Stadträtin aus Haldensleben SPD-Politikerin Zacharias findet Galgen-Zeichnung in Briefkasten

Immer wieder sind Politiker in den vergangenen Monaten bedroht worden – bundesweit wie lokal. Erst kürzlich waren in Halle Einschusslöcher im Büro des SPD-Politikers Diaby festgestellt worden. Nun hat die SPD-Kommunalpolitikerin Katharina Zacharias in ihrem Briefkasten die Zeichnung eines Galgens entdeckt. Auf Twitter ist die Solidarität mit der Haldensleber Stadträtin groß.

Erneut ist einer Politikerin aus Sachsen-Anhalt gedroht worden – erneut einer Politikerin der SPD. Die Kommunalpolitikerin Katharina Zacharias hat am Mittwochmorgen in ihrem Briefkasten nach eigenen Angaben die Zeichnung eines Galgens gefunden. Darauf hat die 29-Jährige bei Twitter aufmerksam gemacht. Erst vorige Woche waren im halleschen Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby Einschusslöcher entdeckt worden.

Zacharias vermutet einen Zusammenhang zu ihren Statements mit Blick auf die rassistische Karnevalsrede in Süplingen voriges Wochenende. Die Politikerin hatte bei Twitter daraufhin betont, Rassismus sei keine Meinung – "sondern ein Verbrechen!" Der Deutschen Presse-Agentur sagte Zacharias am Mittwoch, sie habe sich aufgrund der steigenden Drohungen gegen Politiker dazu entschieden, die Angelegenheit an die Öffentlichkeit zu tragen.

Auf Twitter sicherten Landespolitiker unterschiedlicher Parteien Zacharias ihre Solidarität zu. Die Linken-Landtagsabgeordnete Henriette Quade schickte "solidarische Grüße", Grünen-Landeschefin Susan Sziborra-Seidlitz äußerte ihre "volle Solidarität". Zacharias twitterte später, sie sei überwältigt von den Solidaritätsbekundungen.

Zacharias kandidiert als Parteivize für SPD-Landesvorstand

Zacharias bewirbt sich am kommenden Wochenende um den Posten als stellvertretende Landesvorsitzende der Sachsen-Anhalt-SPD. Sie war kürzlich äußerst knapp im Rennen um das Amt der SPD-Parteivorsitzenden gescheitert. Am Ende hatten der gelernten Köchin nur sechs Stimmen gegen Konkurrentin Juliane Kleemann gefehlt. Zacharias ist SPD-Stadträtin in Haldensleben.

Erst vergangene Woche hatten Einschusslöcher im Büro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby aus Halle für Aufsehen gesorgt. Sie waren am Mittwochmorgen am Büro in der Kleinen Ulrichstraße entdeckt worden. Diaby hatte daraufhin parteiübergreifend Unterstützung zugesagt bekommen. Der im Senegal geborene Diaby ist der erste gebürtige Schwarzafrikaner im Deutschen Bundestag. Er war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Attacken.

Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Januar 2020 | 16:00 Uhr

18 Kommentare

MDR-Team vor 35 Wochen

Statt wild zu vermuten und irgendwelche Motive zu unterstellen, wäre ein Nachdenken darüber angebracht, was Bedrohungen mit jemanden machen und anrichten – egal wen sie betreffen.

Denkschnecke vor 35 Wochen

Rassismus ist die (im Allgemeinen negative) Bewertung von Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale. Witze über die Hautfarbe von Menschen, die sich die nicht ausgesucht haben sind also rassistisch. Leute, die solche Witze witzig finden, sind Rassisten. Ist das so schwer?

Der Matthias vor 35 Wochen

@ SGDHarzer66

"Entscheidet "Der Matthias" was rassistisch ist und was nicht?"

Ich habe hier gar nichts "entschieden"! Ich habe lediglich die öffentliche Empörung beschrieben, die diese rassistische und diskriminierende Büttenrede in der Öffentlichkeit ausgelöst hat! Und Ihr Vergleich mit dem Bodypainting ist ja wohl sowas von daneben! Jetzt wird mir freilich auch bewusst, warum Sie mit rassistischen Äußerungen offenbar kein Problem zu haben scheinen und Personen (Katharina Zacharias), die Sie nicht einmal kennen, aus der Anonymität des Internets heraus öffentlich zu diffamieren! Ihr Verhalten ist einfach nur erbärmlich und obendrein feige zu nennen! Menschlich unterste Schublade sowas!

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