerber. Der Nachwuchs ist also da. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
KFZ-Mechaniker in Werkstadt mit Kundin.
Es fehlen Fachkräfte und Spezialisten für Mechatronik und Automatisierung. Bis September wurden in diesem Jahr 319 Berufsausbildungsstellen für Mechatroniker gemeldet. 32 waren im September noch unbesetzt. Bildrechte: imago/Westend61
Ein Klempner repariert das Waschbecken im Bad.
Auch in Sachsen-Anhalt herrscht Mangel bei Fachkräften und Spezialisten als Klempner sowie bei Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Bei den Ausbildungsstellen gab es in diesem Jahr bis September 192 Stellen und 104 Bewerber. Bildrechte: Colourbox.de
René Hässelbarth steht neben einer Platte mit Elektronik und Kabeln.
Fachkräfte für Energietechnik sind eine Rarität. Sie werden zum Beispiel in der Windkraft gebraucht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Menschen verlegen Parkett.
In Sachsen-Anhalt fehlen Fachkräfte für die Bodenverlegung. 37 Ausbilungsstellen wurden bis September 2018 bei der Arbeitsagentur gemeldet. Auf sie kamen 22 Bewerber. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick in den Motorraum eines Elektro-Kleinwagens.
Deutschlandweit fehlen Fachkräfte für Fahrzeug-, Luft-, Raumfahrt- und Schiffsbautechnik. Die Arbeitsagentur meldete 1.269 offenen Stellen im Bereich der Maschinenbau- und Fahrzeugtechnik.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15.12.2018 | 11:00 Uhr

Quelle: MDR/fw
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Ausführlich wurden die Mangelberufe im vergangenen Juni in der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit aufgezählt. Dabei wurden auch zwei Berufsgruppen erwähnt, bei denen in Sachsen-Anhalt der Engpass größer ist als in anderen Bundesländern: einerseits bei Fachkräften für Bodenverlegung, andererseits bei Fachkräften für Versicherungen und Finanzdienstleistungen.

Viele offene Stellen bei Metallberufen

Für den November hatte die Bundesagentur für Arbeit in Sachsen-Anhalt 18.588 offene Stellen gemeldet. Spitzenreiter ist der Bereich Metallerzeugung, -bearbeitung und Metallbau mit 1.651 offenen Stellen. Vorne dabei mit 1.269 offenen Stellen sind Berufe der Maschinenbau- und Fahrzeugtechnik. In Mechatronik-, Energie und Elektroberufen gab es 1.178 offene Stellen. Im Bereich Informatik wurden 211 offene Stellen ausgewiesen. In medizinischen Gesundheitsberufen waren in Sachsen-Anhalt im November 973 Stellen frei, ebenso in nichtmedizinischen Gesundheitsberufen. Im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung gab es 381 offene Stellen.         

Arbeitsagentur rechnet mit weiteren Fachkräfteengpässen

Ein Auszubildender setzt eine Schweißnaht an ein Metallteil, während ein Berufsschullehrer zuschaut.
Ein Auszubildender setzt eine Schweißnaht an ein Metallteil, während ein Berufsschullehrer zuschaut. Bildrechte: dpa

Es lasse sich aber nicht von einem generellen und flächendeckenden Fachkräftemangel sprechen, betont Kristian Veil, der Sprecher der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. MDR SACHSEN-ANHALT wollte von ihm wissen, wie er die weitere Entwicklung einschätzt: "Grundsätzlich ist es möglich, dass sich die Fachkräftesituation in manchen Berufen immer wieder entspannt. Das kann konjunkturelle oder aber auch soziodemografische Ursachen haben. Es ist aber damit zu rechnen, dass es in Sachsen-Anhalt auch in weiteren Berufen zu ansteigenden Fachkräftebedarfen und auch zu Fachkräfteengpässen kommen kann. Derzeit zeichnet sich das etwa in bestimmten Metallberufen ab."

Wie genau sich die jüngsten Engpässe in Sachsen-Anhalt im zweiten Halbjahr 2018 weiterentwickelt haben, lässt sich Anfang Januar schwarz auf weiß nachlesen. Dann veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit ihre neueste Fachkräfteengpassanalyse für ganz Deutschland.

Quelle: MDR/fw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Dezember 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2018, 14:14 Uhr

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25 Kommentare

17.12.2018 14:22 C.T. 25

Keine Sozialleistungen mehr ohne vorher entsprechend eingezahlt zu haben - damit wird die Notwendigkeit, arbeiten zu gehen, geschaffen. Keine Arbeit = kein Geld - ganz einfach. So eingesparte Mrd. können sinnvoll in Bildung und Infrastruktur investiert werden.

17.12.2018 13:57 Das Känguru 24

Das besorgte Bundeskabinett soll sich nicht so anstellen. Der Fachkräftemangel ist nur gefühlt. Wir haben schließlich gerade 1,7 Millionen Fachkräfte geschenkt bekommen. Und es kommen täglich mehr. Wenn das Bundeskabinett Ängste schüren will, soll es doch zur AfD gehen.

16.12.2018 16:54 an Mediator 23

ja die AFD die sagt was Sache ist und redet nicht um den heißen Brei herum. Die CDU und SPD sind die Parteien die den Menschen Angst macht. In Bildung wird nichts investiert, Lehrermangel (gewollt) jedes Jahr, fehlende Computertechnik usw. und die Jugend verblödet. Hier müsste dringend angesetzt werden dann gibt es auch Fachkräfte. Zum Kohleausstieg werden tausende Arbeitskräfte ihre Arbeit verlieren die müssen wieder in den Markt reingebracht werden.
Guter Lohn/ Gehalt und Infrastruktur da kommen und bleiben auch die Fachkräfte leider ist das im Osten nicht gegeben gerade Sachsen Anhalt ist da ein Bsp. immer Schlusslicht in allem. Also erstmal hier anfangen.