Ein Lehrer am Gymnasium, gibt Matheunterricht an einem Bildschirm.
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Neueinstellungen gegen Lehrermangel 610 neue Lehrer: Zwei Bewerber pro Stelle

Zum Start des neuen Schuljahres im August will Sachsen-Anhalt 610 neue Lehrer ins Rennen schicken. Für dieses Vorhaben wurde Ende April eine große Ausschreibung gestartet. Ergebnis: 15.033 Bewerbungen von 1.359 Bewerbern. Doch diese Rechnung geht nur in der Theorie auf. Praktisch ist schon jetzt klar, dass nicht alle Stellen besetzt werden können. Und auch bis die Arbeitsverträge unterschrieben sind, wird noch Zeit vergehen.

Ein Lehrer am Gymnasium, gibt Matheunterricht an einem Bildschirm.
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An der größten Ausschreibungsrunde für neue Lehrer in Sachsen-Anhalt haben sich 1.359 Bewerber beteiligt. Das hat Bildungsminister Marco Tullner am Montag mitgeteilt. Ausgeschrieben waren 610 Stellen. Tullner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Zahl sei ein gutes Zeichen und mache Mut, weiter Stellen auszuschreiben. Nun müsse aber geprüft werden, ob die Bewerber auch auf die ausgeschriebenen Stellen passten.

Weil Lehrkräfte sich in jeder Schule einzeln bewerben müssen, haben laut Ministerium zahlreiche Kandidaten mehrfach ihre Unterlagen eingereicht. So stammten allein 170 der insgesamt 15.033 eingegangenen Bewerbungen von einer einzigen Person. Für sieben Stellen an konkreten Schulen gibt es jedoch keine Bewerber.

Zahlreiche Quereinsteiger unter den Bewerbern

Den Angaben zufolge haben knapp 60 Prozent aller Bewerber einen pädagogischen Abschluss, etwas mehr als 40 Prozent der Bewerber sind demnach Quereinsteiger mit anderen Hochschulabschlüssen. 26 Kandidaten hätten keinen Hochschulabschluss.

Marco Tullner
Bildrechte: Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt

Wir haben bei den letzten Ausschreibungsrunden die Erfahrung gemacht, dass sich viele in verschiedenen Ländern beworben und sich dann das Attraktivste rausgesucht haben – in dem Bewusstsein, man ist eine rare Ressource als Lehrer. Und deshalb sind wir erst dann wirklich sicher, wenn die Arbeitsverträge unterschrieben sind. Das kann noch ein bisschen dauern.

Marco Tullner, Bildungsminister Sachsen-Anhalts

Dem Land liegen laut Tullner keine Informationen darüber vor, ob und wenn ja, welche Bewerber sich auf Stellen in anderen Bundesländern beworben haben. Tullner kündigte an, dass nun alle Kräfte mobilisiert würden, um möglichst viele Stellen zum ersten Schultag des neuen Schuljahres zu besetzen. Vor allem bei den Seiteneinsteigern sei die Prüfung zeitaufwändig, so Tullner im MDR-Interview. Das Schuljahr 2018/2019 beginnt in Sachsen-Anhalt am 9. August 2018.

Weitere Bewerbungen zum Schuljahresstart möglich

Sachsen-Anhalt will im Kampf gegen den Lehrermangel innerhalb von zwölf Monaten knapp 1.000 neue Pädagogen finden. Ein Viertel ist bereits besetzt. Beim aktuellen Bewerbungsverfahren – der bisher größten Ausschreibungsrunde – hatte es zahlreiche Neuerungen gegeben, etwa Zulagen für schwer besetzbare Stellen in ländlichen Regionen oder gelockerte Vorgaben für Seiteneinsteiger. Die nächste Bewerbungswelle soll zu Beginn des Schuljahres starten. Nach Berechnungen von Experten benötigt Sachsen-Anhalt bis 2030 jährlich 730 neue Lehrer. Bis die beschlossene Erhöhung der Studienplätze mehr Absolventen bringt, kann das Land nur die Hälfte des Bedarfs selbst decken.

Quelle: MDR/ap

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Dieses Thema im Programm: MDR S-ANHALT | MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. Mai 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2018, 20:38 Uhr

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1 Kommentar

29.05.2018 13:21 Na so was 1

So ist das eben, wenn jahrelang nichts geschieht, man alles schleifen läßt, nach dem Motto: "Irgendwie wird es schon werden." Diesmal gibt es aber kein irgendwie. Jeder schiebt die Schuld einem Anderen zu. Nur ICH habe alles richtig gemacht. Gut kommen die weg, wo eine oder mehrere Personen schon im Ruhestand sind, denen kann erstmal die Hauptschuld übertragen werden. Interessieren tut das diejenigen auch nicht mehr, sie haben ihre Schäfchen im Trockenen. Genauso betrifft das die "Oberen" in den Ministerien, die denken genau so wie die pensionierten Lehrer, nach dem Motto, wir sind raus aus dem Geschäft, wir konnten gar nicht anders entscheiden, es war halt so vorgegeben. Diejenigen, die darunter gelitten haben bzw. in deer Gegenwart immer noch darunter leiden, sind unsere Kinder und Enkel. An diese jungen Menschen wird am wenigsten gedacht. Schlimm eigentlich !