Fraktionsvorsitzende der Grünen im Interview Lüddemann: "CDU ist wichtig für die Koalition"

Sachsen-Anhalts Grünen-Fraktionsvorsitzende Cornelia Lüddemann ist mit der Arbeit der Regierung überwiegend zufrieden. Allerdings sieht sie interne Schwierigkeiten beim Koalitionspartner CDU. Sie hofft auf eine Lösung, denn die "CDU ist wichtig für die Koalition im Land".

Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalts
Sachsen-Anhalts Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann baut auf die Kenia-Koalition. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Grüne sind trotz wiederholter Streitigkeiten in der Koalition mit der Regierungsarbeit überwiegend zufrieden. Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man habe es geschafft, die wesentlichen Probleme des Landes anzupacken. So gebe es mehr Lehrer und Polizisten, außerdem sei ein modernes Hochschulgesetz auf den Weg gebracht worden.

Wir werden die nächsten anderthalb Jahre, die dem Kenia-Bündnis noch bleiben, gut nutzen, um die wenigen Dinge, die im Koalitionsvertrag stehen, noch abzuarbeiten.

Cornelia Lüddemann, Fraktionschefin der Grünen in Sachsen-Anhalt

Beim Koalitionspartner CDU sieht Lüddemann allerdings interne Schwierigkeiten. Durch die Causa Wendt sei etwas offensichtlich geworden, wovor die Grünen schon lange gewarnt hätten. So würden unterschiedliche Strömungen innerhalb der CDU um Deutungshoheit ringen. Dieses interne Problem der Partei habe auch der Fall Möritz nach außen getragen, sagt die Grünen-Politikerin. Sie hoffe, dass die CDU dieses Problem lösen werde. Zudem müsse geklärt werden, was mit "klarer Kante" in Richtung rechts beschrieben wird, so Lüddemann.

Als Koalitionspartner und Demokratin kann ich nur hoffen, dass die CDU das Problem lösen wird, denn die CDU ist ganz wichtig für die Demokratie in Sachsen-Anhalt.

Cornelia Lüddemann

Grüne wollen Flüchtlingskinder nach Sachsen-Anhalt holen

Was die Migrationspolitik angeht, so sprach sich Sachsen-Anhalts Grünen-Chefin dafür aus, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland nach Deutschland zu holen. Lüddemann unterstützt damit den Vorstoß des Grünen-Bundeschefs Robert Habeck. Sie sagte, die Lager in Griechenland seien in einem furchtbaren Zustand. Es sei ein Gebot der christlichen Nächstenliebe, Kinder aus diesen menschenunwürdigen Bedingungen herauszuholen. Hier könne sich auch Sachsen-Anhalt mit einem kleinen Kontingent beteiligen.

Insgesamt setzt Lüddemann dabei auf eine europäische Lösung. Sie hoffe sehr, dass die Grundlage dafür in der neuen Europäischen Kommission gelegt werde. Dafür müsse man sich aber an einen Tisch setzen und reden.

Auch andere Bundesländer haben die Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge aus Griechenland angeboten. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) lehnt einen solchen Schritt allerdings ab. Deutschland leiste in den Lagern bereits massive Hilfe.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 27. Dezember 2019 | 08:00 Uhr

26 Kommentare

Mikro vor 47 Wochen

Wie das Volk so tickt machen Sie daran fest,das eine Minderheit die CDU gewählt hat?Übrigens ist Bayern und Hessen nicht das Volk.Was Sie uns hier ständig mit Ihrem ach so tollen Westen vollsülzen interessiert hier in ST grad mal 5,2%.Die AfD-Liebhaber sind deutlich mehr.Altparteien find ich gut,ein Goebbels ist mir in diesem Zusammenhang so was von egal.

Mikro vor 47 Wochen

Sie wissen gar nichts Sie Klugschwätzer.Unterstellen Sie nicht immer anderen etwas.In ST möchten mehrheitlich übrigens keiner mit den Grünfinken.Das sieht man an erbärmlichen 5,2%.Immerhin möchten 94,8%die Grünen nicht.Naja und Umfragen wird es bis zur Wahl noch viele geben.

Realist62 vor 47 Wochen

Schreiben wir mal so: Schleswig-Holstein hat keine Braunkohle.Ich schätze nicht, daß ein noch real existierender Braunkohlekumpel eine Partei wählt, die seine Grundlage, seinen Arbeitsplatz in der Braunkohle, am Besten ,,gleich" ,,vernichten" will. Und ich schütze, daß es dort in Schleswig-Holstein einen gewissen Robert Harbeck-Einfluß gab. Da würde mir ein Wolfgang Kubicki wohl wahrscheinlch zustimmen.

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