Fraktionschef der Linken im Interview Lippmann: Land bildet zu wenig Lehrer aus

In Sachsen-Anhalt werden weiterhin zu wenig Lehrer ausgebildet. Das kritisiert der Franktionschef der Linken im Landtag, Lippmann. Das Einstellungsverfahren würde es verhindern, dass Lehrer an die Schulen im Land finden. Auch der Kenia-Koalition stellt Lippmann kein gutes Zeugnis aus.

Thomas Lippmann
Thomas Lippmann ist bildungspolitischer Sprecher bei den Linken. Bildrechte: IMAGO

Trotz des Lehrermangels bildet das Land Sachsen-Anhalt nach Ansicht der Linken immer noch zu wenig Lehrer aus. Das sagte der Franktionschef der Linken im Landtag, Thomas Lippmann, MDR SACHSEN-ANHALT. Viele Pädagogen, die hier im Land arbeiten wollen, würden den Weg in die Schulen nicht finden. Das liege daran, dass das Ausschreibungs- und Einstellungssystem des Bildungsministeriums zu eng gestrickt sei. Der Bildungsminister weigere sich jedoch, es richtig zu öffnen.

Mitinitiator bei Volksbegehren für mehr Lehrer

Lippmann betonte, dass man bereits vor vielen Jahren mehr Lehrer hätte ausbilden müssen. Obwohl das mittlerweile bekannt sei, würde noch immer nicht ausreichend ausgebildet.

Im Kampf gegen den Lehrermangel hat Lippmann ein Volksbegehren mitinitiiert. Dieses setzt sich dafür ein, dass im Schulgesetz ein fester Schlüssel für die notwendige Zahl von Lehrkräften, pädagogischen Mitarbeitern und Schulsozialarbeitern verankert wird. Vor dem Start des Volksbegehrens am 8. Januar zeigte sich Lippmann optimistisch. Das Volksbegehren werde erfolgreich sein. Das Bündnis, das dahinter stehe, sei stark aufgestellt und gut vorbereitet.

Lehrermangel in Sachsen-Anhalt

Nach Berechnungen von Experten müsste das Land bis 2030 pro Jahr rund 730 Lehrerinnen und Lehrer einstellen. Zuletzt hatte das Bildungsministerium von 900 ausgeschriebenen Stellen nur ein Drittel besetzt.

Schlechtes Zeugnis für Koalition

Neben der Kritik an der Bildungspolitik stellte Lippmann der Kenia- Koalition in Sachsen-Anhalt ein schlechtes Zeugnis aus. Bei einer Bewertung in Schulnoten käme die Koalition über eine Vier minus bis Fünf nicht hinaus. Lippmann sagte, dass das Klassenziel im Wesentlichen nicht erreicht sei.

Was die Haushaltpolitik, die Personalpolitik und den Bildungsbereich angeht, ist das Klassenziel glatt verfehlt worden.

Thomas Lippmann, Vorsitzender der Linken-Fraktion

Wenn man die schwarz-rot-grüne Landesregierung mit einer Ehe vergleiche, bestehe sie mehr aus Hass als aus Zuneigung. Jeden Tag schwebe das Damokles-Schwert der Scheidung über ihr. Das sei sehr anstrengend. Man müsse sich ständig damit beschäftigen, was der nächste Tag bringe, ob die Koalition vielleicht auseinanderbreche.

CDU sei das größte Problem

Lippmann warf der CDU vor, sich nach rechtsaußen nicht genug abzugrenzen. Damit sei die CDU inzwischen für die Gesamtentwicklung des Landes das größte Problem. Wenn die CDU das Problem nicht in den Griff bekomme, dann nehme sie ein großes Stück der Gesellschaft auf ihrem Rechtsdrift mit. Lippmann sagte, die AfD sei immer dann stark, wenn sie Positionen bis hin zu Abstimmungen der CDU teile. Dann lodere das Feuer der AfD immer so richtig auf.

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Dezember 2019 | 08:00 Uhr

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