Luther-Jubiläum Offene Rechnungen nach Reformationsfest in Wittenberg

Martin Luther und Wittenberg standen 2017 im Zentrum des Reformationsjubiläums. Doch die Luther-Feierlichkeiten haben für Stadt und Landkreis eine große Finanzlücke hinterlassen. Wer soll die Forderungen jetzt begleichen? Ministerpräsident Reiner Haseloff kündigt eine Lösung an.

Der Landkreis und die Stadt Wittenberg sitzen mehr als ein Jahr nach dem Reformationsjubiläum auf offenen Rechnungen in Millionenhöhe. Das bestätigten Landkreis und Stadt MDR SACHSEN-ANHALT. Dabei geht es beispielsweise um Ausgaben für Sicherheitsdienste und die Anbindung einer Pontonbrücke, die den Besuchern den Weg auf die Elbwiesen ermöglichte.

Landrat Jürgen Dannenberg (Die Linke) teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit: "Beim Landkreis Wittenberg sind gegenwärtig noch rund 1,7 Millionen Euro von entstandenen Kosten aus dem Reformationssommer 2017 nicht ausgeglichen. Diese Kosten hat der Landkreis beim Finanzministerium [...] beantragt und bis heute noch keinen Bescheid dazu erhalten."

Das Land will helfen

Das Finanzministerium bezifferte die Forderung der Lutherstadt Wittenberg auf rund 2,4 Millionen Euro. In einer Stellungnahme für MDR SACHSEN-ANHALT hieß es, Landkreis, Stadt und Ministerium seien seit Monaten im Gespräch: "Für Finanzminister André Schröder (CDU) ist klar, dass der politische Wille vorhanden ist, hier zu helfen, aber allen Regularien für die Auszahlung solcher Finanzhilfen aus dem Ausgleichsstock des Landes muss genügt werden."

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU,Sachsen Anhalt) - Sitzung im Landtag von Sachsen Anhalt in Magdeburg
Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Das müssen wir solidarisch tragen und dafür werden wir eine Lösung finden.

Ministerpräsident Reiner Haseloff

In den kommenden Wochen werde das Finanzministerium dem Kabinett Vorschläge unterbreiten, wie mit den Anträgen verfahren werden kann: "Das Kabinett wird sich ohnehin mit dem Thema 'Reformationsjubiläum' beschäftigen, weil ein nach wie vor geltender Beschluss von vor einigen Jahren die Gesamtkosten für das Jubiläum auf eine Summe von etwa 80 Millionen Euro gedeckelt hat und geändert werden müsste." Über die Forderungen hatte zuerst die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

Haseloff kündigt Lösung an

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat indes eine Lösung angekündigt. Haseloff sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Das, was vor allem die Stadt als überregionale Leistung im Landes- und Bundesinteresse übernommen hat, kann nicht beim Oberbürgermeister und dem Stadtrat liegenbleiben. Das müssen wir solidarisch tragen und dafür werden wir eine Lösung finden."

Mit Blick auf die Feierlichkeiten und die Investitionen zum Lutherjahr sagte Haseloff, alle Partner hätten etwas davon gehabt – Land, Landkreis und Stadt. "Da sind Dinge zusammengekommen, die sonst nie hätten realisiert werden können."

Mehr zum Thema

Ein Waggon der Harzer Schmalspurbahnen steckt in einem Berg aus Schnee fest.
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2019, 14:59 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

19.01.2019 17:59 Die kurze Seite der Sonnenallee 6

War überhaupt jemand in Wittenberg in diesem tollen Jubiläumsjahr? Von den Bedenkenträgern hier im Forum bestimmt niemand. Deshalb wissen Sie auch nicht, wie ausgelassen während des gesamten Sommers die Stimmung in Wittenberg war und wie viele Veranstaltungen dort stattgefunden haben - zu denen man auch herzlich willkommen war, wenn man sich keiner Glaubensgemeinschaft zugehörig fühlt. Natürlich haben Stadt und Landkreis etwas davon gehabt - nämlich zig-tausende Besucher und die Tatsache, dass Personen außerhalb Sachsen-Anhalts davon erfahren haben, dass es so ein Kaff wie Wittenberg überhaupt gibt. Nicht wenige werden noch einmal zurückkommen, wenn der Trubel vorbei ist. Davon haben dann auch wieder alle was - außer die Miesmacher hier im Forum. Danke an die ev.-luth. Kirche, dass sie Wittenberg für eine Dekade ins Zentrum der Weltöffentlichkeit gelenkt hat.

18.01.2019 11:45 Benutzer 5

"Mit Blick auf die Feierlichkeiten und die Investitionen zum Lutherjahr sagte Haseloff, alle Partner hätten etwas davon gehabt – Land, Landkreis und Stadt. "Da sind Dinge zusammengekommen, die sonst nie hätten realisiert werden können.""

was hat es den gebracht? Schulden. Sonst nichts Herr Haseloff

18.01.2019 10:18 Bingo 4

Da könnten "unsere" Kirchenpfaffen (Protestanten) ja mal ihr Portmonee aufmachen ,sie profitierten doch am meisten.

Mehr aus Sachsen-Anhalt