Die MDR-Moderatoren Duy Tran und Johannes Batzdorf im Gespräch mit Katja Pähle
Bei #keineausreden hat sich am Donnerstag Katja Pähle den Fragen unserer User und der MDR-Moderatoren Duy Tran (links) und Johannes Batzdorf gestellt. Bildrechte: MDR/Alisa Sonntag

Zweite Folge von #keineausreden Katja Pähle – zurückhaltende Politikerin, die auch "laute Töne kann"

Kinderbetreuung, der Absturz der SPD oder der Ausstieg aus der Braunkohleförderung – darüber und noch über einiges mehr hat MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstagabend mit Katja Pähle von der SPD gesprochen. Die Fraktionsvorsitzende im Landtag war zu Besuch bei #keineausreden und hat sich im Facebook-Interview live den Fragen der Nutzer gestellt. Ein Überblick.

von Luca Deutschländer, MDR SACHSEN-ANHALT

Die MDR-Moderatoren Duy Tran und Johannes Batzdorf im Gespräch mit Katja Pähle
Bei #keineausreden hat sich am Donnerstag Katja Pähle den Fragen unserer User und der MDR-Moderatoren Duy Tran (links) und Johannes Batzdorf gestellt. Bildrechte: MDR/Alisa Sonntag

Das war unser Gast

Katja Pähle, Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag von Sachsen-Anhalt. 41 Jahre alt. Lebt seit vielen Jahren in Halle an der Saale. Verheiratet, zwei Kinder. Soziologin und seit 1999 Mitglied der SPD.

Und: Eher ein zurückhaltender Typ Mensch. Müsste man sich als Fraktionsvorsitzende nicht stärker in den Vordergrund drängen, wollte eine Nutzerin von MDR SACHSEN-ANHALT wissen? "Man kann auch als zurückhaltender Mensch viel erreichen", findet Katja Pähle. Eines machte sie aber klar: "Ich kann auch laute Töne." Besonders dann, wenn es um die wichtigen zukunftsweisenden Themen wie die Novelle des Kinderförderungsgesetzes oder den Landeshaushalt gehe. Als eingefleischten Fan des Halleschen FC beschreibt sich Katja Pähle übrigens nicht. Sie schaue aber doch regelmäßig, wie der HFC gespielt habe – und freue sich, wenn am Ende ein Sieg stehe. So war es ja erst am Dienstagabend, als der HFC in Cottbus gewann.

Im Steckbrief Das ist Katja Pähle

Steckbrief mit zwei Fotos von SPD-Fraktionsvorsitzender Katja Pähle
Bildrechte: MDR/Max Schörm, Florian Leue
Steckbrief mit zwei Fotos von SPD-Fraktionsvorsitzender Katja Pähle
Bildrechte: MDR/Max Schörm, Florian Leue
Fotos von SPD-Fraktionschefin Katja Pähle in einem Steckbrief
Bildrechte: MDR/Max Schörm, Florian Leue
Fotos von SPD-Fraktionschefin Katja Pähle in einem Steckbrief
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Steckbrief mit zwei Fotos von SPD-Fraktionsvorsitzender Katja Pähle
Bildrechte: MDR/Max Schörm, Florian Leue

Übrigens: Wenn Katja Pähle heute noch einmal Abitur machen würde, würde sie nach eigenen Angaben wohl Lehramt studieren – nicht, weil ihr der Job als Berufspolitikerin nicht gefallen würde. Eher deshalb, weil sie den Schritt zur Vollzeitpolitikerin nie geplant hat. Das habe sich über die Jahre eher so ergeben, sagte Pähle bei #keineausreden.

Darum ging es bei #keineausreden

Das Schöne an Nutzerformaten wie #keineausreden ist, dass die Themenpalette breit ist. So war es auch am Donnerstag. Es ging um Kinderbetreuung. Der Pflegenotstand war Thema. Außerdem die Zusammenarbeit in der Kenia-Koalition mit CDU und Grünen. Ob das Regierungsbündnis trotz aller interner Streitereien bis nur nächsten Landtagswahl 2021 durchhält? Pähles Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: "Ja!". Und warum? Weil es, so die Hallenserin, noch einiges zu tun gebe. "Außerdem würde niemand verstehen, wenn die Koalition jetzt auseinanderbrechen würde."

Katja Pähle im Studio 56 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ebenfalls im Gespräch: Rasselisten für Hunde. MDR SACHSEN-ANHALT-Leserin Cathrin Zemski wollte wissen, warum die SPD als einzige Partei in Sachsen-Anhalt an der Rasseliste festhalte. Katja Pähle entgegnete, sie habe schon mit Zemskis Mann über das Thema gesprochen. Dass sich an Rasselisten etwas ändere, sei im Koalitionsvertrag mit CDU und Grünen schlicht nicht vereinbart.

Ein weiteres Thema: die These, die SPD sei nicht mehr Partei der "kleinen Leute". Dass das Team von #keineausreden darüber mit Katja Pähle diskutiert, war am Donnerstag von den Lesern des MDR SACHSEN-ANHALT-Morgentickers entschieden worden – und zwar in einer Abstimmung.

Blaue Grafik mit dem Ergebnis einer Umfrage unter MDR SACHSEN-ANHALT-Lesern
Bildrechte: MDR/Lars Weise

Pähle sagte dazu, die SPD habe sich immer um diejenigen Menschen bemüht, die ihre Arbeit mit den Händen verrichteten. Das sei heute nicht anders, betonte die 41-Jährige. "Wir haben diese Menschen im Blick und kümmern uns um sie", so Pähle. Angesprochen auf den Ausstieg aus der Braunkohleförderung sagte sie, die Beschäftigten im Mitteldeutschen Revier könnten sich auf die SPD verlassen. Wichtig: "Die Menschen brauchen eine Zukunftsperspektive."

Das Zitat des Interviews

SPD-Fraktionschefin bei #keineausreden im Interview
Bildrechte: MDR/Alisa Sonntag

Wir müssen mehr mit den Menschen sprechen. Und wir müssen ihnen zuhören und ihre Fragen aufnehmen.

Katja Pähle über den neuen Deutschlandtrend, der die SPD nur noch bei 15 Prozent sieht

Das ist Katja Pähle wichtig

Die SPD verkauft das, was sie erreicht, zu schlecht. Davon ist Katja Pähle überzeugt. Bei #keineausreden sagte sie, sie habe sich "maßlos" über den Bundestagswahlkampf ihrer Partei voriges Jahr geärgert. Man habe da zu wenig mit dem geworben, wofür die SPD stehe und was sie erreicht habe. Stichwort Mindestlohn. "Ich habe den Hut vor der CDU gezogen, dass sie mit dem Mindestlohn für sich geworben hat", sagte Pähle. Eigentlich sei der ja eine SPD-Idee gewesen – kam im Wahlkampf allerdings so nicht rüber, sagte die Politikerin.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel in vielen Branchen machte Pähle außerdem deutlich, dass es ihrer Meinung nach eine "vernünftige Zuwanderung" brauche. Anders lasse sich nicht ändern, dass im Handwerk oder der Pflege schlicht zu wenige Arbeitskräfte gefunden würden. Unabhängig davon müssten die Arbeitsbedinungen und die Entlohnung in der Pflege verbessert werden.

Fünf Fragen an...

Fünf Fragen an...Katja Pähle

Blaue Grafiken mit einem Bild von Katja Pähle
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Blaue Grafiken mit einem Bild von Katja Pähle
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Blaue Grafiken mit einem Bild von Katja Pähle
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Blaue Grafiken mit einem Bild von Katja Pähle
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Blaue Grafiken mit einem Bild von Katja Pähle
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Blaue Grafiken mit einem Bild von Katja Pähle
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Das Fazit des Interviews

"Hat Spaß gemacht", sagte Katja Pähle nach Ende des Interviews. Und: "Man kann immer dazulernen", betonte sie. Vom Social Media-Team von MDR SACHSEN-ANHALT war der SPD-Fraktionsvorsitzenden zuvor das zwischenzeitliche Ergebnis einer Live-Abstimmung mitgeteilt worden. Dabei hatten 62 Prozent der Nutzer gesagt, dass sie die Positionen der Politikerin "nicht nachvollziehen" könnten. Knapp ein Drittel der Zuschauer stimmte den Aussagen von Katja Pähle dagegen zu. "Ich muss wohl daran arbeiten, meine Argumente zu schärfen", sagte sie am Ende selbstkritisch.

Und wer ist beim nächsten Mal an der Reihe?

Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt. Mit ihm sprechen wir bei #keineausreden am Freitag, 19. Oktober. Auch dann live bei Facebook und hier auf der Webseite von MDR SACHSEN-ANHALT.

Blauer Sendehinweis für Interviewreihe #keineausreden mit dem Hinweis auf Thomas Lippmann als nächsten Gast am 19. Oktober
Bildrechte: MDR/Lars Weise

Stellen Sie gern schon jetzt Ihre Fragen an Thomas Lippmann – wir sammeln die Fragen und geben sie kommenden Freitag an den Fraktionschef der Linken weiter. Ihre Fragen erreichen uns auf ganz unterschiedlichen Wegen – und zwar so.

Blaue Grafik mit Kontaktmöglichkeiten für Interviewformat #keineausreden
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Ein Mann steht vor einer grauen Wand.
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den Autor Luca Deutschländer arbeitet seit Anfang 2016 bei MDR SACHSEN-ANHALT – meist in der Online-Redaktion, außerdem für den Hörfunk. Seine Schwerpunkte sind Themen aus Politik und Gesellschaft. Bevor er zu MDR SACHSEN-ANHALT kam, hat der gebürtige Hesse bei der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine in Kassel gearbeitet. Während des Journalistik-Studiums in Magdeburg Praktika bei dpa, Hessischem Rundfunk, Süddeutsche.de und dem Kindermagazin "Dein Spiegel". Seine Lieblingsorte in Sachsen-Anhalt sind das Schleinufer in Magdeburg und der Saaleradweg – besonders rund um Naumburg.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 12. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 22:16 Uhr

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5 Kommentare

13.10.2018 14:51 Gert 5

Die Frau Pähle macht es hier sehr deutlich, daß die SPD nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Denn alle Themen, die diese Partei versucht zu besetzen sind von den anderen Parteien schon in Besitz genommen worden: Kohle + Wirtschaft= CDU + FDP, kontrollierte Einwanderung + Sicherheit=CDU + AfD , Kita + Schule = Die Linke und Ökologie + gegen RECHTS = GRÜNE.

12.10.2018 01:38 E.Baartz 4

Ich verstehe Ihre Rede leider garnicht. Der Begriff Bürger kennt Sie nicht. Wir sind eingesprungen, weil die FDP abgesprungen ist, sonst hätte es Neuwahlen gegeben, wie bitte??Kiste auf Protestwähler AFD, Kistendeckel zu. Die Frage ob die Bürger mit der Politik der Regierung zufrieden wird nicht gestellt.Man redet von Demokratie die es nicht gibt. Es war eine demokratische Wahl und
ist nur gut wenn Sie der CDU und SPD passt.Die Regierung hat von den Wähler einen Auftrag bekommen eine Regierung zu bilden. Aber die CDU und SPD sagt wir wollen keie regierung mit den Linken und mit der AFD schon garnicht, das hätte Neuwahlen bedeutet. Wieso Neuwahlen, man bastelt sich dann halt eine Regierung. Nun wissen die Bürger endlich was Demokratie ist. Genau wie zu DDR Zeiten da stand das Wahlergebnis auch schon fest, bevor die Stimmen ausgezählt waren. Wielange wollte man denn eigenlich die Neuwahlen so durchführen. Die Politiker merken schon garnicht mehr wie lächerlich Sie sich machen.

11.10.2018 23:36 nilux 3

Wozu bezahle ich eigentlich einen Rundfunkbeitrag, wenn ich letztlich über ein börsennotiertes und höchst umstrittenes US-Unternehmen wie Facebook mit dem MDR kommunizieren soll. Das ist schlimmer als jegliche Schleichwerbung.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Sie können auch hier Ihre Fragen stellen.