Ein Polizist führt einen mit Handschellen gefesselten Mann ab
Die Zahl der erfassten Straftaten in Sachsen-Anhalt ist 2017 auf 186.550 zurückgegangen. Bildrechte: dpa

Neue Zahlen zu Kriminalität So wenig Straftaten wie seit Jahren nicht

Die Zahl der gemeldeten Straftaten in Sachsen-Anhalt ist 2017 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Während weniger Einbrüche registriert wurden, stieg aber die Zahl der Sexualdelikte. Zudem wurden weniger Straftaten von Zuwanderern verübt.

Ein Polizist führt einen mit Handschellen gefesselten Mann ab
Die Zahl der erfassten Straftaten in Sachsen-Anhalt ist 2017 auf 186.550 zurückgegangen. Bildrechte: dpa

Die Zahl der gemeldeten Straftaten in Sachsen-Anhalt ist 2017 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Das hat das Innenministerium in Magdeburg mitgeteilt. Demnach ist die Zahl der erfassten Straftaten in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr auf 186.550 zurückgegangen. Das bedeute den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre, hieß es aus dem Innenministerium. Minimal gestiegen sei auch die Quote der aufgeklärten Fälle: um 0,3 Prozent auf 55,7 Prozent.

Nach Angaben des Innenministeriums ist auch die Zahl der erfassten Wohnungseinbruchsdiebstähle in Sachsen-Anhalt im vorigen Jahr zurückgegangen – von gut 3.000 auf nunmehr 2.715. Darin enthalten sind knapp 1.200 Versuche. Auch diese Zahl ist laut Ministerium gesunken. Die Zahl der erfassten Delikte sei aber dennoch die dritthöchste seit dem Jahr 2008.

Mehr Sexualdelikte

Im vergangenen Jahr habe es darüber hinaus mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Sachsen-Anhalt gegeben. Deren Zahl stieg laut Innenministerium auf 1.640. Im Jahr zuvor waren 1.480 Fälle erfasst worden. Laut Innenministerium sind diese Zahlen wegen einer Gesetzesänderungen aber nur bedingt miteinander vergleichbar. Konkret sind seit Herbst 2016 auch solche Fälle strafbar, in denen eine Person sich erkennbar gegen eine sexuelle Handlung ausspricht. Auch wurde in diesem Zug die sexuelle Belästigung unter Strafe gestellt. Die Zahl der erfassten Vergewaltigungen wäre demnach eigentlich gesunken (von 255 auf 169). Angesichts der neuen Gesetzgebung sei sie aber auf 302 gestiegen.

Weniger Straftaten durch Zuwanderer

In Sachsen-Anhalt sind im vergangenen Jahr auch weniger Straftaten erfasst worden, an denen Zuwanderer beteiligt waren. Insgesamt wurden gut 2.500 Fälle weniger bekannt als noch im Jahr 2016. Danach wurden im vergangenen Jahr 12.679 Straftaten mit Beteiligung von Zuwanderern registriert. 2016 waren es 15.344. Laut Statistik liegt der Rückgang aber vor allem an einem deutlichen Rückgang bei ausländerrechtlichen Delikten. Das können zum Beispiel Verstöße gegen das Asylverfahren oder die illegale Aufnahme einer Beschäftigung sein.

Mehr Sexualdelikte durch Zuwanderer

Gestiegen ist die Zahl sogenannter Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – um 42 auf insgesamt 144 Vergehen, die im abgelaufenen Jahr von Zuwanderern begangen wurden. Laut Ministerium können die Zahlen von 2017 und 2016 wegen der oben ausgeführten Gesetzesänderungen ebenfalls nur bedingt miteinander verglichen werden.

Straftaten Zuwanderer
Bildrechte: MDR/Max Schörm

Leichter Anstieg bei Diebstählen durch Zuwanderer

Leicht gestiegen ist außerdem die Zahl erfasster Diebstähle von Zuwanderern (von 1.427 auf 1.464), Vermögens- und Fälschungsdelikte (von 1.472 auf 1.881) sowie von Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (von 1.722 auf 1.927).

Als Zuwanderer werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik Nichtdeutsche erfasst, die sich "unerlaubt oder erlaubt mit dem Aufenthaltsstatus Asylbewerber, einer Duldung, als Kontingent- und Bürgerkriegsflüchtling oder als Schutz- und Asylberechtigte in Deutschland aufhalten", teilte ein Sprecher des Innenministeriums MDR SACHSEN-ANHALT mit.

Kein Spiegelbild der Realität

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird jährlich vom Landeskriminalamt erstellt. In ihr sind alle Fälle enthalten, welche die Polizei bearbeitet hat – unabhängig davon, ob sie vollendet wurden oder es bei einem Versuch geblieben ist. Zwar sind die Fälle anonym, allerdings enthält die PKS Zahlen, die über die Häufigkeit von Straftaten in Bezug zur Anzahl der Einwohner oder Angehöriger bestimmter Gruppen (Altersgruppen, Geschlecht, Nationalität) Aufschluss geben. Kritiker bemängeln aber, dass nicht die Anzahl der Fälle enthalten ist, die durch die Staatsanwaltschaften eingestellt wurden. Auch lässt sich aus der PKS nicht ablesen, in wie vielen Fällen es zu einer Verurteilung kam. 

Zitat
Bildrechte: MDR/Max Schörm

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Quelle: MDR ld/jw/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. März 2018 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2018, 14:00 Uhr

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102 Kommentare

22.03.2018 21:54 Lügendetektor 102

@nasowasaberauch(100): Warum ist Ihnen die Herkunft der Verbrecher so wichtig? Und ist böser Ausländer gleich böser Ausländer? Was sagen Ihre Erfahrungen in "Rassenkunde", wer mehr zu Straftaten neigt? Syrer, Afghanen, Holländer? Wer hat die böseren Gene? Erhellen Sie mich?

Und warum fragt keiner unserer Experten für Kriminalstatistiken hier nach der viel gravierenderen Kategorie, die gerade bei Sexualstraftaten sowas von dominiert? Das Geschlecht. Sollte man nicht eher alle Männer wegsperren? Das ist doch die Logik derer, die meinen alle Zuwanderer abzuschieben (oder schlimmeres), weil es darunter (oh Wunder - bei Deutschen gibt es das ja nicht) auch Kriminelle gibt. Warum dann keine Kollektivstrafe für Männer?

22.03.2018 21:42 Lügendetektor 101

@gerd(99):
Ja, ja, es geht Ihnen ja nur um die Kriminalstatistik und überhaupt nicht darum, hier nur platte Vorurteile zu verbreiten und pauschal gegen Flüchtlinge zu hetzen... *kopfschüttel*

22.03.2018 20:21 nasowasaberauch 100

An den Mediator mit der Rosabrille.
Einfach mal einen Dreisatz aufstellen und Sexualdelikte deutscher Mitbürger zu Einwohnerzahl und gleiche Delikte von Migranten zu ihrer Gesamtzahl setzen in Prozent. Die Deliktschwere und wie man sich als Schutzsuchender verhält wäre auch ein Argument, bleibt aber mal außen vor.
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