Ein Lehrer an der Tafel in einer Klasse.
Personalgewinnung, Ausbildung und strukturelle Änderungen: Mit diesen Maßnahmen will Sachsen-Anhalt den Lehrermangel angehen. Bildrechte: Colourbox.de

Nach Treffen mit Volksinitiative Konkrete Maßnahmen für mehr Lehrer

Eine Volksinitiative hat 100.000 Unterschriften für eine bessere Personalausstattung der Schulen in Sachsen-Anhalt gesammelt. Nun trägt die Arbeit Früchte: Am Donnerstag haben Ministerpräsident Haseloff und Bildungsminister Tullner Maßnahmen angekündigt. Die Volksinitiative zeigte sich zufrieden.

Ein Lehrer an der Tafel in einer Klasse.
Personalgewinnung, Ausbildung und strukturelle Änderungen: Mit diesen Maßnahmen will Sachsen-Anhalt den Lehrermangel angehen. Bildrechte: Colourbox.de

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat konkrete Maßnahmen angekündigt, um an den Schulen in Sachsen-Anhalt mehr Lehrer einzustellen und den Unterrichtsausfall zu verringern. Haseloff kündigte am Donnerstag eine Offensive bei der Lehrergewinnung und mehr Stellen an. Zum Teil handelt es sich demnach um Stellen für Quereinsteiger. Für die Lehrergewinnung sollen auch Strukturen im Landesschulamt angepasst werden. Ziel ist laut Haseloff, wieder eine Unterrichtsversorgung von 103 Prozent zu erreichen. An den Gemeinschaftsschulen liege die Unterrichtsversorgung derzeit bei 97 Prozent. Auch für die Gemeinschaftsschulen müssten deshalb attraktive Angebote gemacht werden. Außerdem gebe es regionale Unterschiede. Probleme bestünden vor allem im ländlichen Raum. In Halle, Magdeburg und Dessau gebe es unabhängig von der Schulform keine Probleme bei der Unterrichtsversorgung.

Nachbesserungen bei der Ausbildung

Bei der Lehrerausbildung soll dem stärkeren Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund Rechnung getragen werden. Haseloff bilanzierte: "Wir wollen uns daran messen lassen, dass wir auf die 103 Prozent zukommen, dass wir Stundenausfall vermeiden, dass wir mehr Lehrer ins System bekommen." Diese Ziele sollen vierteljährlich gemeinsam mit der Volksinitiative kontrolliert und ausgewertet werden.

Bildungsminister Tullner sitzt in einem Büro
Minister Tullner will auch beim Landesschulamt die Weichen stellen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte, er sei optimistisch, dass für die tausend auszuschreibenden Stellen in diesem Jahr auch Lehrer gewonnen werden können. Nach Angaben des Ministers konnten in der letzten Ausschreibung im November alle Lehrerstellen für Grundschulen besetzt werden. Im Mai gebe es eine große Ausschreibung von bis zu 500 Stellen, weitere 500 in der zweiten Jahreshälfte. Dadurch sollen zum 1. Januar 2019 tausend neue Lehrer im Dienst sein. Im Landesschulamt soll für die Lehrergewinnung mehr Personal eingestellt werden.

Volksinitiative zufrieden mit Gesprächsergebnis

Vertreter der Volksinitiative "Den Mangel beenden – unseren Kindern Zukunft geben" hatten sich am Donnerstag  mit der Landesregierung getroffen. An dem zweistündigen Gespräch in der Magdeburger Staatskanzlei nahmen Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bildungsminister Marco Tullner teil. Die Volksinitiative hatte 100.000 Unterschriften für eine bessere Personalausstattung an den Schulen des Landes gesammelt. Im Januar hatte sich der Landtag mit der Petition der Volksinitiative beschäftigt.

Gabriele Brakebusch (r.) und zwei Vertreter einer Volksinitiative präsentieren die gesammelten Unterschriften.
Die Volksinitiative hatte 100.000 Unterschriften gesammelt. Bildrechte: MDR/Julian Kanth

Die Vertreter der Initiative begrüßten die Ergebnisse des Gesprächs. Thomas Jaeger vom Landeselternrat sagte, die Volksinitiative wolle erreichen, dass eine positive Welle durch das Land rolle. "Das Wort Lehrermangel soll durch das Wort Lehrergewinnung ausgetauscht werden". Man werde sich im Mai noch einmal mit der Landesregierung zusammensetzen und schauen, ob die Ansätze fruchten. Die Vorsitzende der Gewerkschaft GEW, Eva Gerth, sprach von einem guten Weg. Es gebe positive Ansätze, doch manches gehe leider zu langsam. Sie kritisierte, dass durch den Zeitplan die angekündigten tausend Lehrerstellen für 2018 in dieser Form wohl nicht kommen würden. Das sei vielleicht die schlechte Nachricht für die Lehrer vor Ort. Gerth forderte zudem Änderungen bei der Lehrerausbildung für die Sekundarschulen. Die GEW schlage ein einheitliches Lehramt für Sekundarstufe I und II vor, um das Lehramt attraktiver zu machen.

Quelle: MDR/ap

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 22. Februar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 21:55 Uhr

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