Begrenzung von Teilnehmerzahlen bleibt Neue Corona-Lockerungen: Sportwettkämpfe, Messen und Einschulungen werden erlaubt

Die Eindämmung des Coronavirus bestimmte in Sachsen-Anhalt die vergangenen Monate. Nun hat das Kabinett neue gelockerte Bestimmungen beschlossen. Damit werden Ferienlager, Sportwettkämpfe und größere Feiern wieder möglich. Die Landesregierung erlaubt "fachkundig organisierte" Feiern in geschlossenen Räumen mit bis zu 500 Personen früher als bisher geplant – das soll die Einschulungsfeiern am 29. August möglich machen.

Mädchen mit Mundschutz wartet in einer Haltestelle
Bildrechte: imago images/Bernd Friedel | Grafik MDR

Die Landesregierung hat am Dienstagmittag die neue Eindämmungsverordnung beschlossen, mit der das Land den Umgang mit der Coronavirus-Pandemie bis zum Herbst regeln will. Bisher galten etwa Verbote für größere Ansammlungen von Menschen. So durften sich nur maximal zehn Personen aus unterschiedlichem Hausstand miteinander in der Öffentlichkeit treffen. Dieses Verbot wird mit der neuen Verordnung in eine Empfehlung umgewandelt. Ebenso die Vorgabe, mit möglichst wenigen Personen Kontakt zu halten. Das teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Sozial- und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) zur Landespressekonferenz am Dienstagmittag bekannt.

Mit begrenzten Zuschauerzahlen werden Fußballspiele und Sportwettkämpfe wieder möglich. Auch Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen unter freiem Himmel sind möglich, alles aber unter Auflagen. Zudem dürfen Messen, Ausstellungen sowie Spezialmärkte oder Flohmärkte veranstaltet werden, auch dies unter Auflagen. Geschlossen bleiben weiterhin Clubs und Diskotheken. Pflicht bleibt der Mund-Nasen-Schutz in Geschäften und im öffentlichen Personennahverkehr.

Trainiren bei der Stieglitz Boxing Akademie wieder erlaubt 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE Di 30.06.2020 19:00Uhr 02:26 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Einschulungsfeiern am 29. August werden ermöglicht

Größere Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind bereits ab 29. August mit bis zu 500 Personen erlaubt, sofern sie "fachkundig organisiert" sind. Ursprünglich sollte diese Beschränkung erst am 1. September fallen. Petra Grimm-Benne (SPD) sagte am Dienstag:

Warum der 29. August? Weil wir dann das Wochenende noch mitnehmen und die traditonellen Einschulungsfeiern noch ermöglichen wollen. Damit man mit Eltern und Großeltern zumindest den Festakt begehen kann.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD)

Solche Einschulungsfeiern finden in der Regel in Sporthallen, Schulaulen und Festsälen statt. Grimm-Benne sagte allgemein zur neuen Eindämmungsverordnung, die niedrige Infektionsrate ermögliche diesen Schritt. So müsse die Landesregierung nicht etwas zurückzunehmen, sondern habe das, was vergangene Woche angekündigt wurde, nun in die siebente Eindämmungsverordnung gegossen.

Ministerpräsident Haseloff (CDU) betonte: "Wir wissen, dass wir nicht in einer normalen Zeit leben." Weiterhin sei es so, dass das Virus alles "gravierend bestimmt". Das zeige der lokale Ausbruch in Magdeburg. Von der gundsätzlichen Zielsetzung zur Eindämmung des Virus sei auch die neue Verordnung geprägt. Wobei es langfristig zentral sei, bei Handlungsbedarf "minimalinvasiv" einzugreifen. Es müsse verhindert werden, dass es wieder zu stärkeren Einschränkungen der Grundrechte komme.

Abstand, Hygiene und Alltagsmasken – das ist die Grundlage dafür, dass wir weitere Öffnungen, moderat, aber doch zielgerichtet, vornehmen können.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU)

Zentral bleiben Abstands- und Hygieneregeln, betonte Haseloff. "Abstand, Hygiene und Alltagsmasken – das ist die Grundlage dafür, dass wir weitere Öffnungen, moderat, aber doch zielgerichtet, vornehmen können." Wichtig sei nun, stärker auf Eigenverantwortung zu setzen statt auf Verbote.

Reisende aus Risikogebieten – nur mit Attest

Teil der neuen Verordnung ist die bereits gesondert erlassene Beherbergungsvorgabe für Reisende aus Risikogebieten, wonach ein höchstens 48 Stunden altes negatives Testergebnis vorzulegen ist.

Es ist die mittlerweile siebente Eindämmungsverordnung. Diese neuen Regeln sollen am Donnerstag, 2. Juli, in Kraft treten und bis Herbst (16. September) gelten. Haseloff kündigte aber an, dass es Ende Juli eine Zwischenevaluierung geben soll, um punktuell nachzujustieren. Großveranstaltungen bleiben weiterhin bis 31. Oktober untersagt.

MDR SACHSEN-ANHALT hat die Lockerungen hier im Überblick:

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 30. Juni 2020 | 14:00 Uhr

14 Kommentare

nie wieder cdu vor 5 Tagen

@Anhalterx, der Umgang mit den Masken ist selbst der Landesregierung bekannt, es gibt sonst keinen Grund das die Dame Petra Grimm-Benne (SPD) zum wechseln und reinigen der "Merkel - Lappen" auffordert. Hauptsache Maske, Keime in den Masken spielen keine Rolle.

nie wieder cdu vor 5 Tagen

Prof. Dr. Christian Drosten!!!!
MDR Team hat doch glatt den Prof. vergessen.
Das ist der, der seine Meinung und Aussagen regelmäßig angepasst hat.
Jeden zweiten Tag neue Erkenntnisse und das wurde zum Maßstab für das Handeln "unserer" Politiker.

nie wieder cdu vor 6 Tagen

Diese sog. Volksvertreter, die vertreten schon lange nicht das Volk!!!!!
Wer den Begriff Alltagsmasken benutzt, der sollte nicht MP sein. Es gehört nicht zu unserer Kultur und behindert eine vernünftige Kommunikation. Über 50 % der Kommunikation laufen über Gestik und Mimik. 2021 sind Wahlen!!!!

Mehr aus Sachsen-Anhalt