Aufwandsentschädigung Mehr Geld für Freiwillige Feuerwehr

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Sachsen-Anhalt sollen mehr Geld für ihre Einsätze bekommen – laut Innenminister Stahlknecht eine Anerkennung der Arbeit. Doch aus Kreisen der Feuerwehren gibt es Kritik an der Regelung. Die Sorge: Sie könnte die Grenze zwischen Ehrenamt und beruflicher Tätigkeit verwischen.

Das Blaulicht eines Feuerwehrfahrzeugs
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bekommen für ihre Einsätze zukünftig mehr Geld. (Symbolbild) Bildrechte: imago/T-F-Foto

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Sachsen-Anhalt können für ihr Engagement künftig höhere Entschädigungen bekommen. Pro Einsatz soll es bis zu 15 statt bislang zehn Euro geben, für Bereitschaften sieben statt fünf Euro. Die Regelung soll rückwirkend zum 1. Januar gelten. Innenminister Stahlknecht nannte die Neuerung eine "Verneigung vor dem Ehrenamt Feuerwehr".

Der Feuerwehr-Verband begrüßte die neuen Obergrenzen. Gleichzeitig sorgte die neue Regelung im Kreis der Feuerwehren aber schon im Vorfeld für Debatten. Einige Kreisverbände befürchteten, dass für jene, die angehende und aktive Feuerwehrkräfte aus- und weiterbilden, künftig der Versicherungsschutz über die Unfallkasse wegfällt und sich die Ausbilder selbst versichern müssen.

So viel Geld bekommen Freiwillige Feuerwehrleute

  • Pro Einsatz dürfen künftig 15 statt zehn Euro gezahlt werden.
  • Für eine Bereitschaft ist der Höchstsatz von fünf auf sieben Euro gestiegen.
  • Gerätewarte können künftig maximal 100 statt 61 Euro bekommen.
  • Wer Kinder und Jugendliche in den Nachwuchswehren betreut und ausbildet, kann künftig einheitlich 110 Euro bekommen. Damit wird die Kinderfeuerwehr den Jugendwehren gleichgestellt.
  • Kreisbrandmeister können maximal 500 Euro bekommen.

Die Grenze zwischen Ehrenamt und Beruf

Das sei nicht der Fall, betonte Stahlknecht. Die Verordnung stelle lediglich klar, welche Aufwandspauschalen noch als Ehrenamt und nicht als Verdienst gelten. Über die tatsächlichen Sätze entscheide jede Kommune selbst. Die Kommunen sind es auch, die das Geld für die Feuerwehrleute bereitstellen.

Der Vorsitzende des Feuerwehr-Verbandes Kai-Uwe Lohse warnte gleichzeitig davor, dass zu hohe Aufwandspauschalen die Grenze zu einer beruflichen Tätigkeit verwischen könnten: "Wir bewegen uns in eine Richtung, wo wir in eine Beschäftigungssituation kommen." 2015 gab es in Sachsen-Anhalt etwa 32.500 Freiwillige Feuerwehrleute.

Bis zu welcher Summe sind Aufwandsentschädigungen steuerfrei? Wenn Aufwandsentschädigungen, wie sie die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren erhalten, in einem Jahr insgesamt nicht mehr als 840 Euro betragen, müssen die Ehrenamtlichen dafür keine Steuern oder Sozialabgaben zahlen. Bis 2019 lag die entsprechende Obergrenze für Aufwandsentschädigungen noch bei 720 Euro im Jahr.

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 23. Januar 2020 | 06:00 Uhr

3 Kommentare

Rotti vor 17 Wochen

Ehrenamt ist aller Ehren wert.
Hier ist aber die Zuständigkeut des Innenministers und des innenpolitischen Sprechers der CDU - Landtagsfraktion, Herrn Chris Schulenburg, für die Feuerwehren im Land berichtet worden. Es geht um die rechtmäßigen Höhen, der durch die Kommunen zahlbaren Aufwandsentschädigungen. Also Kreisbrandmeister abwärts.
Die anderen Hilfsorganisationen werden, davon gehe ich aus, nicht in ihrer Höhe der Aufwandsentschädigungen in gesetzliche Rahmen eingebunden. Dort zahlt es, wenn überhaupt, die jeweilige Organisation.
Brandschutz ist eine gesetzliche Aufgabe der Kommunen.

SebastianBruechert vor 17 Wochen

Hallo MDR-Team,

ich bin verwundert, dass so eine Aktion nur für die Feuerwehr und nicht für die vielen anderen ehrenamtlichen Helfer gemacht wird!

Bei den Freiwilligen Feuerwehren gibt es ein recht großes Paket an finanziellen Vergütungen für Lehrgangsleiter, Ausbilder und Einsatzkräfte.

Andere Ehrenamtliche der Hilfsorganisationen (DRK usw.) haben nicht einmal einen Anspruch auf Freistellung bzw. Lohnersatzleistungen geschweige denn werden sie irgendwie vergütet!
Stichwort hierzu: HELFERGLEICHSTELLUNG

Den ehrenamtlichen Mitglieder der Hilfsorganisationen geht es nicht mal darum „entlohnt“ zu werden. Es geht darum, dass man seine Einsatzkleidung oder Lehrgänge nicht privat zahlen muss!

Es wäre super, wenn ihr hierfür auch mal mit einer Social Media Aktion werben würdet!

Vielen Dank
Sebastian Brüchert
Bergwacht Harz

Rotti vor 17 Wochen

Das ist in meinen Augen die Fortsetzung einer vernünftigen Politik.
Ich bin hier auch dem innenpolitischen Sprecher der CDU - Fraktion sehr dankbar, dass er gute Hinweise der Kameraden der Feuerwehren hier mit eingebracht hat.
Es gibt da komischerweise eine sehr kontroverse Auffassung zu den Entschädigungen der Kameraden seitens des Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes. Der sieht zum Beispiel die Entschädigungen für Einsatzkräfte kritisch.
Interessanterweise habe ich ihn aber nie kritisch über die Entschädigung der Kreisbrandmeister fabulieren hören. Denn er ist selber Kreisbrandmeister.
Aber alles in allem ein guter Schritt nach vorne.
Übrigens ist der Innenminister sehr gut dabei, die Rückschritte seines Vorgängers rückgängig zu machen. Aber auch das geht eben nicht von heute auf morgen.

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