Angeschlagene Landesbank Milliardenkredit: EU genehmigt Rettung der Nord-LB

Die EU hat die milliardenschwere Rettung der Norddeutschen Landesbank (Nord-LB) genehmigt. Die geplante Hilfe von insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro sei mit EU-Recht vereinbar, teilte die EU-Kommission am Donnerstagabend in Brüssel mit. Knapp 200 Millionen dafür sollen aus Sachsen-Anhalt kommen.

Die Norddeutsche Landesbank darf eine dringend benötigte Finanzspritze bekommen – dafür hat sie die erforderliche Zustimmung aus Brüssel erhalten. Die EU-Kommission teilte am Donnerstag mit, dass die geplante Hilfe von rund 3,6 Milliarden Euro mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar sei.

 Sachsen-Anhalt will 198 Millionen Euro Kredit aufnehmen

Die Nord-LB mit Sitz in Hannover soll eine Finanzhilfe der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen-Gruppe erhalten. Die Landtage in Hannover und Magdeburg müssen jedoch noch zustimmen. Die niedersächsische Landesregierung hatte die entsprechende Gesetzgebung bereits im November angeschoben.

Geplant ist, dass Niedersachsen als Haupteigentümer mit insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro einen Großteil der Hilfen übernimmt. Sachsen-Anhalt will für seinen Anteil von knapp sechs Prozent einen Kredit von 198 Millionen Euro aufnehmen. Die ebenfalls beteiligte Sparkassengruppe soll rund 1,1 Milliarden Euro schultern.

 "Das Vorhaben Deutschlands zielt darauf ab, dass die Nord-LB als stabile und rentable staatliche Bank fortbestehen kann, lässt aber die Möglichkeit einer künftigen Konsolidierung des gesamten deutschen Landesbankensektors offen", sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. "Wir haben festgestellt, dass der Staat zu Bedingungen investiert, die auch ein privater Eigentümer akzeptiert hätte; dies steht mit den EU-Beihilfevorschriften im Einklang."

 Nord-LB: Milliardenverluste mit der Finanzierung von Schiffen

Die Landesbank ist in der Schieflage, weil sie vor allem mit der Finanzierung von Schiffen Milliardenverluste verzeichnet hatte. Die Kernkapitalquote, die künftig 14 Prozent betragen soll, lag Ende September bei lediglich 6,53 Prozent. Unter Aufsehern gilt eine harte Kernkapitalquote von 5,5 Prozent als das Minimum, das Banken unter Stress noch vorweisen sollten.

Derzeit läuft vor diesem Hintergrund eine umfassende Verkleinerung der Nord-LB. "Die Nord-LB befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation", sagte Vorstandschef Thomas Bürkle zuletzt. Für das Gesamtjahr 2019 erwartet die Bank einen Verlust, und auch das kommende Geschäftsjahr dürfte der Umbau belasten. 

Vorgesehen sind unter anderem Ausgliederungen. So verkaufte die Bank im April ein Portfolio mit Schiffskrediten über 2,6 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Cerberus Capital. Aber auch Stellen fallen weg: Bis zum Jahr 2024 soll die Zahl der Beschäftigten etwa halbiert werden. Von Januar bis September ist die Mitarbeiterzahl bereits von 5.850 auf knapp 5.450 zurückgegangen.

Quelle: dpa/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

part vor 31 Wochen

Das zyklische Wunder der Geldvermehrung oder Geldschöpfung durch Fürsten und später Banken und Kapital funktioniert nicht endlos, es lässt sich zwar aufschieben, doch der große Knall, den stets das Volk mit Kriegen und Geldentwertung bezahlt, der wird nicht ausbleiben, obwohl er heute etwas globalisiert abgeschwächt wurde.

maheba vor 31 Wochen

Wir haben ja noch nicht genug Banken.
"....... dass die Nord-LB als stabile und rentable staatliche Bank fortbestehen kann, "
Ich denke mal, man wird wieder Milliarden auf Steuerzahlerkosten versenken.
Stabil und Rentabel - aber leider verzockt.

wo geht es hin vor 31 Wochen

Liebe Sachsen - Anhaltiener und Niedersachsen: Schauen Sie genau hin, wer hier gerade ihr Steuergeld verbrennt und vergessen sie es nicht. PS: Und wer gleich noch mal wurde zur Verabtwortung für das Desaster gezogen? Ach ja, im Artikel steht es ja - Zitat: "Bis zum Jahr 2024 soll die Zahl der Beschäftigten etwa halbiert werden. Von Januar bis September ist die Mitarbeiterzahl bereits von 5.850 auf knapp 5.450 zurückgegangen." Zitat Ende.

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