Zu viel Aufwand Haseloff löscht seine Facebook-Seite

Ministerpräsident Reiner Haseloff hat seinen Facebook-Auftritt deakiviert. Er begründete das mit zu viel Betreuungsaufwand durch beleidigende und rechtswidrige Inhalte. Über Twitter-Accounts und die Facebook-Seite der Staatskanzlei bleibt er aber in den sozialen Medien erreichbar.

Ministerpräsident Reiner Haseloff.
Ministerpräsident Haseloff hat seine Facebook-Seite gelöscht, bleibt aber den sozialen Medien treu. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Der Facebook-Auftritt von Ministerpräsident Reiner Haseloff kann nicht mehr aufgerufen werden. Es handelt sich dabei um den persönlichen und parteipolitischen Account Haseloffs. Das hat die Staatskanzlei am Dienstag bestätigt.

Die Begründung für die Deaktivierung: Der persönliche Aufwand für eine sinnvolle Pflege einschließlich Kontrolle von beleidigenden oder rechtswidrigen Inhalten habe nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen gestanden, hieß es am Dienstag in einem Statement von Haseloff. In dem Büro gebe es nur eine halbe Stelle. Der Mitarbeiter, der den Auftritt vorrangig betreut habe, stehe nicht mehr zur Verfügung. Außerdem sei die Seite ohnehin vorrangig für den Wahlkampf 2016 gedacht gewesen. Die Entscheidung habe nichts mit Datenschutzpannen bei Facebook zu tun, so ein Regierungssprecher.

Die Deaktivierung sei kein Rückzug aus den sozialen Netzwerken, sagte der Sprecher. Haseloff favorisiere den Online-Dienst Twitter. Den das Portal für kurze Nachrichten sei mit weniger Zeitaufwand zu pflegen als Facebook – und passe daher besser zur Arbeit des Ministerpräsidenten. So bleibe Haseloffs privater Twitter-Account, den der Ministerpräsident persönlich betreibe, auch weiterhin bestehen. Auch Haseloffs Twitter-Auftritt, der von der Staatskanzlei betreut wird, sowie die Facebook-Seite des Landes Sachsen-Anhalt würden unverändert fortgeführt.

Haseloff schätzt soziale Medien

Als Podcast-Gast von MDR SACHSEN-ANHALT hatte sich Haseloff im November 2017 vom Nutzen sozialer Netzwerke für politische Kommunikation überzeugt gezeigt. Dass sich die Kommunikation und Diskussionskultur verschlimmert habe, sei eine Fehleinschätzung, sagte er damals. Missgunst, Neid, Aggression, Intrigen: Der Mensch sei seit Tausenden Jahren nicht anders, sagte Haseloff.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Januar 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2019, 14:15 Uhr

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10 Kommentare

23.01.2019 21:35 Matthias Müller 10

Sehr gut!
Wann werden sich die öffentlich rechtlichen endlich von der Firma Datenhandel (Facebook) abwenden?

22.01.2019 18:12 Wo ist das Lobbyregister? 9

Im Rahmen der Kampagne gegen Fake News, Scheinwahrheiten und Desinformation ist das ein längst überfälliger Schritt. Gut, dass der Ex-Blockfunktionär Haseloff den Schritt selbst vollzieht - hoffentlich aus Einsicht.

Die "beleidigenden und rechtswidrigen Inhalte" dürften sich übrigens zum weit überwiegenden Teil genau darauf bezogen haben...

22.01.2019 15:50 Rudimeter 8

Wenn ich auch kein MP bin, habe ich mir schon oft überlegt, meinen Facebook c- Konto zu löschen. Viel zu viel Zeitaufwand für die aktuelle Bearbeitung. Da gebe ich Herrn Haseloff Recht. Muss mich da so konzentrieren, das für auch wichtigeres keine Zeit bleibt. Selbst das Löschen des Kontos ist nicht so mal nebenbei zu machen. Facebook machet es mir so schwer , weil sie ja jeden gebunden haben wollen. So einfach lassen die keinen raus.