Zweite Vertrauensfrage Landesvorstand der CDU spricht Stahlknecht das Vertrauen aus

Krisensitzung, die Zweite: Nachdem Holger Stahlknecht wegen der Causa Wendt am Freitagvormittag seiner Fraktion Antworten geben musste, trat er am Freitagabend vor den erweiterten Parteivorstand der CDU. Nach knapp dreistündiger Sondersitzung steht fest: Stahlknecht darf bleiben.

Holger Stahlknecht und Sven Schulze sitzen nebeneinander an einem Tisch.
Gaben nach geschaffter Vertrauensfrage Auskunft: Holger Stahlknecht (links) und Sven Schulze Bildrechte: MDR/Isabell Hartung

Der Vorstand der CDU in Sachsen-Anhalt hat seinem Landsesvorsitzenden Holger Stahlknecht am Freitagabend das Vertrauen ausgesprochen. Bei einer von Stahlknecht gestellten Vertrauensfrage stimmte am Freitagabend in Barleben eine Mehrheit des CDU-Landesvorstands für den 55-Jährigen. Von 20 Vorständen stimmten 12 Mitglieder für Stahlknecht, acht gegen ihn. Stahlknecht sagte im Anschluss vor Journalisten, er habe Fehler gemacht, sei aber auch nur ein Mensch.

Das ist jetzt gesagt und dann macht man auch einen Punkt.

Holger Stahlknecht CDU-Landeschef

"Nach der Woche ist das ein ehrliches Ergebnis", sagte der Parteichef später am Abend noch. Stahlknecht und sein Generalsekretär Sven Schulze kündigten an, sie wollten die Arbeit der CDU nun neu aufstellen.

Die Sondersitzung des erweiterten Landesvorstands war wegen der Causa Wendt ausgerufen worden. Stahlknecht stand seit der geplatzten Ernennung des Polizeigewerkschafters zum Innen-Staatssekretär unter massivem Druck – vor allem innerhalb der eigenen Partei.

Krisensitzung in Fraktion und Partei Showdown für Holger Stahlknecht: Der Tag in Bildern

Parteichef und Innenminister Holger Stahlknecht vor einer Sondersitzung der CDU-Landtagsfraktion im Landtag in Magdeburg.
Freitagvormittag, gegen 11 Uhr: Holger Stahlknecht kommt im Beisein von Ministerpräsident Reiner Haseloff (nicht im Bild) in den Landtag, um seiner genervten Fraktion Antworten zur verpatzten Causa Wendt zu geben. Stahlknecht wirkt dabei nach Angaben von Beobachtern gelassen, Haseloff angespannt. Bildrechte: dpa
Parteichef und Innenminister Holger Stahlknecht vor einer Sondersitzung der CDU-Landtagsfraktion im Landtag in Magdeburg.
Freitagvormittag, gegen 11 Uhr: Holger Stahlknecht kommt im Beisein von Ministerpräsident Reiner Haseloff (nicht im Bild) in den Landtag, um seiner genervten Fraktion Antworten zur verpatzten Causa Wendt zu geben. Stahlknecht wirkt dabei nach Angaben von Beobachtern gelassen, Haseloff angespannt. Bildrechte: dpa
Parteichef und Innenminister Holger Stahlknecht gestikuliert vor einer Sondersitzung der CDU-Landtagsfraktion im Landtag in Magdeburg.
Rund drei Stunden sitzt die Fraktion zusammen, berät über Stahlknechts Zukunft. Währenddessen stellt der 55-Jährige selbst seiner Fraktion die Vertrauensfrage – die ihm eine knappe Mehrheit der Fraktion beschert. 16 zu 13 Stimmen für Stahlknecht. Das war knapp. Bildrechte: dpa
Holger Stahlknecht und Reiner Haseloff
Gegen 14 Uhr tritt Stahlknecht vor die versammelten Journalisten. Es ist das erste Mal seit Sonntag, dass er sich zur Angelegenheit Wendt äußert. Bis heute hatten Stahlknecht und auch Reiner Haseloff geschwiegen. Auch das hatte in den eigenen Reihen für Befremden gesorgt. Nun sagt Stahlknecht, dass er Fehler gemacht habe – aber auch nicht vollumfänglich von Rainer Wendt über die Hürden einer Ernennung zum Staatssekretär informiert worden ist. Bildrechte: dpa
Parteichef und Innenminister Holger Stahlknecht (M),unterhält sich sich nach einer Sondersitzung der CDU-Landtagsfraktion im Innenhof des Landtags in Magdeburg mit dem Fraktionsvorsitzenden Siegfried Borgwardt (l) und Bernhard Daldrup (r).
Anschließend ist Durchatmen angesagt für den Landeschef und Innenminister. Im Innenhof des Landtages – dort, wo sich die Raucher versammeln – plaudert Stahlknecht mit CDU-Fraktionschef Siegfried Borgwardt (links) und Bernhard Daldrup aus der Fraktion. Er wirkt gelassen. Bildrechte: dpa
Führende Vertreter der CDU in Sachsen-Anhalt sitzen bei einer Krisensitzung nebeneinander auf einem Podium.
18 Uhr, die zweite Krisensitzung: Holger Stahlknecht muss nun auch der Partei Antworten geben. In einem Hotel in Barleben hat sich der erweiterte CDU-Landesvorstand eingefunden, um Stahlknecht kritische Fragen zu stellen. Bildrechte: MDR/Isabell Hartung
Holger Stahlknecht spricht vor einer Sondersitzung der CDU Sachsen-Anhalt neben Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, mit CDU-Mitgliedern.
Und dann geht's los: Stahlknecht begrüßt seine Parteifreunde. Rechts neben ihm: CDU-Generalsekretär Sven Schulze und Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, links neben ihm: Ministerpräsident Reiner Haseloff. Bildrechte: dpa
Holger Stahlknecht, Innenminister von Sachsen-Anhalt, spricht vor einer Sondersitzung der CDU Sachsen-Anhalt mit CDU-Mitgliedern.
Es wird viel diskutiert in Barleben. Am Ende steht fest: Stahlknecht gewinnt auch die zweite Vertrauensfrage an diesem Tag – wenn auch erneut nur knapp: 12 zu 8 Stimmen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20:00 Uhr

Quelle: MDR/ld
Bildrechte: dpa
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Nur knappe Mehrheit der Fraktion vertraut Stahlknecht

Am Freitagvormittag hatte Stahlknecht bereits in einer Sondersitzung der CDU-Landtagsfraktion Rede und Antwort stehen müssen. Während der knapp dreistündigen Sitzung im Landtag stellte Stahlknecht seinen Parteifreunden überraschend die Vertrauensfrage – die mit 16 zu 13 Stimmen knapp hinter dem 55-Jährigen standen.

Stahlknecht hatte sich im Anschluss an die Sondersitzung erstmals seit Sonntag öffentlich zur Causa Wendt geäußert – und dabei Fehler eingeräumt. Der Innenminister betonte da, nicht richtig von Wendt informiert worden zu sein.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. November 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2019, 06:03 Uhr

4 Kommentare

GerdMueller vor 6 Tagen

Moral und Anstand gibt es nicht mehr unter Politikern der Altparteien. „Vorbilder“, wenn ich an andere Zeiten denke, da ist man zurückgetreten.
Denen geht es nur noch um ihre Diäten, nicht mehr ums Volk.

wo geht es hin vor 6 Tagen

Sensationell, wie man sich mit solchen Aussagen selber die Absolution erteilen kann - Zitate:" Stahlknecht sagte im Anschluss vor Journalisten, er habe Fehler gemacht, sei aber auch nur ein Mensch." Und: "Das ist jetzt gesagt und dann macht man auch einen Punkt." Oder: "Nach der Woche ist das ein ehrliches Ergebnis", sagte der Parteichef später am Abend noch." Zitate Ende. Man legt also selber fest, dass das "ehrlich" ist und nun gefälligst Schwamm drüber. Ist das glaubhaft? Wenn man sich erst die überschwenglichen Lobeshymnen auf Wendt und dann die völlig konträre Volte ansieht, wohl eher nicht. Aber so läuft das eben im besten Deutschland, was wir je hatten. Man muss nur zum Etablishment gehören - da geht so was. Ich stell mir gerade vor, etwas ähnliches hätte irgendein AfD - Funktionär von sich gegeben...Nee! Ich stell mir es lieber nicht vor.

Anhaltiner vor 6 Tagen

Krisensitzung, die Zweite: Nachdem Holger Stahlknecht wegen der Causa Wendt am Freitagvormittag seiner Fraktion Antworten geben musste, trat er am Freitagabend vor den erweiterten Parteivorstand der CDU. Nach knapp dreistündiger Sondersitzung steht fest: Stahlknecht darf bleiben.Hatte irgendwer etwas andere erwartet ? Die Hackordnung der Krähen ist unumstößlich.

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