Christa Dieckmann, Landeswahlleiterin von Sachsen-Anhalt
Christa Dieckmann ist Landeswahlleiterin in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: dpa

Wahllokale geschlossen Europa- und Kommunalwahlen: bisher deutlich höhere Wahlbeteiligung als 2014

In Sachsen-Anhalt waren 1,88 Millionen Wahlberechtigte zur Kommunal- und Europawahl aufgerufen. Bis Sonntagnachmittag hatte sich bereits eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren abgezeichnet. Um 16 Uhr lag sie bei 42 Prozent. Die Landeswahlleiterin hofft, dass heute noch die 50-Prozent-Marke geknackt wird. Die Wahllokale sind seit 18 Uhr geschlossen. Zum ersten Mal durften hierzulande auch Menschen mit einer geistigen Behinderung, die unter Betreuung stehen, wählen gehen.

Christa Dieckmann, Landeswahlleiterin von Sachsen-Anhalt
Christa Dieckmann ist Landeswahlleiterin in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: dpa

Bei der Kommunal- und Europawahl hat sich bereits am Sonntagnachmittag eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren abgezeichnet. Wie Wahlleiterin Christa Dieckmann mitteilte, hatten bis 16 Uhr 42,0 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2014 hatte die Wahlbeteiligung bei 29,1 Prozent gelegen. Am Ende waren es damals 43 Prozent. In diesem Jahr könnten es deutlich mehr werden, so Dieckmann.

Ich bin optimistisch und hoffe darauf, dass wir die 50er Marke knacken können.

Landeswahlleiterin Christa Dieckmann

Der Wahltag in Bildern

Eine Frau steht in einem Wahllokal und hält Stimmzettel in der Hand.
Barbara Janssen ist Leiterin eines Wahllokals im Wahlbezirk 2 in Stendal. Für sie sei es die umfangreichste Wahl gewesen, die sie je mitgemacht habe – auch vom Zählen her, wie sie sagt. "Es macht mich zufrieden, dass so viele Menschen gewählt haben und sich damit beschäftigt haben." Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Eine Frau steht in einem Wahllokal und hält Stimmzettel in der Hand.
Barbara Janssen ist Leiterin eines Wahllokals im Wahlbezirk 2 in Stendal. Für sie sei es die umfangreichste Wahl gewesen, die sie je mitgemacht habe – auch vom Zählen her, wie sie sagt. "Es macht mich zufrieden, dass so viele Menschen gewählt haben und sich damit beschäftigt haben." Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Ein Mann steht in einem Wahllokal und blickt in die Kamera.
Zu einer Wahl gehören auch Wahlbeobachter – wie Jürgen Bootz in Stendal. Warum er das macht? "Damit es nicht wieder solche Probleme gibt, wie beim letzten Mal. Stendal ist ja ein bisschen gebeutelt." Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Ein großer Raum, in dem mehrere Stehtische stehen und in dem man auf einer Leinwand die Wahlergebnisse sehen kann.
Im Stadthaus in Halle können die Wahlergebnisse des Abends, von jedem der möchte, live mitverfolgt werden. Um 18:30 Uhr war das Interesse hier jedoch nicht sehr groß. Bildrechte: MDR/Cornelia Müller
Wahlhelfer sitzen an einem Tisch
Wahllokal in Susigke (Landkreis Anhalt-Bitterfeld)
Hier ist die Besonderheit, dass die Kreistagswahl erst im September stattfinden kann. Der Grund: Auf der Liste für den Kreistag stand ein AfD-Kandidat, der vorbestraft war. Die Einwohner konnten so nur das Europäische Parlament, den Stadtrat Aken und den Ortschaftsrat Susigke wählen.
Bildrechte: MDR/Yvonne Hensel
Frau steht vor Wahlraum
Wahllokal in Susigke (Landkreis Anhalt-Bitterfeld)
Johanna Schiller hatte Dienst im Wahllokal in Susigke bei Aken. Dort gab es am Vormittag ein reges Kommen und Gehen.
Bildrechte: MDR/Yvonne Hensel
Anstehen vor Wahllokal in Stendal
Wahllokal in Stendal
Hier ist der Andrang den ganzen Tag über groß – so groß, dass die Schlange einmal durch die Stadtbibliothek bis nach draußen reicht. 
Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Mann steht vor Holztür und lächelt.
Alsleben (Salzlandkreis)
Eine ganze Viertelstunde lang haben heute in Alsleben die Kirchenglocken geläutet. Ein Weckruf, zur Wahl zu gehen. Verbandsgemeindebürgermeister Jan Ochmann hat am Vormittag in der katholischen Kirche die Glocken eingeschaltet. Er hoffe, dass der eine oder andere sagt: "Jetzt klingelt's, und ich geh ja schon". 
Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
Frau sitzt vor Wahlkabine in Schule und wählt.
Wahllokal in Weißenfels
In der Einstein-Grundschule gab es laut MDR-Reporter zwischenzeitlich eine lange Schlange vor dem Wahllokal.
Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu
Stimmzettel-Muster an Tafel.
Wahllokal in Weißenfels
Muster der Stimmzettel dienten der Orientierung vorab.
Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu
Frau wirft Stimmzettel in Wahlurne.
Wahllokal in Weißenfels
Auch hier war am Vormittag Hochbetrieb
Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu
Zaun mit Schildern zum Wahllokal in Magdeburg
Wahllokal in Magdeburg-Stadtfeld
Am Vormittag herrschte hier schon reger Betrieb.
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer
Frau sitzt an Tisch in Wahllokal.
Wahllokal im Stephaneum in Aschersleben
Punkt acht Uhr haben in Sachsen-Anhalt die Wahllokale geöffnet. Wahlhelferin Nicole Pulst und ihre Kollegen haben sich auf einen langen Tag vorbereitet. Heute wird sie Wahlzettel ausgeben, Namen abgleichen und am Abend die Stimmen mit auszählen. Sie rechnet mit einem späten Feierabend. Im Wahllokal haben die Wahlhelfer übrigens Lesebrillen in die Wahlkabinen gelegt. Die langen Wahlzettel sind klein bedruckt. 
Bildrechte: MDR/Tom Gräbe
Leere Briefumschläge von Wahlunterlagen im Papierkorb
Der Papierkorb vor dem Wahllokal im Thomas-Müntzer-Gymnasium Halle war voll mit mit leeren Briefumschlagen der Wahlunterlagen. Auch ein Zeichen für hohe Wahlbeteiligung. Bildrechte: MDR/Fabian Brenner
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Im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT sagte Dieckmann, sie selbst habe am Morgen einige Minuten warten müssen, bevor sie wählen gehen konnte. Ähnliches beobachtete ein MDR-Reporter aus einem Wahllokal im Burgenlandkreis. In der Weißenfelser Einstein-Grundschule habe es zwischenzeitlich eine lange Schlange gegeben. Die Wartezeit habe hier bis zu 15 Minuten betragen.

Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff musste in seiner Heimatstadt Wittenberg gegen Mittag Schlange stehen, um seine Wahlunterlagen zu bekommen. Parteien und Politiker riefen in den sozialen Netzwerken zum Wählen auf. Der SPD-Europaabgeordnete Arne Lietz postete ein Foto von sich beim Urnengang in Wittenberg. Bildungsminister Marco Tullner gehörte in einem Wahllokal in Halle am Morgen zu den ersten, die ihre Stimme abgaben.

Die Wahllokale hatten um 8 Uhr geöffnet. Nach einem reibungslosen Start am Morgen gab es bis 18 Uhr die Gelegenheit zur Stimmabgabe.

Eine Person wirft einen Wahlzettel in eine Wahlurne.
Bildrechte: imago/epd

Gehen Sie heute wählen?

78% 430 Stimmen   Ja
19% 103 Stimmen   Ich habe schon Briefwahl gemacht.
3% 19 Stimmen   Nein

Stand: 26.05.2019 17:59:47 Uhr 552 Stimmen Die Abstimmungsergebnisse sind nicht repräsentativ.

Vielen Dank fürs Mitmachen! Die Abstimmung ist beendet.

Eine Person wirft einen Wahlzettel in eine Wahlurne.
Bildrechte: imago/epd

Allein bei den Kommunalwahlen müssen rund 1.000 Gremien neu zu besetzt werden. Gewählt wurden elf Kreistage sowie die drei Stadträte von Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau. Hinzu kommen Gemeinde- und Ortschaftsräte. In einigen Gemeinden wurden zudem hauptamtliche Bürgermeister gewählt. Rund 20.000 Wahlhelfer waren den Angaben zufolge im Einsatz.

Frau steht vor Wahlraum
Johanna Schiller hatte am Vormittag Dienst im Wahlbüro in Susigke bei Aken. Bildrechte: MDR/Yvonne Hensel

Johanna Schiller hatte bis 13 Uhr Dienst im Wahlbüro in Susigke bei Aken. Hier konnte neben der Stadtratswahl von Aken und der Ortschaftsratswahl von Susigke nur noch die Europawahl stattfinden. Die Kreistagswahl musste auf September verschoben werden. Auf der Wahlliste hatte ein vorbestrafter AfD-Kandidat gestanden. Dass der Mann nicht wählbar ist, war zu spät aufgefallen. Dennoch war Johanna Schiller mit der Wahlbeteiligung in Susigke sehr zufrieden.

Also die Wahl läuft super. Wir hatten auch schon 26 Prozent um 10 Uhr. Also wir können uns eigentlich nicht beschweren.

Johanna Schiller, Wahlhelferin in Susigke bei Aken

Experten rechnen mit einer höheren Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren. 2014 lag die Beteiligung bei Europa- und Kommunalwahlen im Land bei jeweils 43 Prozent. In vielen Orten machten diesmal mehr Bürger von der Briefwahl Gebrauch. Die Auszählung der Stimmen wird bereits vorbereitet.

Auch Menschen mit geistiger Behinderung durften wählen

Rund 1,88 Millionen Menschen im Land waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Darunter erstmals auch rund 2.500 Menschen mit geistiger Behinderung. Sie durften auch dann wählen, wenn sie unter Vollzeit-Betreuung stehen. Dafür hatte der Landtag Anfang April den Weg freigemacht.

Neben der Kommunalwahl wurde am Sonntag auch das Europäische Parlament neu gewählt. Dabei konnten die Wähler in Deutschland über die Besetzung von 96 Parlamentssitzen bestimmen. In Deutschland hatten fast alle Parteien eine bundesweite Liste mit ihren Kandidaten erstellt. Mit Ausnahme von CDU und CSU. Beide Parteien hatten für jedes Bundesland einzelne Listen, auch für Sachsen-Anhalt. Sachsen-Anhalt ist derzeit mit einem Abgeordneten der CDU und einem Abgeordneten der SPD im Europaparlament vertreten.

  • Die Kandidatenliste der Grünen
  • Die Kandidatenliste der SPD
  • Die Kandidatenliste der Linken
  • Die Kandidatenliste der AfD
  • Die Kandidatenliste der FDP

Wann gibt es die ersten Ergebnisse?

Die Europawahl hat beim Auszählen der Stimmen Vorrang. Mit einem aussagefähigen Gesamtergebnis für Sachsen-Anhalt wird ab 20 Uhr gerechnet. Erst danach werden die Stimmen zur Kommunalwahl ausgezählt. Bis diese Ergebnisse vorliegen, dürfte es nach Einschätzung der Landeswahlleiterin mindestens Mitternacht werden.

Quelle: dpa, MDR/agz,kl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. Mai 2019 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2019, 18:00 Uhr

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3 Kommentare

26.05.2019 17:30 Gert 3

#2 Das sollte man nachforschen. Es kann sich ja um Jugendliche handeln, die zwischen den 26.05. 2001 und 26. 05.2003 geboren sind. Die können nur an den Kommunalwahlen teilnehmen.
Stiimmt es MDR Sachsen-Anhalt?

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Das Stimmt. Hier findet ihr übrigens mehr Informationen dazu: https://www.instagram.com/p/BxfoH8aCL9T/

26.05.2019 16:45 Bernd 2

Ja in unseren Wahllokal haben auch einige nur eine Karte bekommen (die 2. ?))) Wahlberechtigt ??? Sie wollten sich beim Wahlleiter informieren ???

26.05.2019 10:21 Mike 1

Bin mal gespannt wieviel ungültige stimmen kommen. Die eine wahl wird verschoben weil einer im knast ist, ein anderer darf sich wählen lassen weil er noch nicht wegen sozialbetrug in den knast darf. In calbe sollen wahlscheine vergessen worden sein? Ohne die man ja gar nicht erst die wahlzettel bekommt. Für mich ist sie politik nur noch verarsche von politik ans volk. Wen soll man wählen, wenn einer trotz hartz 4 noch 800 neben bei verdient. Ein anderer sitzt schon im Knast. Ich hab briefgewählt und glaub hab beim wahlschein die Unterschrift vergessen.