Weiterhin nicht mehr als 500 Personen auf Veranstaltungen Doch keine Lockerung der Corona-Beschränkungen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat bekanntgegeben, dass es doch keine weiteren Lockerungen der Corona-Bestimmungen geben soll. Auf Veranstaltungen dürfen weiterhin nur 500 Personen zusammenkommen. Das Beherbergungsverbot bleibt bestehen.

Nahaufnahme einer Frau, die eine Maske und eine Brille trägt
Auf Veranstaltungen sind weiterhin nicht mehr als 500 Personen erlaubt. Bildrechte: imago images / ZUMA Wire

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat am Dienstag bekannt gegeben, dass es in Sachsen-Anhalt vorerst doch keine weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen geben soll. Eigentlich hätten ab dem 1. November nicht mehr nur 500, sondern bis zu 1.000 Menschen zu größeren Feiern in Räumen zusammenkommen dürfen.

Das muss das Kabinett allerdings erst noch beschließen. Offen ist auch, ob Bars, Clubs und Diskotheken am 1. November öffnen dürfen. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, Sachsen-Anhalt wäre dann das einzige Land mit offenen Clubs. Die Gefahr dabei sei eine Art "Disko-Tourismus" aus anderen Bundesländern. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) erklärte, dass bei einer Entscheidung auch die Konzepte der Bars, Clubs und Diskotheken berücksichtigt werden müssten. Willingmann kündigte Unterstützung für die Betroffenen an, sollte die Öffnung am 1. November doch noch kippen: "Wir lassen die Unternehmen nicht allein."

Aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen hat Sachsen-Anhalts Landesregierung am Dienstag entschieden, dass der Status Quo der achten Verordnung in Sachsen-Anhalt vorerst bestehen bleiben wird. Die weiteren Schritte zur Öffnung, die im Raum standen, sollen vorerst ausgesetzt werden.

Auch Beherbergungsverbot bleibt bestehen

Damit bleibt auch das Beherbergungsverbot bestehen. Momentan dürfen Touristen aus Risikogebieten in Sachsen-Anhalt nicht untergebracht werden. Für Geschäftsreisende und Familienzusammenführungen gilt das Beherbergungsverbot nicht.

Haseloff machte außerdem deutlich, dass Sachsen-Anhalt das Virus im Griff habe. Viele der Fälle seien schon vor dem positiven Testergebnis in Quarantäne gewesen.

Ministerpräsident Haseloff bei einer Pressekonferenz
Ministerpräsident Haseloff war am Dienstag guter Dinge. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die aktuellen Fälle sind identifzierbar und einer Infektionskette zuordbar. Es gibt praktisch keine neuen Infektionsketten.

Unterstützung der Bundeswehr

Im Notfall könnten die Gesundheitsämter auch auf die Ressourcen der Bundeswehr zurückgreifen. Wenn viele Menschen auf einen Schlag getestet werden müssen, stehen laut Haseloff 40 Bundeswehr-Kräfte aus den Kasernen in Burg und Weißenfels zur Verfügung.

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat am Dienstag nicht nur die aktuelle Corona-Lage analysiert, sondern auch das Gespräch der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel vorbereitet. Am Mittwoch berät die Bundeskanzlerin dann in Berlin mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie.

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Mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner: München hat daher in der Innenstadt und auf stark besuchten Plätzen eine Maskenpflicht erlassen Bildrechte: imago images / Ralph Peters

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Oktober 2020 | 15:00 Uhr

7 Kommentare

Grosser Klaus vor 2 Wochen

Bei der Diskussion um Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen muss beachtet werden, dass wir in Deutschland ungefähr 9 000 Tote zu beklagen haben bei deren Todesursache auch eine Coronainfektion festgestellt wurde, bei einer Bevölkerung von 83 000 000 Menschen.
Die Angst blockiert aber und mir fällt da nur der Titel des Fassbinderfilmes ein: Angst essen Seele auf.
Wir müssen aufpassen, nicht in eine Spirale von Angst, Maßnahmen, Verbote und gegenseitiger Angriffe zu verfallen.

DER Beobachter vor 2 Wochen

Ist Drosten kein Mediziner? Wen meinen Sie konkret mit in dieser Frage "anerkanntem Arzt"? Wie erklären Sie sich, dass die mehr oder weniger rechtzeitig ergriffenen Strategien europaweit so ziemlich die gleichen, teils schärferen, offenbar nötigen sind?

DER Beobachter vor 2 Wochen

Da keiner weiß, wie schwer konret Krankheitsverläufe sein können, ist es nötig, an den Infektionsquellen anzusetzen und infektionsketten aufzuspüren. Ist das wirklich so schwer zu begreifen? Sie widersprechen sich übrigens selbst, indem Sie unten behaupten, ganze Branchen würden lahmgelegt (was so ja nicht stimmt und hoffen wir, dass dieser Zustand nicht wieder eintritt), oben aber das Berufspendlertum beklagen.

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