Nach Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel Ministerpräsident Haseloff: "Corona-Maßnahmen haben in Sachsen-Anhalt Wirkung gezeigt"

Das Treffen der Länderchefs am Montag mit Bundeskanzlerin Merkel hat keine neuen Beschlüsse gebracht. Ministerpräsident Haseloff zieht jedoch für Sachsen-Anhalt ein positives Zwischenfazit. Kritik gibt es an den Regelungen in den Schulen.

Reiner Haseloff mit Maske
Reiner Haseloff appelliert an die Bevölkerung. Unnötige Kontakte sollten vermieden werden. (Archivbild) Bildrechte: imago images / Political-Moments

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat nach dem Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt, dass die für November getroffenen Maßnahmen in Sachsen-Anhalt Wirkung gezeigt haben. "Wir haben eine Deckelung der Anstiege herbeigeführt. Wir haben, anders als die Mehrheit der Bundesländer, eine Dämpfung hinbekommen", so Haseloff.

Haseloff betonte aber, dass noch nicht das geplante Ziel erreicht worden sei. Man wolle bei den Infektionen auf einen Wert von unter 50 Infektionen pro sieben Tage auf 100.000 Einwohner kommen. Deswegen wolle er noch einmal an die Bevölkerung appellieren. "Jeder unnötige Kontakt im persönlichen, privaten und gesellschaftlichen Bereich ist ein unnötiges Risiko", sagte Haseloff. Das erhöhe die Gefahr von neuen Infektionen. Die bestehenden Regelungen (zwei Haushalte, maximal zehn Personen) müssten nicht immer ausgeschöpft werden. Hausstände, die Kontakt haben, sollten möglichst immer die gleichen sein.

Keine neuen Beschlüsse

Neue Beschlüsse wurden beim Treffen mit der Kanzlerin allerdings nicht gefasst. Es gelten weiterhin die Regelungen, die seit 2. November in Kraft sind. Strengere Maßnahmen an Schulen wurden demzufolge ebenfalls vorerst nicht beschlossen. Haseloff betonte, Ziel aller Länderchefs und der Kanzlerin sei, die Schulen offen zu halten. Immer mehr Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer müssen allerdings in Quarantäne. Deswegen gibt es Kritik an den aktuellen Regelungen.

#MDRklärt Corona-Schutzmaßnahmen: Das ist erlaubt, das ist verboten

Corona-Schutzmaßnahmen: Das ist erlaubt, das ist verboten
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Corona-Schutzmaßnahmen: Das ist erlaubt, das ist verboten
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Friseure bleiben unter Auflagen der Hygieneregeln geöffnet. Das gilt auch für  Kosmetikstudios und Massage-Praxen.
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Individualsport im Freien (wie Joggen) bleibt erlaubt. Fitnessstudios schließen und der Amateursportbetrieb wird eingestellt.
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Offen bleiben Industriebetriebe und Handwerk, ebenso der Groß- und Einzelhandel. Hotels und Pensionen dürfen keine Gäste aufnehmen. Ausnahmen gibt es für notwendige Geschäftsreisen.
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Nur noch zehn Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen sich treffen. Für Sport-Veranstaltungen sind keine Zuschauer mehr in den Stadien erlaubt.
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Schulen und Kitas bleiben offen. Theater, Opern, Konzerthäuser, sowie Messen, Kinos, Freizeitparks, und Spielhallen schließen.
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Erlaubt sind weiter Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen. Auch Kantinen sollen offen bleiben. Alle Restaurants, Bars, Diskotheken und Kneipen sollen schließen.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
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Gewerkschaft kritisiert: Lehrer oft nach Corona-Kontakt nicht in Quarantäne

Die Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen-Anhalt forderte schon vor dem Treffen von Kanzlerin und Länderchefs klare Quarantäne-Regeln in den Schulen. GEW-Vorsitzende Eva Gerth sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man beobachte, dass Schüler in Quarantäne geschickt würden, aber Lehrer, die mit ihnen Kontakt hatten, nicht. Die Gewerkschaft vermutet, dass in dem Fall die Gesundheitsämter nicht entsprechend hinterher kämen. Gerth: "Aber genau das ist für Schule ganz besonders wichtig, dass wir hier nicht tatsächlich zum Treiber der Infektion werden."

Eine Lehrerin mit Maske erklärt Schülern etwas.
Lehrerrinnen und Lehrer, die zu infizierten Kindern Kontakt hatten, kommen nicht immer Quarantäne. (Archivbild) Bildrechte: imago images/Belga

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er teile die Sorge. Das Bildungsministerium nehme wahr, dass in unterschiedlichen Teilen des Landes, manchmal auch innerhalb eines Landkreises, nicht alle Strategien immer sehr kongruent seien. Tullner sagte, man wolle auf die Gesundheitsämter zugehen. Es brauche verständliche und einheitliche Regeln, da man sonst die Akzeptanz bei den Eltern verliere.

Sozialministerium: Es wird auf Klassen statt gesamte Schulen geschaut

Das Sozialministerium bestätigte unterdessen, dass Lehrkräfte trotz Kontakt zu Corona-positiven Schülern nicht in Quarantäne geschickt werden. Die Sprecherin des Sozialministeriums, Ute Albersmann, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Entscheidung treffe im Einzelfall das Gesundheitsminsierium vor Ort. Dort werde dann geschaut, wer wie lange und wie eng mit einem Infizierten Kontakt hatte. Wenn es einen betroffenen Schüler gebe und jemand zum Kollegium gehöre, heiße das noch lange nicht, dass über die gesamte Schule eine Quarantäne verfügt würde. Es würde immer auf die Klasse oder noch kleinere Gruppen geschaut.

In Sachsen-Anhalts Schulen lernen nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt 197.000 Schülerinnen und Schüler.

Quelle: MDR/ff

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 16. November 2020 | 20:00 Uhr

9 Kommentare

Rotti vor 8 Wochen

Es geht hier um die Verantwortung der Exekutive.
Man kann das, was heute im Bundestag läuft "Ermächtigungsgesetz" (kann ja keiner verbieten).
Der Beitrag betrifft uns in Sachsen-Anhalt. Und da macht der Ministerpräsident einen recht guten Job. Er beweist, anders als die Panikmacher aus dem Süden oder die unbeweibten Untergangsprediger mit Fliege, dass er weiß, was für die Bevölkerung geht und was nicht.
Das ist es, worauf es mir hier in Sachsen-Anhalt ankommt. Punkt.

Ernst678 vor 8 Wochen

Sie vergessen leider eins, die Coronamaßnahmen sind im Wesentlichen nur noch politischer Natur um Ermächtigungsgesetze gegen die Bevölkerung durchzudrücken und dazu gehört natürlich die öffentliche Willenskundgebung mit möglichst unauffälligen Mittel maximal zu unterbinden. Schon vor Corona war klar das es unweigerlich zu einer neuen (s.a. 2008-10) katastrophalen Finanz- und Witschaftskrise kommen wird und dazu außerdemokratische Mittel gebraucht werden um gegen die rebellierenden Bürger vorgehen zu können. Corona bietet dazu eine einmalige Chance, an Politikversagen ist nun Corona Schuld, alles was schief läuft kann man Corona anlasten und wenn Politik endgültig versagt ist der Bürger schuld der sich nicht an die unsinnigen Coronamaßnahmen hält. Die Welt steht Kopf und viele Bürger finden es noch geil mit dem Kopf nach unten zu hängen anstatt für Ihre Freiheit zu kämpfen.

Karl-W vor 8 Wochen

Wie kann der Ministerpräsident sagen, die Corona Maßnahmen-haben Wirkung gezeigt. Bei der ersten Welle waren 3 und jetzt bei der zweiten Welle 33 Corona- Fälle in der Stadt in der ich wohne. Massentourismus war wohl der Auslöser, obwohl Touristische Reisen unterbleiben sollten war hier die halbe Welt.

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