Die MDR-Redakteure Isabell Hartung und Johannes Batzdorf interviewen Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag
Linken-Fraktionschef Thomas Lippmann (rechts) hat sich am Freitagabend bei #keineausreden den Fragen von Isabell Hartung, Johannes Batzdorf und den MDR SACHSEN-ANHALT-Nutzern gestellt. Bildrechte: MDR/Florian Leue

Dritte Folge von #keineausreden Thomas Lippmann – politischer Neuling, der gern mal Händel singt

Die Absage eines Konzertes im Bauhaus in Dessau, Lohnunterschiede in Ost und West und eine mögliche rot-rot-grüne Koalition: Darum und noch um so einiges mehr ging es bei #keineausreden mit Thomas Lippmann. Der Fraktionschef der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt beantwortete am Freitag zahlreiche Fragen von MDR SACHSEN-ANHALT-Nutzern im Netz. Ein Überblick.

von Luca Deutschländer, MDR SACHSEN-ANHALT

Die MDR-Redakteure Isabell Hartung und Johannes Batzdorf interviewen Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag
Linken-Fraktionschef Thomas Lippmann (rechts) hat sich am Freitagabend bei #keineausreden den Fragen von Isabell Hartung, Johannes Batzdorf und den MDR SACHSEN-ANHALT-Nutzern gestellt. Bildrechte: MDR/Florian Leue

Das war unser Gast

Thomas Lippmann. 56 Jahre alt. Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag. Von Beruf Lehrer für Mathematik und Physik. Verheiratet. Drei Kinder. Seit 2016 Mitglied des Landtags und damit ein politischer Neuling, der spätestens seit seiner Wahl zum Fraktionsvorsitzenden eine steile Karriere hingelegt hat.

Doch nicht nur das: Thomas Lippmann ist auch leidenschaftlicher Sänger im Chor – "meist Tenor, eigentlich Bariton", wie der Fraktionschef bei #keineausreden erklärte und bekannte, dass er den "Messias" von Georg Friedrich Händel schon das eine ums andere Mal gesungen habe.

Im Steckbrief Das ist Thomas Lippmann

Steckbrief mit Fotos von Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Steckbrief mit Fotos von Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Steckbrief mit Fotos von Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt
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Steckbrief mit Fotos von Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt
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Steckbrief mit Fotos von Thomas Lippmann, Fraktionsvorsitzender der Linken in Sachsen-Anhalt
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Darum ging es bei #keineausreden

Wie schon bei den ersten beiden Ausgaben von #keineausreden waren die Themen bunt gemischt. Das lag am Wesentlichen an den mehr als 100 Nutzerfragen, die MDR SACHSEN-ANHALT während der Live-Übertragung auf Facebook erreicht haben – darunter auch die Frage von Till Schöne. Er wollte wissen, was die Linke denn eigentlich von der AfD unterscheide. Lippmanns erste Reaktion: ein ungläubiges Lachen. "Das sind natürlich ganz grundsätzliche Fragen, die uns voneinander unterscheiden", sagte er. Die Linke zum Beispiel habe Respekt vor allen Menschen – egal, wo sie herkämen. "Uns unterscheiden Welten", betonte Lippmann.

Thomas Lippmann 53 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ebenfalls bei #keineausreden thematisiert: Die Sammlungsbewegung "Aufstehen" von Sahra Wagenknecht. Was er denn von der Bewegung und Sahra Wagenknecht halte, wollte MDR SACHSEN-ANHALT-Nutzer Thomas Hicksch wissen. Lippmann: "Ich kenne Sahra Wagenknecht persönlich noch nicht so gut." Dass es die Initiative gebe, sei für die Partei noch ungewohnt, könne am Ende aber auch etwas Gutes für Die Linke haben.

Ein weiteres Thema: die Arbeit der Linken in der Opposition im Landtag. Dass das Team von #keineausreden darüber mit Thomas Lippmann diskutiert, war am Freitag von den Lesern des MDR SACHSEN-ANHALT-Morgentickers entschieden worden – und zwar in einer Abstimmung. Für die These, wonach die Linken zwar oft auf die Regierung schimpfen, aber selbst kaum umsetzbare Vorschläge machen, hatten die meisten Leser gestimmt. Lippmann entgegnete, es sei in der Opposition nun einmal die Aufgabe der Regierung auf die Finger zu schauen.

Blaue Grafik, auf der die Ergebnisse einer Abstimmung dargestellt sind.
Bildrechte: MDR/Lars Weise

Dass die Linken-Vorschläge oft nicht umsetzbar seien, wollte Lippmann so allerdings nicht stehen lassen. "In der Regel sagen die anderen Parteien zu unseren Vorschlägen, dass dafür kein Geld da ist und behaupten, das wüssten wir doch." Lippmann sieht das anders: Wenn man den großen Konzernen über neue Steuergesetze mehr Geld abknöpfe, müssten nicht die Bürger für alles aufkommen.

Das Zitat des Interviews

Über das abgesagte Konzert von "Feine Sahne Fischfilet" im Bauhaus in Dessau sagte Lippmann:

Das ist skandalös und schädlich für das Bauhaus.

Thomas Lippmann (Die Linke)

Warum? Weil die Stiftung Bauhaus mit ihrer Entscheidung vor Nazis "in die Knie" gehe.

Das ist Thomas Lippmann wichtig

Linken-Fraktionsvorsitzender Thomas Lippmann in einem Interview im MDR-Landesfunkhaus Magdeburg
Thomas Lippmann bei #keineausreden Bildrechte: MDR/Florian Leue

Ist Rot-Rot-Grün – also eine Koalition von Linken, SPD und Grünen – längst unrealistische Zukunftsmusik? Nein, sagt Thomas Lippmann. Er sei voriges Jahr als Fraktionschef angetreten, um genau diese Option realistischer zu machen. Dass die SPD seit geraumer Zeit schwächele, sehe er mit Sorge. Man brauche für ein linkes Regierungsbündnis eine starke SPD und starke Grüne.

Über die Linke selbst sagte Lippmann, sie strebe in Sachsen-Anhalt 23 bis 25 Prozent der Wählerstimmen an. Das sei realistisch.

Fünf Fragen an...

Fünf Fragen an...Thomas Lippmann

Blaue Grafik mit dem Bild von Linken-Fraktionsvorsitzendem Thomas Lippmann und weißer Schrift darauf.
Bildrechte: MDR/Max Schörm
Blaue Grafik mit dem Bild von Linken-Fraktionsvorsitzendem Thomas Lippmann und weißer Schrift darauf.
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Blaue Grafik mit dem Bild von Linken-Fraktionsvorsitzendem Thomas Lippmann und weißer Schrift darauf.
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Blaue Grafik mit dem Bild von Linken-Fraktionsvorsitzendem Thomas Lippmann und weißer Schrift darauf.
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Blaue Grafik mit dem Bild von Linken-Fraktionsvorsitzendem Thomas Lippmann und weißer Schrift darauf.
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Blaue Grafik mit dem Bild von Linken-Fraktionsvorsitzendem Thomas Lippmann und weißer Schrift darauf.
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Das Fazit des Interviews

Bei einem Live-Voting bei Facebook hatten zum Ende des Gesprächs 63 Prozent gesagt, dass sie die Positionen von Thomas Lippmann "nachvollziehbar" finden. Knapp ein Drittel sah das anders. "Da ist noch Luft nach oben", sagte Lippmann. Aber: "Mehrheit ist Mehrheit." Der Linken-Fraktionschef machte klar, dass Politik zwar oft, aber keinesfalls immer kompliziert sei. "Viele Dinge haben auch eine einfache Lösung." Das wolle er besser erklären.

Und wer ist beim nächsten Mal an der Reihe?

Oliver Kirchner, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt. Mit ihm sprechen wir bei #keineausreden am Mittwoch, 24. Oktober. Auch dann live bei Facebook und hier auf der Webseite von MDR SACHSEN-ANHALT.

Auf einer blauen Grafik wird auf den nächsten Gast von #keineausreden hingewiesen.
Bildrechte: MDR/Lars Weise

Stellen Sie gern schon jetzt Ihre Fragen an Oliver Kirchner – wir sammeln die Fragen und geben sie kommenden Mittwoch an den Fraktionschef der AfD weiter. Ihre Fragen erreichen uns auf ganz unterschiedlichen Wegen – und zwar so.

Blaue Grafik mit Kontaktmöglichkeiten für Interviewformat #keineausreden
Bildrechte: MDR/Max Schörm

Über den Autor Luca Deutschländer arbeitet seit Januar 2016 bei MDR SACHSEN-ANHALT – meist in der Online-Redaktion, außerdem für den Hörfunk. Seine Schwerpunkte sind Themen aus Politik und Gesellschaft. Bevor er zu MDR SACHSEN-ANHALT kam, hat der gebürtige Hesse bei der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine in Kassel gearbeitet. Während des Journalistik-Studiums in Magdeburg Praktika bei dpa, Hessischem Rundfunk, Süddeutsche.de und dem Kindermagazin "Dein Spiegel". Seine Lieblingsorte in Sachsen-Anhalt sind das Schleinufer in Magdeburg und der Saaleradweg – besonders rund um Naumburg.

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Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2018, 22:36 Uhr

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2 Kommentare

21.10.2018 11:46 Leser 2

Diese Partei ist schon lange nicht mehr das, was sie mal war. Das haben die Wähler in den neuen Bundesländern längst erkannt.

20.10.2018 11:34 WT auf E100 1

Einfach nur weltfremd dieser Herr!

Könnte ihm mal jemand seine "Rosa- Luxemburg" Brille abnehmen, damit er die Realität erkennen kann.

Totaler Realitätsverlust. . . . . Etwas Anderes fällt mir leider nicht dazu ein!