Schultafel und Schultasche
Trotz hunderter Neueinstellungen fehlen in Sachsen-Anhalt nach wie vor Lehrer. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Tullners Ziel: Weniger Unterrichtsausfall Mit finanziellen Anreizen gegen Lehrermangel

Um den Unterrichtsausfall in Sachsen-Anhalt zu reduzieren, plant Bildungsminister Tullner zusätzliche finanzielle Anreize für Lehrer. Derweil drohen im aktuellen Schuljahr noch mehr Stunden auszufallen als bisher.

Schultafel und Schultasche
Trotz hunderter Neueinstellungen fehlen in Sachsen-Anhalt nach wie vor Lehrer. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) plant finanzielle Anreize für Lehrer, um gegen den Unterrichtsausfall vorzugehen. Tullner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gehe darum, mehr Lehrer zu haben, die am Ende tatsächlich unterrichten. Wie diese Anreize konkret aussehen sollen, konnte Tullner aber noch nicht genau sagen. Darüber wolle er in den nächsten Monaten mit den Koalitionsfraktionen und der Volksinitiative gegen den Lehrermangel sprechen.

Tullner sagte weiter, das Ziel bleibe weiterhin, noch mehr Lehrer einzustellen. Er werde sich aber nicht allein darauf verlassen.

Unterrichtsversorgung so schlecht wie noch nie

Marco Tullner
Bildungsminister Marco Tullner (Archivbild) Bildrechte: Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt

Am Freitag hatte der Bildungsminister die aktuellen Zahlen zur Unterrichtsversorgung vorgestellt. Die Versorgung ist auf im Schnitt 99,4 Prozent gesunken - obwohl hunderte neue Lehrer eingestellt wurden. Der Bildungsexperte der Linken in Sachsen-Anhalt, Thomas Lippmann, sprach bei MDR SACHSEN-ANHALT von der schlechtesten Unterrichtsversorgung, die es bisher gegeben habe. Im Vorjahr waren es 101 Prozent. Ziel der Landesregierung ist es, 103 Prozent zu erreichen. So soll sichergestellt werden, dass auch bei Krankheit und anderen Personalausfällen genügend unterrichtet werden kann.

Als Grund für den höheren Stundenausfall werden gestiegene Schülerzahlen angegeben. Dem Bildungsministerium zufolge lernen derzeit 176.995 Schüler an den allgemeinbildenden öffentlichen Schulen. Das sind 957 mehr als im vergangenen Schuljahr. Zudem gebe es immer mehr Lehrer, die nicht vor einer Klasse stünden - etwa weil sie lange krankgeschrieben seien oder sich im Mutterschutz oder in Elternzeit befänden.

Lehrerzahl soll weiter steigen

Die Landeschefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Eva Gerth, vermutet, dass die reale Unterrichtsversorgung sogar noch geringer ist, als offiziell angegeben. Sie sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Sachsen-Anhalt müsse sich als attraktiver Arbeitgeber zeigen, um weitere Lehrer ins Land zu holen.

Zum neuen Schuljahr wurden 420 Lehrer neu eingestellt. Weitere 200 Stellen sind noch ausgeschrieben. Bildungsminister Tullner sagte, damit befinde man sich an der Grenze der Möglichkeiten des Haushalts. Zum kommenden Schuljahr werde die Zahl der Lehrer erneut steigen. Eigentlich habe man sich das Ziel gesetzt, im Jahr 2021 insgesamt 14.500 Vollzeitlehrerstellen zu erreichen. Das wolle man nun schon zu Beginn des Jahres 2019 schaffen.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. September 2018 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2018, 12:47 Uhr

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3 Kommentare

16.09.2018 22:39 Der da 3

Konnte ja keiner ahnen, dass Kinder die vor 7 Jahren geboren wurden, heute in die Schule kommen...
Hinzu kommen die Zustände in den Schulen selber. Schlechte Ausstattung. Gewalt gegen Lehrer. Rütli war keine Ausnahme.

16.09.2018 21:22 pkeszler 2

"In Mitteldeutschland hat die Schule begonnen und es fehlen in allen drei Ländern Lehrer. So ist die Situation in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen."
Da können sich ja die Rentner noch etwas dazu verdienen. Am Anfang war ich noch dazu bereit, aber inzwischen habe ich mich an das Rentnerleben gewöhnt.

16.09.2018 18:53 roma k 1

allein finanzielle Anreize für Lehrer werden die Probleme nicht lösen. Es soll ja bundesweit einen Lehrermangel geben , so daß man z.B. in Berlin auf " Quereinsteiger " - also ohne pädagogische Ausbildung- setzt