Landesregierung zu Corona-Regelungen Sachsen-Anhalt stellt Plan für Weihnachten und Silvester vor

Längere Schulferien, Kontaktbeschränkung und Teststrategie nach dem Jahreswechsel: Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat am Dienstag über ihren Plan für die Weihnachts-, Silvester- und Neujahrstage gesprochen. Mit den Regelungen sollen sowohl Festtage in der Familie als auch eine wirksame Eindämmung des Corona-Virus ermöglicht werden.

Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff, infomiert am 24. November über den Stand der Corona-Maßnahmen.
Ministerprädident Reiner Haseloff: Unter den Ländern sei man sich einig, die bestehenden Einschränkungen bis zum 20. Dezember zu verlängern. (Screenshot des Livestreams der Pressekonferenz) Bildrechte: MDR/Screenshot Youtube Sachsen-Anhalt live

  • Die Weihnachtsferien sollen im neuen Jahr bis zum 8. Januar verlängert werden.
  • Lehrinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler können sich vor dem Schulbeginn freiwillig testen lassen.
  • Die bis zum 20. Dezember geltenden Kontaktbeschränkung auf insgesamt fünf Personen soll während der Weihnachtsfeiertage gelockert werden – zehn Menschen sollen sich dann treffen können, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Kinder unter 14 Jahren zählen in diese Zahl nicht mit hinein.

Das ist der Plan der Landesregierung Sachsen-Anhalts, der am Dienstag auf einer Pressekonferenz für das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel vorgestellt wurde.

Gelockerte Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte: "Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir die Kontaktbeschränkungen etwas aufweichen, damit man Weihnachten oder den Jahreswechsel erleben kann – verbunden mit dem Appell, sehr sorgsam mit den Beschränkungen umzugehen." Die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen wolle und könne man nicht kontrollieren. Haseloff appellierte aber daran, zum Selbstschutz und zum Schutz älterer Familienmitglieder, die Kontakte möglichst zu minimieren, statt die Vorgaben maximal auszureizen. "Es bleibt der Appell, die Zahlen als Obergrenze zu sehen", so der Ministerpräsident.

Sachsen-Anhalt stehe zwar bei den Infektionszahlen besser da, als andere Länder. Das Ziel, vor allem der nächsten drei Wochen bis zum 20. Dezember 2020 müsse aber sein, die 7-Tage-Inzidenz landesweit unter den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zu bekommen. Drei Landkreise würden besonders Sorgen bereiten, in denen die Inzidenz über 100 liege: der Burgenlandkreis, der Saalekreis und das Jerichower Land.

Auch in der Schule und in Alten- und Pflegeheimen müsse der Infektionsschutz verbessert werden. Vor allem in der Altersgruppe zwischen 14 und 18 habe man einen Handlungsbedarf, so Haseloff.

Gespräche der Länder mit dem Bund am Mittwoch

Am Mittwoch beraten die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundeskanzlerin über neue Regelungen zur Eindämmung des Corona-Virus. Zuvor hatten die Länder einen einheitlichen Vorschlag erarbeitet.

Reiner Haseloff sprach sich dafür aus, die Weihnachtstage und den Jahreswechsel so zu begehen, dass die Akzeptanz der Menschen für die Corona-Vorkehrungen nicht nachlasse. Böller oder Silvesterraketen komplett zu verbieten, halte er für undenkbar. Ähnlich hatte sich auch Innenminister Holger Stahlknecht geäußert. Hintergrund der Debatte um das Böller-Verbot ist unter anderem, die Zahl der Verletzungen durch Feuerwerkskörper niedrig zu halten und so die Krankenhäuser zu entlasten.

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Der Plan Sachsen-Anhalts im Einzelnen

  • Bis zum 20. Januar 2021 gilt die 8. Eindämmungsverordnung des Landes mit der zweiten Änderungen. Am Freitag den 27. Januar wird voraussichtlich eine dritte Änderung vorgestellt.
  • Die Weihnachtsferien sollen um zwei Tage verlängert werden: Von Montag, den 21. Dezember 2020 bis Freitag, den 8. Januar 2021. Für Eltern in systemrelevanten Berufen soll die Möglichkeit einer Notbetreuung an beiden Tagen gefunden werden.
  • Die beiden zusätzlichen Ferientage im Januar sollen dafür genutzt werden, dass sich Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler mit Schnelltests freiwillig testen lassen können.
  • Bis zum 20. Dezember soll eine Kontaktbeschränkung von fünf Menschen gelten. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht dazu.
  • Ab 21. Dezember soll die Kontaktbeschränkung auf zehn Menschen angehoben werden.
  • Quarantänezeiten für Schulklassen sollen vereinheitlicht werden und nur noch zehn Tage gelten.
  • Das Land werde Schulen und Kitas mit Schutzmaterialen unterstützen. Für Schüler ab Klassenstufe 7 soll eine Maskenpflicht auch im Unterricht gelten, dafür könne man in den Pausen die Masken abnehmen, so Bildungsminister Marco Tullner.
  • Bei der demnächst bevorstehenden Impfmöglichkeit soll der Bildungsbereich mit priorisiert werden.
  • Bildungsminister Marco Tullner betonte, Hybridunterricht sei pädagogisch gesehen der schlechtere Unterricht im Gegensatz zum Präsenzunterricht. Nicht alle Kinder hätten zu Hause die gleichen Voraussetzungen, am Unterricht teilzunehmen.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. November 2020 | 19:00 Uhr

17 Kommentare

ossi1231 vor 7 Wochen

Demokratie ist nur, wo sie das Sagen haben, so jedenfalls erscheint auch mir die Quintessenz in Thueringen um Benjamin-Immanuel Hoff zur letzten Wahl.

Und wenn gleiche Denkungsart auch für die Wirtschaft gilt dann passt die Politik.

Sissi vor 7 Wochen

Schulferien zu verlängern bringt überhaupt nichts Herr Tullner ! Schüler unter Schüler stecken sich weniger unter ein ander an. Sondern die Lehrer stecken die Schüler an.! Ich hab das mit meinem Enkelkind selbst in Halle erlebt.

mcheike vor 8 Wochen

Denkt mal einer an die Horte in der Grundschule?
Eh schon bestraft:
Maskenpflicht bis sie nach Hause gehen,
drinnen und draußen! Dann kommen die Kinder eben alle vom 19.12 bis 5.1. hier her. Und die 2 Tage dürfen "nur" die Systemrelevanten .... das kriegen wir doch noch locker hin, wir Horterzieher!!!!!

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