Wir suchen Ihre Erfahrungen! Patient Krankenhaus: Sorgen um medizinische Versorgung auf dem Land

Die Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt stecken in einer schwierigen Lage. Vielen fehlt das Geld für Investitionen, anderen fehlen die Patienten. Die Folge sind insolvente Kliniken und Krankenhäuser, die geschlossen werden. Was bedeutet das für Patienten? MDR SACHSEN-ANHALT will das mit Ihrer Hilfe beantworten.

Ein Krankenpfleger geht über einen Flur im Krankenhaus.
Viele Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt stecken in einer schwierigen Lage – sie sind selbst zu Patienten geworden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Neulich ist es in Havelberg wieder passiert: Vor wenigen Tagen, Anfang der Woche, gingen in der Hansestadt Hunderte Menschen auf die Straße. Ihr Ziel: die geplante Schließung des Krankenhauses verhindern. Das Krankenhaus in Havelberg soll dicht gemacht und zu einem Seniorenheim umgewandelt werden. Aus wirtschaftlichen Gründen, sagt Klinikbetreiber KMG.

Am Freitag wurde zwar bekannt, dass das Sozialministerium durchaus noch eine Zukunft für das Haus sieht, beispielsweise in anderer Trägerschaft und als Gesundheitszentrum mit stationärer, ambulanter und rehabilitativer Versorgung. Die Sorgen um das Krankenhaus sind aber weiterhin groß.

Krankenhäuser in der Krise

Ein Einzelfall ist die drohende Schließung in Havelberg nicht. Und mit jeder neuen Krankenhaus-Krise wachsen vor allem bei den Menschen im ländlichen Raum die Sorgen.

Demonstranten halten Protestplakate
In Havelberg protestierten Hunderte gegen die geplante Schließung des Krankenhauses. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Schlechte Nachrichten sind auch die Patienten im Burgenlandkreis gewohnt. Dort ist das kreiseigene Klinikum insolvent. Der Kreis sucht nach einem Partner, damit die Häuser in Naumburg und Zeitz nicht an einen privaten Investor gehen. Die Uniklinik Halle hatte sich aus finanziellen Gründen zurückgezogen. Mitarbeiter und Patienten bangen um die Zukunft der Häuser in Zukunft. Hinzu kommen Meldungen über marode Kliniken aus allen Teilen des Landes und Pflegekräfte und Ärzte am Limit.

Lage der Krankenhäuser bereitet vielen Sachsen-Anhaltern Sorgen

Ralf-Peter Schmidt ist Stadtrat in Staßfurt – und weiß, dass sich auch dort Menschen Gedanken um die medizinische Grundversorgung machen. Immer wieder kommen die Staßfurterinnen und Staßfurter nach Beobachtung von Schmidt auf das Krankenhaus zu sprechen – beziehungsweise auf das, was im Staßfurter Krankenhaus mittlerweile fehlt: eine Notaufnahme. Sie wurde vergangenen Sommer geschlossen.

"Die Leute sind besorgt", sagt Stadtrat Schmidt – und verweist auf die größeren Entfernungen, die Patienten nun auf dem Weg in eine Notaufnahme auf sich nehmen müssen. Zwar wird kein Patient abgewiesen, wenn er den Rettungsdienst ruft. Dieser allerdings fährt das nächste geeignete Krankenhaus an. Im Falle des Staßfurter Hauses sind das die Kliniken in Bernburg oder Aschersleben – jeweils rund 20 Kilometer von Staßfurt entfernt. In beiden Häusern gibt es noch eine Notaufnahme.

Machen Sie mit: FAKT IST! sucht Ihre Erfahrungen

MDR SACHSEN-ANHALT will in den kommenden Tagen und Wochen die Frage beantworten, was all das für die Patienten bedeutet. Dazu sucht das Polit-Magazin FAKT IST! aus Magdeburg Ihre Erfahrungen. Die Redaktion möchte wissen, ob Sie sich als Patient im Krankenhaus gut aufgehoben gefühlt haben. Mussten Sie weit fahren, um ins Krankenhaus zu kommen? Hat im Notfall alles gut funktioniert? Und wie zufrieden sind Sie mit der Gesundheitsversorgung bei Ihnen im Ort?

Diese Fragen möchte FAKT IST! mit Ihrer Hilfe beantworten. Schreiben Sie uns, welche Erfahrungen Sie gesammelt haben. Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter faktist@mdr.de. Oder Sie kommentieren Ihre Geschichte für die Sendung am 3. Februar direkt unter diesem Artikel.

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Das geschlossene Krankenhaus in Genthin von außen
Im September 2017 wurde das Krankenhaus in Genthin geschlossen. Bildrechte: MDR/Marila Zielka

Quelle: MDR/rox,ld

Dieses Thema im Programm: MDR Fernsehen | FAKT IST! aus Magdeburg | 03. Februar 2020 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 18:18 Uhr

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