Bildung Keine Schulschließungen mehr ab 2022 in Sachsen-Anhalt

Alle Schulstandorte in Sachsen-Anhalt sollen langfristig bestehen bleiben. Das sehen Pläne von Bildungsminister Marco Tullner vor. Die Verordnung dazu soll zum Schuljahr 2022/2023 in Kraft treten.

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Die allgemeinbildenden Schulen im Land zählten zuletzt 197.000 Schüler. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Westend61

In Sachsen-Anhalt sollen künftig keine weiteren Schulen mehr geschlossen werden. Das erklärte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) am Dienstag in der Magdeburger Staatskanzlei. Der Entwurf für die entsprechende Schulentwicklungsplanung sei auf dem Weg und solle Mitte 2022 in Kraft treten. Ziel sei es, alle Standorte im Land zu erhalten, vor allem Förderschulen, so der Minister. So soll es künftig möglich sein, Schulen mit sinkenden Schülerzahlen als Nebenstandorte zu erhalten. Auch alle Grundschulen sollen eine Perspektive haben, erklärte Tullner.

Um Schulen mit Oberstufe zu erhalten, wird den Plänen zufolge die Mindestzahl der Schüler pro Jahrgang flexibler gestaltet. Statt der vorgegebenen mindestens 75 Schüler würden dann auch 50 je Klassenstufe reichen. Würden auch sie nicht erreicht, seien andere Kooperationen möglich. Bei Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe bleibe es bei der Mindestschülerzahl von 240 je Jahrgang, ebenso bei Sekundarschulen. Aber auch hier seien Ausnahmen vorgesehen. Der Entwurf des Schulentwicklungsplanes ist der Mitteilung zufolge nun zur Anhörung freigegeben.

Zahl der Schüler stark gesunken

Derzeit gibt es laut dem Statistischen Landesamt 870 allgemeinbildende Schulen, davon 501 Grundschulen. An ihnen werden im laufenden Schuljahr gut 197.000 Schüler unterrichtet. Ihren Tiefststand hatte die Schülerzahl im Schuljahr 2009/2020, als nur knapp 174.000 Jungen und Mädchen an Sachsen-Anhalts Schulen unterrichtet worden waren.

Seit der Wende sinkt die Zahl der Schulen im Land stetig. Gab es 1991/1992 noch 1.742 allgemeinbildende Schulen, wurde 2006/2007 die Tausendergrenze unterschritten.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. März 2020 | 05:00 Uhr

3 Kommentare

denny vor 12 Wochen

Bis 2022 ist es aber noch lange hin!
Bei uns in Parey verbreitet sich das Gerücht das die Sekundarschule aus Lehrermangel geschlossen werden soll und die Schüler sollen nach burg oder genthin aufgeteilt werden .
So kann man das Problem auch lösen zu Lasten der Kinder

walter helbling vor 12 Wochen

Was für eine Ankündigung! "Keine Schulschließungen ab 2022" titelt mdr. "Möglichst keine Schulschließungen" die Volksstimme. Worum geht es? Um eine Schulentwicklungsplanung, welche der Bildungsminister "vorstellt", die aber niemandem vorliegt oder publiziert wäre. Ja, eigentlich sollte sie dieses Jahr in Kraft treten, was aus welchen Gründen auch immer nicht passiert.
Man sollte sich erinnern: "Schulverbünde" sind seit 2014 das Lieblingsthema der CDU, bereits mehrere Wahlkämpfe alt. In dieser Zeit wurden sage und schreibe ZWEI so genannte Pilotversuche genehmigt. Das Problem dabei: Die bislang bekannten Eckwerte erweisen sich an den meisten Orten als nicht hilfreich und falls doch, laufen Förderprogramme wie StarkIII in denen Schulschließungen bereits im Demografie-Check eingearbeitet sind. Da hilft auch kein Schulverbund.
Bereits 2017 tönte es:"Keine Schulschließungen in dieser Legislatur". Das Gegenteil ist der Fall....

Erichs Rache vor 12 Wochen

Wow.

Endlich fängt die Politik auch mal an zu denken.
Wenn Kitas fehlen und Schulen dicht machen und verschwinden, gehen auch die jungen Leute mit Kindern weg. Mit diesen Familien schwindet dann aber auch für kleinere und mittlere Unternehmen die Aussicht auf Fachkräftenachwuchs, so das diese sich anderswo ansiedeln. Mit diesem Kaufkraftschwund gehen dann auch die Einzelhandelsunternehmen .. der ländliche Raum verödet.

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/landespolitik/landleben-laendlicher-raum-dorf-tagung-landtag-100.html

"Bis 2030 wird ein großer Teil Sachsen-Anhalts weniger Einwohner haben als im Jahr 1871."


"... allein die beiden Großstädte Halle und Magdeburg stabilisieren sich."

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/bevoelkerung-entwicklung-studie-100.html

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