SPD-Landeschef Burkhard Lischka kündigt Rückzug aus Bundestag an

Das ist der Rückzug aus der aktiven Politik: Burkhard Lischka legt noch in diesem Jahr sein Amt als Bundestagsabgeordneter nieder. Anfang der Woche hatte er bereits sein Ende als SPD-Landeschef bestätigt.

Burkhard Lischka, SPD, im Deutschen Bundestag
Burkhard Lischka im Bundestag Bildrechte: Deutscher Bundestag / Achim Melde

Sachsen-Anhalts SPD-Chef Burkhard Lischka hat überraschend seinen Rückzug aus dem Bundestag erklärt. Er werde sein Mandat in der zweiten Jahreshälfte aufgeben, teilte der Innenexperte der SPD-Bundestagsfraktion am Donnerstagnachmittag mit.

"Mein Ziel war es immer, mich nie gänzlich von der hauptamtlichen Politik abhängig zu machen und irgendwann einmal in meinen alten Beruf als Notar zurückzukehren", erklärte der 53-Jährige. Jetzt biete sich die Gelegenheit eine Notar-Stelle in seiner Heimat Magdeburg zu übernehmen, weil der bisherige Amtsinhaber ausscheide.

Mein Ziel war es immer, mich nie gänzlich von der hauptamtlichen Politik abhängig zu machen und irgendwann einmal in meinen alten Beruf als Notar zurückzukehren.

Burkhard Lischka

Lischka sitzt seit Oktober 2009 für die Sozialdemokraten im Bundestag. Er ist seit längerem auch im Fraktionsvorstand und innenpolitischer Sprecher. Bereits zum Wochenanfang hatte Lischka seinen Rückzug vom Posten als SPD-Landeschef angekündigt. Er will bei der nächsten Vorstandswahl nicht erneut kandidieren.

Rückzug unabhängig vom Umfragetief

Lischka hatte das Amt nach den herben Verlusten der SPD bei der Landtagswahl im Frühjahr 2016 übernommen. Bundesweit hängen die Sozialdemokraten weiter im Umfragetief fest. Der jetzt angekündigte Rückzug habe nichts mit der aktuellen Lage der Partei zu tun, betonte Lischka. "Ich lasse die SPD nicht alleine. Ich habe mich ja wirklich nicht weggeduckt, als die SPD in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl (2017) mit 10 Prozent in einer weitaus schwierigeren Situation gewesen ist." Die Entscheidung falle ihm sehr schwer.

Lischka will sich weiter einbringen

Sich gänzlich aus der Politik zurückziehen will Lischka aber nicht: "Das ist überhaupt nicht der Ausstieg aus der Politik. Ich werde mich weiter für die SPD einbringen - auch kommunalpolitisch. Aber es ist der Ausstieg aus der bezahlten Politik." Der Sozialdemokrat betonte erneut, dass er nicht in die Landespolitik wechseln werde.

Er werde sich nicht als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021 aufstellen lassen. "Ich werde 2021 meine SPD auch in diesem Landtagswahlkampf unterstützen. Dann eben nicht als Bundestagsabgeordneter, sondern als jemand, der mit Bürgern spricht, der vielleicht auch mal Plakate hängt. Darauf freue ich mich dann auch."

Quelle: MDR, dpa/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. Januar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 19:45 Uhr

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4 Kommentare

10.01.2019 19:05 mattotaupa 4

@#3: "dann kann man so mir nichts dir nicht nicht einfach sagen, ach ich habe keine Lust mehr, mir ist etwas Besseres eingefallen." doch kann man. nennt man freie berufswahl. durch die bekanntgabe des zeitpunktes hat er quasi auch so ne art kündigungsfrist berücksichtigt. selbst wenn er gesundheitliche gründe hat, muß er dies nicht öffentlich machen. @#2: sagen sie das mit den ratten auch über mitglieder einer anderen partei, welche sich wohl wieder mal abspalten wollen?

10.01.2019 17:24 W.Merseburger 3

Wenn man in den Bundestag gewählt wurde,
egal ob als Direktkandidat oder über die Liste, dann kann man so mir nichts dir nicht nicht einfach sagen, ach ich habe keine Lust mehr, mir ist etwas Besseres eingefallen. Da ist gerade eine Stelle als Notar frei. Sollte Genosse Lischka gesundheitliche Sorgen haben, dann kann er das sagen und jeder wirds verstehen. Sollte dies aber nicht der Fall sein, dann war der Genosse von Anfang an am falschen Platz und alle SPD Wähler in Sachsen Anhalt werden sich so ihre Gedanken machen, welche "Nasen" da so im Bundestag entscheiden. (Das ist keine Satire).

10.01.2019 17:22 Gerd Müller 2

Die Ra.... verlassen das sinkende Schiff, rechtzeitig vor den Wahlen.
Der Genosse ist als schlau ein zu stufen.