Landesregierung zur aktuellen Situation Corona-Frühwarnsystem: Schnelltests für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser

Besonders gefährdete Menschen sollen durch den Einsatz regelmäßiger Corona-Schnelltests besser geschützt werden. Das hat die Landesregierung von Sachsen-Anhalt beschlossen und nun die bisherige Teststrategie erweitert. Damit können Schnelltests als Frühwarnsystem unter anderem in der Alten- und Behindertenpflege eingesetzt werden.

Blick auf einen Corona-Schnelltest
Sachsen-Anhalt erweitert seine Teststrategie und setzt damit die Bundesvorgaben auf Landesebene um. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt hat sein Ziel, die Zahl der Neuinfektionen auf weit unter 50 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den letzten sieben Tagen zu drücken, noch nicht erreicht. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bei der Vorstellung der erweiterten Teststrategie des Landes am Dienstag in Magdeburg. "Im Landesschnitt sind wir bei 60 auf 100.000 Einwohner. Wir würden gern weit darunter gehen. Ich würde das gern weiter drücken. Wenn wir die Zahlen niedrig halten, dann haben wir auch größere Spielräume."

Sachsen-Anhalt noch in vergleichsweiser guter Situation

Petra Grimm Benne
Gesundheitsministerin Petra Grimm Benne appelliert, die Kontakte zu reduzieren. Bildrechte: IMAGO

Um dieses Ziel zu erreichen, appellierte die Gesundheitsministerin noch einmal an die Bevölkerung, nur noch die Kontakte zu pflegen, die wirklich notwendig seien. Man sei in Sachsen-Anhalt noch in einer vergleichsweisen guten Situation. "Wir müssen den Krankenhäusern noch nicht auferlegen, Prozente freizuhalten", erklärte Grimm-Benne. Und auch die Gesundheitsämter bekämen Unterstützung durch Personal der Bundeswehr, um die Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen. Außerdem seien Tests die wichtigsten Werkzeuge, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen.

Aus diesem Grund habe das Land, angelehnt an die Beschlüsse des Bundes zum Einsatz von Schnelltests, also den sogenannten Antigentests, seine Teststrategie erweitert, so die Gesundheitsministerin. Sachsen-Anhalt habe 500.000 dieser neuen Tests bestellt.

Die Tests zeigen innerhalb von 30 Minuten ein Ergebnis an, ohne aufwendig in Laboren oder von Ärzten ausgewertet werden zu müssen. Jedoch ist die Genauigkeit nicht ganz groß, wie die der PCR-Tests. Die Pressesprecherin des Sozialministeriums, Ute Albersmann, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wenn ein Schnelltest positiv ist, folgt ein PCR-Test." In den Statistiken des Robert Koch-Instituts, der Landesministerien und Gesundheitsämter würden auch nur die laborbestätigten Fälle gezählt.

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Schnelltests als Frühwarnsystem

Grimm-Benne erklärte das Vorgehen: "Wir haben als Land gesagt, wir gehen in Vorleistung mit 500.000 Antigentests. 100.000 haben wir an die Gesundheitsämter gegeben. Warum? Gesundheitsämter haben auch die Möglichkeit, präventiv reinzugehen." Sie könnten so Kinder bei auftretenden Infektionen in Schulklassen oder Kitas schnell testen, ohne dass gleich alle in Quarantäne gehen müssten.

Auch die Landkreise und kreisfreien Städte könnten nun so bei der Überschreitung des Grenzwertes von 50 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner die Schnelltests nutzen. "Bei Überschreitung von 50 hat man auch die Möglichkeit, durchzutesten", erklärte Grimm-Benne.

Mit den Schnelltests können nun Krankenhäuser, die Pflege, Behinderten- und Alteneinrichtungen regelmäßig alle ein bis zwei Wochen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untersuchen und stichprobenartig auch die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner testen. "Das ist dann ein Frühwarnsystem in der Alten- und Behindertenpflege." Die Einrichtungen könnten die Tests über ihre üblichen Bestellsysteme ordern. Die Kosten können bis zu einem Maximalbetrag über die Pflegekassen oder die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet werden. Die Einrichtungen müssen selbst die konkreten Testkonzepte ausarbeiten und mit den Gesundheitsämtern absprechen.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. November 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

pepe79 vor 1 Wochen

Das ist richtig, vernübftig, klug, nachhaltig, präventiv! Bravo Sachsen Anhalt! Das ist eine der klügsten Maßnahmen in dieser Pandemie wovon sich die Bundesregierung und viele Bundesländer eine Scheibe abschneiden können!!!!!

ElBuffo vor 1 Wochen

Gibt es eigentlich Erhebungen zu den Merkmalen der ganzen Coronakranken in den Krankehäusern bzw. auf den Intensivstationen? Diese Gruppen müssten doch dann gezielt von Kontakten abgeschirmt werden? Sollte das dermaßen banal sein, dass da noch keiner drauf gekommen ist?

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